Kids für Kitz: Rascheltüten sollen vor Mähtod retten

25. Juni 2019
Romrod

Eine Aktion zur Rettung von Rehkitzen haben Schulkinder in Romrod gestartet. Die Drittklässler der Mittelpunktschule Antrifttal engagieren sich seit einigen Wochen auf verschiedener Weise zur Vermeidung des Mähtods auf landwirtschaftlichen Wiesen.

In einer jüngsten Unternehmung haben die Mädchen und Jungen mehrere Rascheltüten gebastelt und den Romröder Landwirten zur Verfügung gestellt. Unterstützung erhielten die Schüler dabei auch von einer Raiffeisenwarenhandelsgesellschaft, die die nötigen Pfähle sponserte. Mit dem Rascheln der gepfählten Tüten sollen Rehe und ihre Kitze vor den Mäharbeiten gewarnt werden.

Die Landwirte in Romrod zeigten sich über das Engagement der Schulkinder sehr erfreut, auch die Siliergemeinschaft begrüßte die Aktion. „Die Landwirte sind für das Thema Kitzrettung sensibilisiert“, schilderte stellvertretend Kreislandwirt Andreas Kornmann. Wie er mitteilte, werden mehrere Methoden angewandt, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. „Mindestens eine Methode wird vor jeder Mahd durchgeführt“, machte Kornmann deutlich. Wie er informierte, werden Wiesen in Waldrandlage von innen nach außen gemäht, um den Tieren eine Flucht zu ermöglichen. Zu den Möglichkeiten zählte er auch eine sogenannte Schallkanone auf, die von der Siliergemeinschaft und mehreren Landwirten für ihre Mähwerke beschafft wurden. Diese geben von den Fahrzeugen ein Warngeräusch bei der Mahd ab.

Auch die Jagdpächter in und um Romrod engagieren sich nach Angaben der Landwirte mit Hunden, die vor der Mahd die Wiesen absuchen. Eine weitere Möglichkeit zur Rettung von Rehkitzen vor dem Mähtod soll demnächst eine Drohne mit Wärmebildkamera ermöglichen. Das Gerät soll durch einen Spendenlauf der Schüler finanziert werden. Über deren Einsatz informierten sich die Mädchen und Jungen bereits bei der Rascheltütenaktion mit einem Vorführgerät. / pw