Mutmaßlicher Würth-Entführer muss in U-Haft bleiben

05. November 2018
Gießen/Schlitz

Der Angeklagte im Prozess um die Entführung von Milliardärssohn Würth bleibt in Untersuchungshaft. Die zuständige Kammer habe entschieden, dass der entsprechende Haftbefehl aufrecht erhalten werde, berichtete ein Sprecher des Landgerichts Gießen am Montag. Damit hatte der Antrag der Verteidigung, den 48-Jährigen aus der Haft zu entlassen, keinen Erfolg.

Das Gericht sei der Ansicht, dass der „dringende Tatverdacht“ gegen den Angeklagten nach wie vor bestehe, erläuterte der Sprecher den Beschluss. Er wies aber darauf hin, dass die Kammer damit noch keine endgültige Aussage darüber getroffen hat, ob der 48-Jährige auch der Täter ist. Noch läuft die Beweisaufnahme in dem im September gestarteten Prozess.

Der Angeklagte soll den behinderten, erwachsenen Sohn des baden-württembergischen Unternehmers Reinhold Würth im Juni 2015 in Schlitz entführt und am Telefon drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Die Ermittler vermuten, dass es mehrere Täter gab. / dpa

Zeugen in Entführungsfall Würth unsicher - Experten erkennen Stimme in Aufnahmen wieder

Die aufgezeichnete Stimme des Kidnappers spielt bei der gerichtlichen Aufklärung des Entführungsfalls Würth eine wichtige Rolle. Am Mittwoch gab es am Landgericht Gießen bei den Zeugen Zweifel. Experten bestätigten Mittwochnachmittag, dass die Vergleichsaufnahmen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" vom selben Sprecher stammen.