Eine Anklageschrift, die sprachlos macht! Missbrauchte 48-Jähriger zwei Jungs?

06. Dezember 2018
Fulda/Schlitz

Ein 48-Jähriger soll zwei Jungs – acht und zehn Jahre alt – über Monate sexuell missbraucht haben. Seit Mittwoch wird dem Mann aus Schlitz vor dem Landgericht Fulda der Prozess gemacht.

Der 48-Jährige war mit den Eltern des Achtjährigen befreundet und hatte so engen Kontakt mit der Familie. „Er war wie ein guter Onkel“, sagte ein Polizist vor Gericht. Er kaufte dem Jungen Spielzeug, nahm ihn und seinen zehnjährigen Schulkameraden mit ins Kino und zu Ausflügen.

Spätestens ab März 2017 ist es dann zu sexuellen Übergriffen gekommen – so steht es in der Anklage. Bei Besuchen in Fulda und bei Autofahrten in seine Wohnung nach Schlitz habe er die Kinder gestreichelt, vor ihnen onaniert und sie zu sexuellen Handlungen gezwungen. Den Achtjährigen soll er zudem vergewaltigt haben.

Im Februar 2018 habe der 48-Jährige sogar einen Monat lang bei der Familie in Fulda gewohnt. „Dabei kam es mehrmals am Tag zu sexuellem Missbrauch“, erklärte Staatsanwältin Lambiel. Herausgekommen seien die Taten, weil der Mann gegenüber der Mutter des Achtjährigen angekündigt hatte, sich selbst anzeigen zu wollen.

Der Schlitzer äußerte sich gegenüber dem Landgericht umfänglich zu den Vorwürfen – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte der Vorsitzende Richter Joachim Becker, dass der 48-Jährige die Taten „im Wesentlichen eingeräumt hat“. Dadurch könne der Prozess erheblich beschleunigt werden – und auch die beiden Opfer müssten nicht mehr aussagen.

Mehr Hintergründe, zum Beispiel von der sehr schwierigen Vernehmung der beiden Kinder durch die Polizei, lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten sowie in der digitalen E-Paper-Ausgabe der Fuldaer Zeitung. Der Prozess wird am Freitag, 14. Dezember, 9 Uhr, fortgesetzt. / kir

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