Klärschlamm in Schlitz: Land fördert interkommunale Zusammenarbeit

08. Februar 2019
Schlitz

Mit 100.000 Euro fördert das Land Hessen die interkommunale Zusammenarbeit zur Klärschlammentsorgung in Schlitz. Regierungspräsident Christoph Ullrich übergab am Donnerstag im Schlitzer Rathaus den Förderbescheid.

Das Schlitzer Klärwerk (Stadtteil Hutzdorf) verarbeitet im Rahmen dieser Zusammenarbeit Klärschlämme aus Niederaula und Burghaun sowie aus dem Zweckverband Gruppenklärwerk Bad Salzschlirf-Wartenberg.

Frank Jahn, technischer Leiter der fürs Klärwerk zuständigen Stadtwerke, erklärte, die Kosten für jede einzelne beteiligte Kommune würden durch die interkommunale Zusammenarbeit um mindestens 15 Prozent gesenkt. Jährlich fielen für die endgültige Entsorgung des Klärschlamms aller Kooperationspartner rund 150000 Euro an Kosten an.

Nach den Worten des Schlitzer Bürgermeisters Hans-Jürgen Schäfer befanden sich Abwasser und Klärschlamm ursprünglich nicht im Katalog des Landes für interkommunale Zusammenarbeit. Das sei durch viele Gespräche geändert worden. Regierungspräsident Ullrich erklärte: „Ich bin ein großer Freund von interkommunaler Zusammenarbeit.“ Kleine Kommunen hätten oft Schwierigkeiten, mit wenig Personal und Infrastruktur das wachsende Aufgabenspektrum zu bewältigen. Bei einzelnen Aufgaben könnten sie deshalb zusammenarbeiten, um sie für die Bürger besser und kostengünstiger zu erledigen.

Die Ansprechpartner für die Bürger müssten indessen Verwaltung und Politik der eigenen Kommune bleiben. „Ich glaube, die interkommunale Zusammenarbeit ist auch ein Modell für die Zukunft“, so Ullrich. Nicht umsonst würden solche Kooperationen vom Land erheblich gefördert.

Die Zusammenarbeit zur Klärschlammentsorgung in Schlitz erstrecke sich über zwei Landkreise, so Ullrich. Schäfer fügte hinzu, dass Gemeinden aus zwei Regierungsbezirken beteiligt seien. Soweit er wisse, handele es sich hier um den ersten Förderbescheid zu einer interkommunalen Zusammenarbeit bei Abwasser und Klärschlamm, so Schäfer weiter. Das beweise, dass die Kooperation sinnvoll sei.

Die Entsorgung von Klärschlamm sei durch Gesetzesänderungen schwieriger geworden. Für die Schlitzer Anlage ist laut Schäfer ein zweites Blockheizkraftwerk geplant und eine Verbrennung mit Phosphat-Rückgewinnung. Damit werde die Anlage vollkommen autark. Nach Schäfers Worten ist das ein Pilotprojekt für eine Anlage dieser Größenordnung. Das werde rund sechs Millionen Euro kosten.

Der Übergabe des Förderbescheids wohnten auch die Bürgermeister Thomas Rohrbach (Niederaula), Simon Sauerbier (Burghaun), Matthias Kübel (Bad Salzschlirf) und Olaf Dahlmann (Wartenberg) bei.