Hessenweit höchste Windgeschwindigkeiten bei Tief Eberhard im Vogelsbergkreis gemessen

10. März 2019
Vogelsberg

Mehr als 300 Feuerwehrleute waren am Sonntag im Vogelsbergkreis im Sturmeinsatz. Tief Eberhard wehte mit orkanartigen Böen über die Städte und Gemeinden hinweg. Dabei wurden am Abend rund 50 Einsatzstellen für die Freiwilligen Feuerwehren in 14 der 19 Vogelsbergkommunen gezählt. Verletzt wurde laut ersten Angaben glücklicherweise niemand.

Besonders betroffen war das Stadtgebiet von Alsfeld. Dort waren allein mehr als 50 Feuerwehrleute an fast 20 Einsatzstellen gefordert. Auf der Bundesstraße 62 zwischen Angenrod und Ober-Gleen stürzte ein Baum auf ein Auto. Die Insassen blieben unverletzt. In der Kernstadt wurde die Gartenausstellung eines Möbelhauses verweht, das Dach einer Halle großflächig abgedeckt, Fenster von einem Gerichtsgebäude aufgedrückt und etwa zehn Bäume entwurzelt oder abgeknickt.

Auf der Bundesstraße 49 zwischen Romrod und Alsfeld wurden zwei fast 20 Meter lange Nadelbäume entwurzelt und blockierten die Fahrbahn auf voller Breite. Dort rückte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Romrod zur Hilfe an. Mit einer Motorkettensäge schnitten die Feuerwehrleute die Straße wieder frei. Dazu war eine halbstündige Vollsperrung nötig.

Video: Die ganze Region sagt die Hutzelfeuer ab... Nein! Diese Dörfer zündeten ihre Hutzelfeuer an

Im Landkreis Fulda sind am Sonntag die allermeisten Hutzelfeuer abgesagt worden. Orkanartige Böen waren der Grund dafür. Die ganze Region Fulda sagt die Hutzelfeuer ab ... Ganz Fulda? Nein! Einige von unbeugsamen Hutzelfeuer-Freunden bevölkerte Dörfer verbrannten am Sonntag trotzdem den Winter.

Voll gesperrt aufgrund von Windbruch blieben zunächst die Landesstraße 3071 zwischen Groß-Felda und der Bundesstraße 49, ebenfalls die Landesstraße 3071 zwischen Kirtorf und Ehringshausen sowie die Landesstraße 3160 zwischen Eifa und Eulersdorf.

Zudem wurden mehrere Straßen wurden im Bereich von Alsfeld wegen Windbruch gesperrt: Alsfeld Richtung Fischbach, Fischbach Richtung Willingshausen, Hattendorf Richtung Immichenhain, Lingelbach Richtung Görzhain, Eifa Richtung Schwarz und Eifa Richtung Eulersdorf.

In der Gemeinde Antrifttal waren etwa 20 Feuerwehrleute bei Angenrod, Ohmes und Seibelsdorf zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen im Einsatz. In der Gemeinde Feldatal waren etwa 30 Feuerwehrleute wegen Windbruch bei Windhausen, Stumpertenrod und Groß-Felda gefordert.

Sturm Eberhard wütet im Vogelsbergkreis - bei Windhausen stürzt Buche auf Kreisstraße

Sturm Eberhard ist am Sonntagnachmittag mit teils orkanartigen Böen über den Vogelsbergkreis gefegt. Die heftigen Winde verursachten schnell den ersten Feuerwehreinsatz. In der Gemeinde Feldatal stürzte eine etwa 20 Meter hohe Buche auf die Kreisstraße zwischen den Dörfern Windhausen und Köddingen.

In der Gemeinde Gemünden war die Feuerwehr an vier Einsatzstellen mit 35 Kräften vor Ort. Unter anderem stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Von sehr vielen umgestürzten Bäumen berichtete Grebenaus Stadtbrandinspektor Michael Jahnel. Insgesamt drei Einsatzstellen mit 30 Einsatzkräften wurden gezählt.

Sein Amtskollege Thomas Stein berichtete von ebenfalls drei Einsatzstellen in Homberg (Ohm). Dort stürzten Bäume auf Straßen bei Appenrod, Nieder-Ofleiden und Büssfeld. Ebenfalls drei Einsatzstellen gab es bei Kirtorf. Dort stürzten laut Feuerwehrangaben insgesamt 23 Bäume um.

Wie ein Feuerwehsprecher berichtete, wurde auf der Landesstraße zwischen Ober-Gleen und Heimertshausen zunächst ein Reisebus durch einen Baumsturz blockiert. Im Stadtgebiet von Lauterbach eilte die Feuerwehr bei zwei abgedeckten Dächern zur Hilfe.

Leitstellen-Meldungen im Minutentakt: Sturm Eberhard verursacht Schäden im Kreis Fulda

Sturm Eberhard hat ab Sonntagnachmittag einige Schäden im Landkreis Fulda verursacht. Leitstellen aus Fulda, dem Vogelsbergkreis und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg gingen bei unserer Zeitung zwischenzeitlich fast im Minutentakt ein. Sie lauteten beispielsweise „Baum auf Fahrbahn" oder „Gerüsteinsturz".

In der Gemeinde Mücke gab es zwei Baumstürze auf Straßen sowie ein abgedecktes Dach. 20 Feuerwehrleute waren im Einsatz. In Schotten gab es drei Baumstürze auf Straßen, ebenfalls 20 Feuerwehrleute waren im Einsatz. In der Gemeinde Schwalmtal wurde der Kamin eines Wohnhauses beschädigt, zudem stürzten Bäume auf die Straße zwischen Rainrod und Eifa. Etwa 20 Schwalmtaler Feuerwehrleute waren an den beiden Einsatzstellen vor Ort.

Bei Ulrichstein wurden drei umgestürzte Bäume auf Straßen gezählt, die jeweils von Feuerwehrleuten weggeschnitten wurden. Wie Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke schilderte, war an einer Einsatzstelle ein Auto durch Windbruch eingeschlossen. Lediglich in Freiensteinau, Herbstein, Lautertal, Schlitz und Wartenberg kam es bis 20 Uhr zu keinen Feuerwehreinsätzen.

Die hessenweit höchsten Windgeschwindigkeiten mit 107 Stundenkilometern – das entspricht orkanartigen Böen – wurden in Neu-Ulrichstein bei Homberg (Ohm) verzeichnet. / pw