280 Menschen finden derzeit Zuflucht: Villa Langheinrich nicht mehr Flüchtlingsunterkunft des Landkreises

01. März 2018
Schlitz

Die Zahl der in Schlitz untergebrachten Asylbewerber ist in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesunken. Dies geht aus einem Bericht von Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) hervor.

Von Bernd Götte

Zum 21. Februar waren 280 Flüchtlinge in Schlitz untergebracht. Im Jahr 2017 waren es noch 328, im Jahr 2016 immerhin noch 236. Dies teilte Bürgermeister Schäfer anlässlich der Stadtverordnetensitzung am Montag im Konzertsaal der Landesmusikakademie mit. Von den derzeit in Schlitz lebenden Flüchtlingen waren 146 in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht und 134 lebten in Privatwohnungen. Die stärkste Gruppe unter den Schutzsuchenden in Gemeinschaftsunterkünften bildeten Menschen ungeklärter Herkunft mit 40 Leuten.

Irakische Staatsbürger waren mit 33 Personen die zweitstärkste Gruppe. 19 Flüchtlinge kamen aus Afghanistan und die anderen aus weiteren Ländern des mittleren Osten und Afrikas. In Privatunterkünften findet man besonders viele Syrer, nämlich 63. Kuriosum am Rande: Ein Asylbewerber kam aus Schweden, war aber ein Junge aus Gambia, der dann in Willofs mit seiner Mutter zusammengeführt wurde.

Die meisten Flüchtlinge waren in der Schlitzer Kernstadt untergebracht, nämlich 178. In Willofs lebten zum Stichtag 38 Menschen, in Nieder-Stoll 21, in Ützhausen 16, in Hutzdorf elf, in Rimbach neun und in Queck sechs. Der Mietvertrag des Landkreises mit Burkhard Oel, Inhaber der Villa Langheinrich in Schlitz, ist nach Angaben Schäfers in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. Einige der schon als asylberechtigt anerkannten Flüchtlinge haben einen privaten Mietvertrag mit Oel gemacht und werden vorerst dort wohnen bleiben, einige andere werden dann anderweitig in Schlitz untergebracht oder sind nach Angersbach umgezogen. Besonders wies Schäfer auf die Förder- und Integrationsmaßnahmen in Schlitz hin.

So sei im vergangenen Jahr ein Integrationskurs angeboten und auch erfolgreich abgeschlossen worden und dazu in Ützhausen ein Deutschkurs angeboten worden. Im März soll es in Schlitz einen Alphabetisierungskurs für Flüchtlinge geben. Die Mittel aus dem Sportförderprogramm sind in den letzten beiden Jahren voll ausgeschöpft worden, so der Bürgermeister. Neben Sportbekleidung wurde für die Dreifelderhalle auch eine Hantelbank und ein Langhantelset angeschafft. Auch für das Jahr 2018 hat der Magistrat eine Förderung von 7500 Euro beantragt. Grund zur Freude sah Schäfer auch darin, dass wieder ein integrativer Tanzkurs angeboten werden kann. Dieser sei bisher sowohl von den Flüchtlingen als auch von den ortsansässigen Kindern positiv aufgenommen worden.

Ein besonderes Augenmerk richtete Schäfer auch auf den hessischen Integrationspreis, bei dem der Träger „Duale Integration” aus Schlitz den zweiten Platz errungen hat. Dabei ging es auch darum, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Bisher hätten 110 Personen die Chancen, die dieser Verein geboten hat, wahr genommen und sowohl Praktika als auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze vermittelt bekommen.