Bis zu 100.000 Euro Strafe: Nun verbietet auch der Vogelsbergkreis die Wasserentnahme

06. September 2018
Vogelsberg

Nach dem Verbot der Wasserentnahme aus Flüssen und Seen in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg zieht auch der Vogelsbergkreis nach. Ab sofort darf auch dort kein Wasser mehr aus Bächen, Flüssen oder Seen entnommen werden.

Seit Wochen und Monaten hat es nicht geregnet, die lang anhaltende Trockenheit hat zu sehr niedrigen Wasserständen geführt, schilderte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak den Hintergrund. Im Salzbachtal lagen zum Beispiel schon vor Wochen die Quelltöpfe trocken, die sonst noch nie ausgetrocknet waren

Wasserentnahme aus Gewässern des Landkreises ab sofort verboten

Die langanhaltende Hitze fordert ihren Tribut: Mit sofortiger Wirkung hat der Landkreis Fulda als untere Wasserbehörde ein Verbot für Wasserentnahmen aus Gewässern des Kreises erlassen.

„Wir müssen unsere Lebensgrundlage Wasser, gewässerökologische Belange und das Wohl der Allgemeinheit schützen und erhalten, deshalb muss die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern bis auf weiteres untersagt werden“, betont der Dezernent in einer Pressemitteilung, die Sie in Auszügen lesen.

Das Verbot gilt auch für den Fall, dass bislang eine Erlaubnis zur Wasserentnahme durch die Wasserbehörde erteilt worden war. Eine solche Entnahme ist allerdings nur möglich, wenn die Abflussmengen erhalten bleiben, die für das Gewässer erforderlich sind. Diese Mindestwasserführung ist derzeit nicht mehr gewährleistet.

Bußgelder von bis zu 50.000 Euro: Landkreis verbietet Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen und Seen

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat auf die anhaltende Trockenheit reagiert. Er hat die Wasserentnahme aus allen Oberflächengewässern des Kreises verboten. Bei Verstößen drohen ab sofort Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

„Eine Änderung der Wetterlage ist im Moment nicht in Sicht, mit einer Entspannung kann nicht gerechnet werden“, sagt Mischak. „Das ist eine wirklich extreme Situation für das Ökosystem Bach. Die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen haben sich massiv verschlechtert. Es gilt, die Natur zu schützen“, macht Dr. Mischak deutlich.

Deshalb könne das Verbot auch erst aufgehoben werden, wenn sich die Witterungsverhältnisse deutlich verbessert haben. Wer sich nicht an das Verbot des Vogelsbergkreises hält, für den kann es teuer werden: Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und werden im Einzelfall mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet. / sar