Kugelstoßerin Sara Gambetta pflegt ihren Ellenbogen, damit es bei Olympia klappt

13. Januar 2020
Schlitz/Fulda

Fokussiert geht Sara Gambetta das Unternehmen zweite Olympische Spiele an. Jeweils zwei Trainingslager in Kienbaum und im türkischen Belek stehen auf dem Programm, danach soll die Kugel weit fliegen.

Von unserem Redaktionsmitglied Angelika Kleemann

„Ich möchte die Olympianorm von 18,50 Metern schnell abhaken“, nennt die 26-Jährige ihr erstes Etappenziel für den Mai. Das Jahr 2019 hat Sara Gambetta abgehakt. Nach Wunsch ist es nicht verlaufen, erklärt die 26-Jährige – auch mit Blick auf zahlreiche gesundheitliche Problemchen, die sie in der Trainingsplanung immer wieder zurückwarfen.

Drei Zentimeter fehlten

Vor allem das unglückliche Aus bei der Weltmeisterschaft in Doha, als sie wie schon 2017 in London als Dreizehnte am Endkampf vorbeischrammte, nagte. Mickrige drei Zentimeter waren es dieses Mal. Doch das ist Vergangenheit. Die Lehramtsstudentin aus Schlitz-Rimbach richtet den Blick nach vorne – auf ihre zweite Olympiateilnahme in Tokio (24. Juli bis 9. August). Und sie ist guten Mutes.

Kugelstoßerin Sara Gambetta verpasst WM-Finale von Doha um drei Zentimeter

Christina Schwanitz meisterte die Qualifikation hingegen gleich mit dem ersten Versuch. Die 33 Jahre alte Ex-Weltmeisterin vom LV 90 Erzgebirge kam am Mittwochabend auf 18,52 Meter und erreichte damit die siebtbeste Weite. „Ich habe die Qualifikationsweite überstoßen und das mit dem ersten Versuch, das war das Ziel", sagte Schwanitz, die zum fünften Mal bei einer WM am Start ist.

„Wir haben die Trainingsinhalte etwas umgestellt.“ Das Aufbautraining in ihrer Wahlheimat Halle hat sie bereits abgeschlossen, derzeit steht Krafttraining im Mittelpunkt. Gelernt hat Sara Gambetta aus den Verletzungen der Vergangenheit und beschlossen, dem „Gesundheitsmanagement“ einen hohen Stellenwert einzuräumen.

„Der Ellenbogen ist meine empfindliche Stelle“, weiß sie und schickt hinterher: „Ich werde besser auf meinen Körper hören, um endlich einmal verletzungsfrei durch die Saison zu kommen.“ Denn seit zwei, drei Jahren bremse sie ihr Körper ständig aus.

Großes Ziel sind die 19 Meter

Das große Ziel für dieses Jahr in Weiten ausgedrückt, formuliert die Siebte der Hallen-EM klar: „Die 19 Meter sollen fallen.“ Dass sie diese Weite drauf hat, weiß Sara Gambetta. 18,40 Meter waren es im vergangenen Jahr, die Bestleistung von 18,46 Metern datiert aus 2017.

Beim Blick auf die vom deutschen Verband geforderte Olympia-Norm von 18,50 Metern verspürt Sara Gambetta keinen Druck, diese Weite möchte sie möglichst bei einem der ersten Saisonwettkämpfe am 16. Mai in Halle oder einige Tage später in Schönebeck abhaken. „Dann sehen wir weiter“, sagt sie mit Blick auf Tokio.

Dritte Olympischen Spiele im Blick

Das Olympiaticket ist ihr – mit Blick auf die Weltrangliste – zwar nahezu sicher. Dort nimmt die 26-Jährige mit 1179 Punkten den 13. Platz ein, die ersten 30 seien vom internationalen Verband aus für die Olympischen Spiele qualifiziert. Doch der nationale Verband ist für die Nominierung zuständig und hat nunmal die Weite von 18,50 Metern ausgegeben.

Ihr Anspruch ist es aber ohnehin, die Kugel solide auf Weiten jenseits der 18,50 Meter zu katapultieren, denn in Tokio soll es endlich mal auch mit einer Endkampfteilnahme klappen. Luft nach oben besitzt Sara Gambetta noch genügend: „Technische Reserven sind ausreichend vorhanden und auch im Kraftbereich kann ich noch 10 bis 20 Kilo draufpacken.“

Die Kunst bestehe beim Kugelstoßen allerdings darin, „die Kraft mit Technik auf das Gerät zu bringen“. Klappt das, kann die Kugel auch mal in ferner Zukunft bei 20 Metern landen. Eine Weite, die für ihren Trainer René Sack nicht unrealistisch ist. Vielleicht bei ihren dritten Olympischen Spielen 2024 in Paris.

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