Naturschützer appellieren an Katzenfreunde: Helft den Jungvögeln

17. April 2019
VOGELSBERGKREIS

Die ersten jungen Vögel werden dieser Tage flügge und sind zum ersten Mal außerhalb des Nests unterwegs – und das nicht ganz ohne Risiko, wenn um die Ecke schon die Katze lauert.

„Helft den Vögeln im Garten und haltet die Katzen im Haus, denn unsere Brutvögel brauchen dringend Hilfe“, schreibt der Naturschutzbeirat des Vogelsbergkreis. „Bei unserem Appell geht es um Soforthilfe vor der eigenen Haustür“, so der Vorsitzende Adolf Tausch. Etwa 10 Millionen Hauskatzen leben in Deutschland, freilaufende Hauskatzen seien ein großes Problem geworden.

„Vorsichtige Hochrechnungen ergeben für unser Land einen Verlust von mindestens 30 Millionen Vögel pro Jahr durch Katzen“, so Vogelkundler, Professor Peter Berthold.

Die Naturschützer bitten Katzenhalter daher, ihre Haustiere von April bis Mitte Juli nicht in den Morgenstunden und abends im Freien laufen zu lassen, weil da die meisten Jungvögel unterwegs seien.

Nach Untersuchungen der Royal Society for the Protection of Birds verringere sich die Zahl der getöteten Tiere um die Hälfte, wenn Halter ihrer Katze ein Glöcken umhängen, auch bunte Katzen-Halsbänder warnen.

Vogeltränke und Futterhäuschen sollten katzensicher sein, indem mindestens zwei Meter Abstand zur nächsten Deckung gehalten werden.

Außerdem erinnert der Naturschutzbeirat daran, dass Nisthilfen für Vögel aufgestellt werden können: In einem Garten mit 500 bis 800 Quadratmetern dürfen das gerne 10 Stück und mehr sein – unterschiedliche Typen für Meisen, Spatzen, Stare und Rotschwänzchen.

Viele Experten empfehlen Gartenvögel ganzjährig zu füttern. / rsb, erz