Wenige Anträge auf Zuschüsse bei Verhütungsmitteln

09. September 2019
Region

Seit April können Menschen mit geringem Einkommen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Zuschüsse für den Kauf von Verhütungsmitteln beantragen. Doch die Nachfrage ist fünf Monate danach noch verhalten. Im benachbarten Vogelsbergkreis gibt es den Verhütungsmittelfonds bereits seit 2013. Dort werden die Zuschüsse etwas stärker nachgefragt.

„Entgegen unseren Erwartungen läuft es mit den Anträgen zum Verhütungsmittelfonds etwas schleppend, bisher haben wir zehn Anträge bewilligt. Daher möchten wir einkommensschwache Frauen – aber auch Männer – ermutigen, sich durch den Fonds unterstützen zu lassen“, sagte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD) als zuständige Sozialdezernentin im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Im Vogelsbergkreis wurden im Zeitraum 2013 bis 2018 insgesamt 487 Bewilligungen ausgesprochen, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Die statistischen Angaben des Jahres 2019 liegen noch nicht vor.

Kein Verhütungsmittelfonds im Landkreis Fulda

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hatte eine Vereinbarung mit der Beratungsstelle Pro Familia geschlossen. Das Ziel lautet: Verhütung dürfe nicht an mangelndem Geld scheitern. Das führe sonst zu ungewollten Schwangerschaften und unnötigen Abtreibungen. Sowohl im Vogelsbergkreis als auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg stehen 10.000 Euro zur Verfügung. Bezieher von Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II (Hartz IV), von Sozialhilfe (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit nach dem SGB XII) sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten auf Antrag finanzielle Hilfe beim Kauf von Verhütungsmitteln.

Erstattungsfähig sind ausschließlich vom Arzt verordnete Verhütungsmittel wie Pille, Kupfer- oder Hormonspirale, Hormonimplantate, Dreimonatsspritze, Diaphragma oder Verhütungspflaster. Nicht übernommen werden Kosten für Kondome. Die Verwaltung des Fonds liegt in beiden Landkreisen bei Pro Familia. Der Fonds ist eine freiwillige Leistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Der Landkreis Fulda hat keinen Verhütungsmittelfonds. Im Jahr 2013 wurde ein diesbezüglicher Antrag im Kreistag mehrheitlich abgelehnt, erklärte eine Sprecherin des Landkreises Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Main-Kinzig-Kreis reagierte auf eine Anfrage unserer Zeitung nicht. / sar, dpa