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Bundesliga-Revolution vor Neustart am Samstag fix - Das gab es noch nie

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Die Deutsche Fußball Liga hat vor dem Neustart der Bundesliga eine wichtige Regeländerung abgesegnet. Diese gilt allerdings nur bis zum Ende des Jahres.

  • Die Corona-Krise sorgt im deutschen Profifußball weiter für Stirnrunzeln.
  • Positive Corona-Tests bei verschiedenen Klubs sorgen für Wirbel, Dynamo Dresden muss sogar in Quarantäne.
  • Die DFL hat den Vereinen ein umfangreiches Hygienekonzept an die Hand gegeben.

Update vom 19. Mai, 12.40 Uhr: Das erste Bundesliga-Wochenende nach dem Restart ist geglückt. Die Probleme waren überschaubar, aber: Beim Montagsspiel haperte es gewaltig - Streaming-Anbieter Amazon Prime patzte bei seiner Premiere.

Update vom 16. Mai, 22.10 Uhr: Die Bundesliga läuft wieder - jedoch ohne volle Stadien. Wie kommen die Geisterspiele beim Publikum an? Im Netz äußern viele Fans ihren Unmut. Doch es gibt auch positive Stimmen.

Update vom 14. Mai, 15.50 Uhr: In der 1. und 2. Bundesliga sind für den Rest der Saison fünf statt drei Auswechslungen erlaubt. Das entschied die DFL am Donnerstag und übernahm damit die vom Weltverband FIFA eingeführte Änderung. Damit sollen die Spieler angesichts des dicht gedrängten Kalenders im Zuge der Corona-Krise und möglicher Spiele bei großer Hitze im Sommer entlastet werden.

Der International Football Association Board (Ifab), der für die Regeln im Fußball zuständig ist, hatte in der vergangenen Woche den Antrag der FIFA bewilligt. Das neue Wechselkontingent gilt demnach nur für Wettbewerbe, die zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen sein werden, unabhängig davon, ob sie bereits begonnen haben. Wie die Mannschaften mit der neuen Regel umgehen, können Sie in unserem Konferenz-Live-Ticker der Samstagspartien verfolgen.

Bundesliga/Corona: 35-Seiten-Katalog zeigt, was bei Geisterspielen verboten ist

Update vom 13. Mai, 8.38 Uhr: „Nur mit einem Höchstmaß an Disziplin und Akribie wird es gelingen, unser gemeinsames Ziel, das Saisonfinale 2019/20, zu erreichen“, heißt es im „Organisations-Rundschreiben Sonderspielbetrieb“ der DFL für die Vereine.

Rudelbildung: Zu Corona-Zeiten nicht mehr erlaubt.

In dem 35-seitigen Papier ist detailliert aufgelistet, welche präventiven und hygienischen Maßnahmen umzusetzen sind. Der Organisations-Plan sei neben dem medizinischen Konzept der DFL-Taskforce und dem Handbuch zu Diagnostik und Monitoring die dritte Säule der Saisonfortsetzung.

Corona-Neustart in der Bundesliga: DFL legt umfangreiches Hygienekonzept vor

Die jeweiligen Hygienebeauftragten der Clubs müssen am Spieltag bis spätestens 10.30 Uhr ein Formular an die DFL übermitteln. Damit bestätigen sie, dass alle auf dem Spielberichtsbogen gemeldeten Personen am Vortag negativ getestet wurden. Liegt die Meldung nicht vor, wird die Absetzung des Spiels empfohlen - wegen der gesundheitlichen Risiken.

Der gastgebende Club hat darauf zu achten, dass zeitgleich maximal etwa 300 Personen auf dem gesamten Gelände anwesend sind. Fans sind auf dem gesamten Gelände nicht erlaubt.

Für die Spieler gibt es zahlreiche Neuerungen: kein gemeinsames Einlaufen, kein Handshake bei der Platzwahl, keine Rudelbildung, kein Abklatschen und Umarmungen beim Jubel. Hier sind nur ein kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt erlaubt. Immerhin: Damit dürften kuriose Verletzungen beim Torjubel vermieden werden. Und eine Unsitte bei Fußballprofis wurde auch gleich einkassiert: „Ausstoß von Speichel (Spucken) vermeiden“ heißt es in dem Papier.

Die Personen auf der Bank müssen einen Sicherheitsabstand einhalten und Masken tragen. Der Trainer darf den Nasen-Mund-Schutz zum Rufen von Anweisungen abnehmen - sofern er die 1,50 Meter Distanz zu allen anderen Personen einhält.

Corona-Krise in der Bundesliga: Fans bei Umfrage einer Meinung

Update vom 12. Mai, 11.52 Uhr: Vor dem geplanten Neustart der Bundesliga befürwortet eine Mehrheit der Fans stärkere Kontrollen der Hygienevorschriften. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von bundesligabarometer.de hervor. Demnach sind 91,3 Prozent der 5230 Befragten der Meinung, dass die Vereine stärker überprüfen sollten, ob die Regeln eingehalten werden.

Trotzdem befürworten 61,1 Prozent den Neustart am 16. Mai. 38,9 Prozent sind der Ansicht, dass eine weitere Verschiebung zugunsten der Risikominimierung besser gewesen wäre.

Derweil schockiert ein Fall aus der Türkei: Ein Fußballprofi brachte seinen Sohn um - und wollte es mit Corona vertuschen.

Corona-Krise im Fußball: Subotic fordert Kollegen zu mehr Eigeninitiative auf

Update vom 12. Mai, 11.25 Uhr: Neven Subotic erneuert seine Kritik am Restart der Bundesliga. In einem Interview mit t-online sagte der Profi von Union Berlin: „Ich bin der erste, der sagt, ‚das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren‘, sollte nachgewiesen werden, dass es Krankenhäusern an Testkits fehlt, wenn wir Spieler mehrmals wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden.“

Zugleich nahm der Profi von Union Berlin auch seine Kollegen in der Bundesliga in die Pflicht: „Ich wünsche mir, dass mehr Fußballer ihr Verhalten hinterfragen und sich ihrer Rolle in der Zivilgesellschaft bewusst werden.“ Der ehemalige serbische Nationalspieler merkte aber auch an: „Die Klubs haben kein Interesse daran.“ Es fehle bislang „ein breiter gesellschaftlicher Druck, um daran wirklich etwas zu verändern und die bisherigen Aktivitäten zu hinterfragen.“

Update vom 12. Mai, 10.42 Uhr: Max Kruse steht dem Bundesliga-Neustart eher skeptisch gegenüber. Das Hygienekonzept der DFL sei zwar grundlegend gut. „Nichtsdestotrotz gibt es Wettbewerbsnachteile, da kommt man gar nicht drumherum. Das ist dann für einige Mannschaften nicht fair. Da muss man dann entscheiden, ob man das so will“, sagte der 32-Jährige am Montagabend bei Nitro „100% Bundesliga“. So sei Zweitligist Dynamo Dresden, der wegen zwei positiver Fälle geschlossen zwei Wochen in Quarantäne muss, jetzt schon benachteiligt.

Der derzeit beim türkischen Erstligisten Fenerbahçe Istanbul spielende Kruse stellt sich zudem die Frage, wie lange die Saison gehen soll. „Wir wissen jetzt, wann die Saison zu Ende ist. Aber wann geht die neue Saison los? Gibt es überhaupt Urlaub für uns, weil im nächsten Jahr dann die Europameisterschaft stattfindet? Es ist viel vorgegeben, aber es nicht wirklich klar, was dann im Endeffekt auch passiert“, meinte der Stürmer, der vor einem Jahr von Werder Bremen nach Istanbul wechselte.

Corona-Krise im Fußball: Termin für DFB-Pokalfinale scheint festzustehen

Update vom 11. Mai, 8.06 Uhr: Das DFB-Pokalfinale könnte laut Informationen des kicker am 4. Juli ausgetragen werden. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes berät am Montagnachmittag über die Terminierung. Für die Halbfinalspiele sollen der 9. und 10. Juni in Frage kommen.

Die Begegnungen waren ursprünglich für den 21. und 22. April angesetzt, das Endspiel sollte am 23. Mai in Berlin stattfinden. Aufgrund der Coronapandemie hatte der DFB die Partien zunächst auf unbestimmte Zeit verlegt.

Neben Titelverteidiger Bayern München sind noch Regionalligist 1. FC Saarbrücken, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen im Rennen. Neben der Neuansetzung des Pokalwettbewerbs steht auch die Fortsetzung der 3. Liga sowie der Frauen-Bundesliga auf der Agenda.

Corona-Krise in der Bundesliga: Sportmanagement-Experte mit düsterer Prognose für Spielergehälter 

Update vom 11. Mai, 6.26 Uhr: Schon jetzt sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Profi-Fußball spürbar. Der FC Bayern hofft etwa auf einen Corona-Rabatt bei einem möglichen Transfer von Leroy Sané. Doch die Krise könnte noch deutlichere Folgen haben - vor allem für die Konten der Spieler

Der Sportmanagement-Spezialist Christoph Breuer hält angesichts der Corona-Krise eine deutliche Reduzierung der Spielergehälter in der Fußball-Bundesliga für notwendig. „Auf der Kostenseite lässt sich ohne höhere Mathematik feststellen, dassGehaltskürzungen eher bei 40 bis 50 Prozent liegen müssten als bei den öffentlich gehandelten 10 bis 20 Prozent, wenn sie die Mindereinnahmen durch Geisterspiele vollständig kompensieren sollen“, schrieb der Professor der Deutschen Sporthochschule Köln in der FAZ (Montag). Damit meint er die „ausstehenden Gehälter nach Aussetzen des Spielbetriebs“.

Breuer schrieb außerdem: „Kurzarbeit lohnt nur für Geschäftsstelle und Fan-Shop, nicht aber für den Spielbetrieb.“ Das liege daran, dass die öffentlichen Zuwendungen pro Arbeitnehmer gedeckelt und die Gehälter der Profiabteilung dafür zu hoch seien.

Corona-Krise in der Bundesliga: Zweitliga-Profi verrät positives Testergebnis auf Instagram

Update vom 10. Mai, 19.05 Uhr:  Dynamo Dresdens Angreifer Simon Makienok ist nach eigenen Angaben einer der beiden neu aufgetretenen Coronafälle beim Zweitligisten. Während der Klub bei positiven Tests bislang stets keine Namen nannte, verriet der Däne bei Instagram* selbst sein Ergebnis.

„Nachdem ich fünfmal getestet wurde, seit wir wieder mit dem Training begonnen haben und jedes Ergebnis negativ war, bekam ich plötzlich einen Test zurück, der besagte, dass ich positiv auf Covid-19 getestet wurde. Keine Symptome, keine Indizien, nichts. Ich habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die ich konnte. Und trotzdem ist es passiert“, schrieb der 29-Jährige am Samstagabend auf seinem offiziellen Profil. Der von der Bild-Zeitung veröffentlichte Post wurde inzwischen wieder gelöscht.

Nach zwei weiteren positiven Corona-Tests hatte Dresden seinen gesamten Kader sowie den Trainer- und Betreuerstab am Samstag in eine zweiwöchige Quarantäne schicken müssen. Damit kann der Klub in den kommenden 14 Tagen nicht am Spielbetrieb in der 2. Liga teilnehmen (siehe Update vom 9. Mai).

Bundesliga/Corona: Neven Subotic schimpft über Neustart

Update vom 10. Mai, 9.14 Uhr: „Damit man das auch weiß“, holt Neven Subotic im Interview mit Deutschlandfunk tief Luft, „wir als Spieler in Deutschland wurden informiert, nachdem alle Entscheidungen gefallen sind. Wir haben keinen Sitz am Tisch, wir wurden nicht konsultiert. Nach meinem Wissensstand hatten die Spieler keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung.“

Neven Subotic: Der ehemalige BVBMeisterheld hat eine „Grundangst“, sich zu infizieren.

Der Union-Profi, für seine offenen Worte bekannt, hatte sich ohnehin bereits kritisch gegenüber dem Neustart der Bundesliga* gezeigt. Dass die Stars keinen Anteil an der Entscheidung hatten, ist für ihn ein Nackenschlag. 

Bundesliga-Neustart ohne Zustimmung der Profis? „Dann schaut man auf Deutschland ein bisschen enttäuscht“

„Wenn man das in Relation stellt beispielsweise zur italienischen Liga oder auch der englischen Liga , wo der Spielerverband an sich eine seriöse Instanz ist, die auch konsultiert wird in solchen Krisenfällen“, blickt er auf die anderen Verbände und offenbart ein grundsätzliches Problem in der Bundesliga, „dann schaut man auf Deutschland ein bisschen enttäuscht, weil das hier nicht der Fall ist.“ 

Tiere sind von der Maskenpflicht eigentlich ausgenommen. Das Foto eines Hundes mit einer vermeintlichen Maske sorgt nun für Verwunderung - dann klärt die Besitzerin auf.*

Positive Corona-Tests: Zweitligaklub muss 14 Tage in Quarantäne - Teilnahme am Neustart unmöglich

Update vom 9. Mai, 20.06 Uhr: Der Worst-Case ist eingetreten! Nach zwei weiteren positiven Corona-Fällen ist die komplette Mannschaft des Zweitligisten Dynamo Dresden unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Wie der Klub aus Sachsen am Samstagabend auf seiner Homepage mitteilte, habe das für die SGD zuständige Gesundheitsamt in Dresden „nach einer intensiven Analyse der Situation noch am Samstag darüber entschieden“.

Die Namen der betroffenen Spieler nannte der Verein mit Verweis auf die Privatsphäre nicht. Durch die Quarantäne-Maßnahme wird Dresden beim geplanten Neustart der ersten beiden Ligen in einer Woche nicht dabei sein können. „Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können“, sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Dresden hätte den Neustart mit einem Auswärtsspiel bei Hannover 96 bestritten - dieser fällt nun flach. Die Niedersachsen sind damit ebenfalls von den positiven Testergebnissen betroffen. 

Bundesliga/Corona: Droht bei Fehlverhalten der Fans der Spielabbruch?

Update vom 9. Mai, 15.33 Uhr: Die Wiederaufnahme der Spielbetriebs in der Bundesliga ist eng an das Einhalten von Hygiene- und Sicherheitsregeln gekoppelt (siehe Update vom 8. Mai). Diese Regeln gelten allerdings nicht nur für Spieler, sondern auch für Fans. 

Das Versammeln dieser vor beispielsweise den Stadien soll unbedingt vermieden werden. Beim ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte*, Gladbach gegen Köln, hatten sich Anhänger der Fohlen vor dem Stadion versammelt. Von Seiten der Ultras wurde zwar bereits angekündigt, dass man bei Heimspielen nicht vor Ort erscheinen werde, die Politik befürchtet jedoch dennoch, dass Fans in die Nähe des Stadions pilgern könnten. Aus diesem Grund wurden nun harte Sanktionen angekündigt.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) erklärte gegenüber dem MDR, dass man Szenen wie in Mönchengladbach nicht tolerieren werden oder „um es klar zu sagen: Dies kann in der Konsequenz zum Spielabbruch führen.“ Die Anordnung trifft insbesondere Sachsens Erst- beziehungsweise Zweiligastadt RB Leipzig und Dynamo Dresden. In der 3. Liga, wo ebenfalls bald wieder gespielt werden soll, sind mit Chemnitz und Zwickau zudem zwei weitere sächsische Teams vertreten.

Fans von Borussia Mönchengladbach versammelten sich zum Geisterspiel vor dem Stadion. Derartige Szenen sollen in Zukunft unbedingt vermieden werden.

Von Spielabbruch sprach zuletzt auch Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. Gegenüber ESPN sagte der 48-Jährige: „Wir haben viel mit unseren Fans gesprochen und gesagt: Hört zu Jungs, taucht nicht am Stadion auf. Wenn ihr dort auftaucht, verlieren wir dieses Spiel, weil die Regeln sehr streng sind.“ 

Bundesliga/Corona: Neue Regeln jetzt bekannt - es wird fast alles anders auf dem Rasen 

Update vom 8. Mai 22.02 Uhr: Es werden gewiss besondere Bedingungen, unter denen die Bundesliga den Spielbetrieb wieder aufnimmt. Wie verläuft eine Partie in Zeiten des Coronavirus? Nachdem Hoffenheim-Arzt Dr. Thomas Frölich diesbezüglich etwas kuriose Regeländerungen vorgeschlagen hatte (siehe Update um 19.56 Uhr), gibt es nun offenbar auch erste Regeln seitens der DFL.

Beim Torjubel ist offenbar nur „kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt“ erlaubt. Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen seien zu unterlassen. Das berichtet die Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) unter Berufung auf ein internes Papier („Covid-19 Organisations-Rundschreiben Sonderspielbetrieb“) der DFL..

Wenn die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison am 16. Mai mit Geisterspielen fortgesetzt wird, sollen auch die Einwechslungen ohne das übliche Abklatschen erfolgen, Rudelbildungen und Spucken vermieden werden. Das Einlaufen der Mannschaften soll zeitversetzt stattfinden. Bei den Spielen gebe es keine Einlaufkinder, keine Maskottchen, kein Handshake bei der Platzwahl und keine Team-Fotos.

In dem internen DFL-Papier werde weiter festgelegt, dass auf der Ersatzbank alle Personen eine Maske tragen müssen, nur jeder zweite oder dritte Platz solle besetzt werden. „Der Trainer darf den Nasen-Mund-Schutz zum Rufen von Anweisungen abnehmen, sofern er einen Mindestabstand von 1,50 Meter von allen anderen Personen einhält“, wird aus dem Schreiben zitiert.. Der Aufenthalt in den Kabinen sei „auf ein notwendiges Minimum zu beschränken“ - laut DFL-Papier „30 bis 40 Minuten“ für den einzelnen Spieler.

Bundesliga/Corona: Arzt fordert besondere Regeln - Mundschutz während des Spiels denkbar?

Update vom 8. Mai, 19.56 Uhr: In acht Tagen geht die Bundesliga wieder los und auch die 3. Liga öffnet wohl bald wieder ihre Tore. Nachdem die Entscheidung der DFL zum Liganeustart hohe Wellen geschlagen hatte, wartet ein Vereinsarzt nun mit kuriosen Corona-Regeln auf. 

Nun ist ein Mindestabstand während eines Fußballspiels ja ohnehin nur äußerst schwer einzuhalten und auch schlicht nicht umsetzbar. Hoffenheims Mannschaftsarzt Dr. Thomas Frölich möchte aber zumindest unnötige Spieleranhäufungen vermeiden. Daher sollten die Regeln seiner Meinung nach angepasst werden.

Der „Sportärztezeitung“ sagte der 61-Jährige: „Es könnten zum Beispiel aus Eckbällen Einwürfe werden, Elfmeter werden ohne Nachschussmöglichkeit ausgeführt, Freistöße nur indirekt, und die Schiedsrichter sollten relativ kleinlich Körperkontakt als Foulspiel abpfeifen, um nur einige Beispiele zu nennen.“ Denn damit nicht genug - der Mediziner hält sogar das Tragen eines Mundschutzes für denkbar. 

„Chirurgen oder Fließband-Arbeiter müssen unter Umständen auch stundenlang unter solchen Bedingungen arbeiten. Da kann der Fußball für andere Sportarten als gutes Beispiel vorangehen“, sagte Frölich der Bild.

Corona-Krise: FIFA beschließt neue Regeln - ab sofort kein Videobeweis in der Bundesliga?

Update vom 8. Mai, 16,10 Uhr: Mehrere Partien pro Woche, und das möglicherweise auch noch im Hochsommer - aufgrund der zu erwartenden hohen Belastungen für Spieler in der Corona-Krise ist eine jahrzehntelange Grundregel des Fußballs vorübergehend gekippt worden. 

Wie die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) und der Weltverband FIFA am Freitag mitteilten, sind künftig fünf statt drei Auswechslungen pro Spiel erlaubt. Auch in der Bundesliga und der 2. Liga, die am 16. Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen, könnte die neue Regelung bald angewendet werden.

„Diese sofortige vorübergehende Änderung wurde eingeführt, da ein dicht gedrängter Kalender und Spiele bei mitunter großer Hitze drohen, was sich beides auf das Wohl der Spieler auswirken könnte“, teilte die FIFA, die den Vorschlag beim IFAB eingereicht hatte, am Freitag mit. Zuvor hatten die Regelhüter grünes Licht erteilt. Das neue Wechselkontingent kann ab sofort in allen Wettbewerben, die bis zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen werden, angewendet werden.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Regeländerung schon zuvor in Erwägung gezogen. „Falls diese Regel seitens der FIFA entschieden wird, werden die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga kurzfristig über eine zeitlich befristete Übernahme dieser Regelung entscheiden“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Donnerstag.

Eine verbindliche Vorgabe ist die Regeländerung aber nicht, wie die FIFA klarstellte. Es liege im Ermessen der Ligen und Verbände, ob sie diese umsetzen oder nicht. Erst zu einem späteren Zeitpunkt soll entschieden werden, ob die Reform noch auf das kommende Jahr ausgeweitet wird.

Auch beim Einsatz der Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) sind nun Änderungen erlaubt. So können Organisatoren von Wettbewerben, bei denen das VAR-System eingesetzt wurde, nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach freiem Ermessen auf dessen Einsatz verzichten. Geschieht dies jedoch nicht, gelten weiterhin alle bisherigen Bestimmungen.

In der Bundesliga mittlerweile ein gewohntes Bild. Schiedsrichter Marco Fritz schaut sich eine Szene auf einem Bildschirm an der Seitenlinie an. Nun könnte der VAR aus den Stadien verschwinden.

Bundesliga/Corona: Subotic wettert gegen Neustart - „Egal wann, es wird zu früh sein“ 

Update vom 8. Mai, 14.35 Uhr:  Neven Subotic hat sich skeptisch zum Saison-Neustart der Bundesliga geäußert. „Ich bin kritisch, wie das alles gemanagt wurde, aber verstehe, dass es für alle eine schwierige Situation ist“, sagte der Verteidiger des 1. FC Union Berlin im britischen Sender BBC. Die Liga habe unter den gegebenen Umständen der Coronavirus-Krise das Beste gemacht, sei aber sehr entschieden in eine Richtung vorgegangen. „Der finanzielle Aspekt wurde hervorgehoben“, sagte der für gesellschaftskritische Ansichten bekannte 31-Jährige.

Eine mögliche Ansteckungsgefahr mit Covid-19 für die Profis bei den nun anstehenden Geisterspielen bezeichnete Subotic als heikel: „Ganz egal wann wir starten, es wird zu früh sein“, sagt der frühere Dortmunder. Man müsse „ohne Verluste“ durch die Saison kommen. Richtige Freude werde sich bei ihm erst wieder einstellen, wenn wieder vor Zuschauern gespielt werden könne. „Das ist mein Ziel. Ich weiß nicht, wann es so weit sein wird, aber das ist meine Motivation.“

Neven Subotic steht dem bevorstehenden Neustart der Bundesliga kritisch gegenüber.

Subotic konnte mit seinen Kollegen von Union Berlin am Freitag nach der Erlaubnis durch den Berliner Senat erstmals wieder ein komplettes Teamtraining bestreiten. Am Samstag reist der Aufsteiger zum vorgeschriebenen einwöchigen Quarantäne-Trainingslager ins niedersächsische Barsinghausen. Am 17. Mai setzt Union mit dem Heimspiel gegen den FC Bayern München die Bundesliga-Saison fort.

Bundesliga/Coronavirus: Mehrheit der deutschen gegen Fortsetzung der Krise

Update vom 7. Mai, 20.39 Uhr: Am 16. Mai wird in Deutschland wieder Profi-Fußball gespielt. Dieser Entschluss steht, der Spielplan der Bundesliga* nimmt sogar darüber hinaus schon konkrete Formen an. 

Doch was hält eigentlich die Bevölkerung von der Wiederaufnahme des Spielbetriebs*? Die Mehrheit offenbar wenig. Zwei represantive Umfragen zeichnen ein deutliches Stimmungsbild

Der „ARD-Deutschlandtrend“ hatte infratest-dimap beauftragt und die Ergebnise fielen eindeutig aus. Nur 36 Prozent der befragten heißen die Fortsetzung während der Corona-Krise gut, exakt die Hälfte spricht sich strikt dagegen aus

Noch negativere Zahlen erhielt eine Forsa-Umfrage von RTL und NTV. Sogar 57 Prozent sind gegen den Re-Start, nur 32 Prozent dafür. Hätte man also die Bürger entscheiden lassen, läge der Fußball noch auf Eis. 

Nach positiven Corona-Tests: Köln-Profi erhebt schwere Vorwürfe - Wiederaufnahme der Liga wäre „naiv“

Update vom 6. Mai, 21.23 Uhr: Das wird Birger Verstraete gar nicht gefallen: Die Politik gab grünes Licht und kurz darauf war der Termin für den Bundesliga-Neustart schon von der DFL festgelegt. 

Update vom 4. Mai, 16.57 Uhr: Ein Profi von Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Klub am Montag mit. Der Spieler, dessen Namen Dynamo nicht nannte, wurde am Samstag getestet und befindet sich seit Sonntagmorgen in häuslicher Quarantäne.

„Wir haben uns seit Wiederaufnahme des Kleingruppentrainings mit enormem Aufwand an das vorgegebene Hygienekonzept gehalten. Aber es kann trotzdem niemanden wirklichen überraschen, dass es auch im Profi-Fußball Menschen gibt, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben“, sagte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge.

Derweil sorgt ein unfassbares Video von einem Bundesliga-Star für Aufsehen. Die Hygieneregeln werden ignoriert und Gehaltsverzichte offenbar nicht toleriert.

Update vom 3. Mai, 10:41 Uhr: Beim 1. FC Köln sind zwei Spieler und ein Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Klub beteuert, dass die Anweisung des Gesundheitsamts befolgt wurde und die betroffenen Personen sich in Quarantäne begaben. Doch zur Isolation wäre es laut einem Profi beinahe gar nicht gekommen. „Wir sollten vorerst nicht unter Quarantäne gestellt werden, und das ist ein bisschen bizarr“, sagte Birger Verstraete dem belgischen TV-Sender VTM.

Corona-Tests: Birger Verstraete kritisiert Maßnahmen des 1. FC Köln

Der 26-Jährige, der seit Juli 2019 in Köln spielt, wundert sich, dass nur die drei positiv Getesteten in Quarantäne mussten. „Der Physiotherapeut ist der Mann, der mich und andere Spieler wochenlang behandelt hat. Und mit einem der beiden fraglichen Spieler habe ich am Donnerstag im Fitnessstudio ein Duo gebildet“, sagt Verstraete in dem Interview, über das Het Laatste Nieuws berichtet.

Daher befürchtet er weitere Ansteckungen mit Sars-CoV-2. Der Belgier bezeichnete eine schnelle Wiederaufnahme der Bundesliga-Saison als „naiv“, ihm selbst sei nicht nach spielen zumute.

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Er denkt dabei auch an seine Freundin Zoé Timmermans, die Herzpatientin ist. Fußball sei „nicht das Wichtigste“. Für ihn gilt: „Erst Gesundheit, dann Fußball“.

Nach positiven Corona-Tests bei Köln: Verein verteidigt Fortsetzung des Trainings

Update vom 2. Mai, 14.15 Uhr: Nach der deutlichen Kritik von SPD-Mann Karl Lauterbach für das Konzept der Coronatests in der Bundesliga reagierte der Geschäftsführer des 1. FC Köln Alexander Wehrle mit einem Statement gegenüber der Bild. Laut Wehrle bestätigte das Gesundheitsamt am Samstag, „dass nur die drei betroffenen Personen in Quarantäne müssen. Sie wurden nach umfassenden Untersuchungen des Gesundheitsamtes nicht als Kontaktperson 1 identifiziert. Das bedeutet, dass alle anderen Spieler normal am Trainingsbetrieb teilnehmen dürfen.“ Lauterbach hatte zuvor bemängelt, dass der Rest der Mannschaft normal weiter trainierten

Coronafälle in der Bundesliga: Kölner Mannschaftsarzt reagiert auf die Kritik 

Auch Kölns Mannschaftsarzt Dr. Paul Klein stellte auf der Homepage des FC klar, dass der Verein hier „keine Sonderregelung“ bekomme. „Es stimmt nicht, dass bei einem vergleichbaren Fall in einer anderen Branche per se alle in Quarantäne müssten. Es gibt eindeutige Vorgaben des Robert-Koch-Instituts zum Umgang mit Kontaktpersonen von Infizierten, die man auf dessen Seite auch nachlesen kann“ meint Dr. Klein. „Die so genannte häusliche Absonderung ist nur für Personen der Kategorie 1 vorgesehen. Nicht wir, sondern das Gesundheitsamt bewertet, auf wen dies zutrifft.“

Update vom 2. Mai, 9.10 Uhr: Nach Informationen der Bild sollen unter den drei Corona-Infizierten vom Bundesligisten 1. FC Köln zwei Spieler sein, hinzu soll sich ein Physiotherapeut angesteckt haben. Die drei Personen sollen jedoch nach Informationen des Blattes in einer Trainingsgruppe gewesen sein. 

Bundesliga: Drei positive Corona-Tests in Köln - SPD-Politiker wütet

Das Geißbockheim diente in letzter Zeit als Praxis für Corona-Tests, zwei Mitarbeiter eines Labors machten hier Abstriche von Mitarbeitern, wobei insgesamt 60 Personen getestet wurden. Der FC wollte sich direkt um Anschluß nicht äußern, meldete sich jedoch per Pressemitteilung, auf der eine 14-tägige Quarantäne für die drei Betroffenen angekündigt wurde.

Kölns Geschäftsführer Sport Horst Heldt stellte sich klar auf die Seite von seinen Schützlingen und meinte, „Die Gesundheit und die Privatsphäre unserer Spieler und Mitarbeiter hat Vorrang vor allen anderen Überlegungen“. Man müsse jetzt individuelle Lösungen finden. Nach Vereins-Angaben sind die drei Infizierten symptomfrei.

SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich zu dem Fall und prangerte an, dass der Rest des Teams trotz des Kontakts zu den Infizierten weiter trainiert. Seiner Meinung nach sei dies höchst unverantwortlich. Das „Konzept floppt“ seiner Meinung nach und „ist kein Vorbild“.

Update vom 1. Mai, 20.42 Uhr: Bei den Coronatests, welche die Deutsche Fußball Liga (DFL) momentan bei den 36 Erst- und Zweitligisten durchführt, wurden drei Personen beim 1. FC Köln positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Das teilte der Verein am Freitagabend mit. Zu diesem Zeitpunkt noch unklar ist, um wem es sich bei den Infizierten handelt. Die Tests wurden bei Spielern, Mitgliedern des Trainerstabs und Betreuern vorgenommen. 

Bundesliga-Fortsetzung: Drei positive Corona-Tests beim FC Köln

Es bleibt abzuwarten, was diese drei positiven Tests für die geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs bedeuten. Der Trainingsbetrieb beim FC Köln könne aber aufgrund der seit Anfang April praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen wie geplant in Gruppen weiterlaufen.

Die regelmäßigen Tests von Spielern und Vereinsverantwortlichen sind eine Voraussetzung für den Wiederbeginn der Bundesliga. Die meisten Teams planen für die kommende Woche den Einstieg ins Teamtraining. 

Frankreich-Präsident Macron fordert Bundesliga-Abbruch? Kanzlerin Merkel äußert sich verblüfft

Update vom 30. April, 18.06 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wolle seine europäischen Amts-Kollegen nach dem Abbruch der Ligue 1* überzeugen, es gleich zu tun, titelte „Le Parisien“ am Dienstag. Für viele Fans in Deutschland ein Affront. 

Bundesliga in der Corona-Krise: Frankreich-Präsident Macron fordert angeblich Abbruch in Deutschland

Doch wie reagiert die Politik hierzulande? Eine Entscheidung bezüglich der Bundesliga-Fortsetzung* wurde schließlich noch nicht gefällt. Angela Merkel sprach nun über die Corona-Krise* und wurde auch zur angeblichen Forderung aus Frankreich befragt. 

Nein, davon habe ich überhaupt nichts gehört“, widerspricht sie der Meldung vom Appell ihres Kollegen, „ich habe zwar regelmäßig Kontakt mit dem französischen Präsidenten, aber davon habe ich nichts gehört.“ Ganz so wichtig, dass er es häufig erwähnen müsse, scheint Emmanuel Macron die Bundesliga* also wohl nicht zu sein. Außerdem darf man ohnehin davon ausgehen, dass die deutschen Politiker eine unabhängige Entscheidung treffen werden.

Seifert will nach Corona-Krise Profifußball umkrempeln - DFL-Chef fordert historische Einschränkungen

Update von 18:44 Uhr: Die Frage, ob es mit der Bundesliga* weitergeht, ist noch nicht geklärt. Doch Christian Seifert denkt schon Schritte weiter. Der DFL-Boss will den Profifußball nach der Corona-Krise umkrempeln. Dazu soll im Herbst eine neue Taskforce eingesetzt werden. „Wir brauchen jetzt auch eine Taskforce 'Zukunft Profifußball', die die Rahmenbedingungen definieren muss, unter denen wir künftig spielen wollen“, sagte Seifert in einem Interview der Frankfurter Allgemeine Zeitung (Mittwoch). Dies sei die einhellige Meinung des kompletten DFL-Präsidiums.

Deckelung von Beraterhonoraren: Seifert wurde bereits angefeindet

Dem 50-Jährigen schwebt dabei auch eine Gehaltsobergrenze für Spieler vor. Noch sei ein Salary Cap mit EU-Recht nicht konform, doch: „Sollten neue Signale seitens der Politik gesendet werden, gebe ich Ihnen Brief und Siegel, dass UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zur EU fährt und dort sagt: Lasst uns über Salary Caps, über die Begrenzungen von Ablösesummen und Beraterhonoraren sprechen. Und ich bin der Erste, der ihn begleitet“, sagte Seifert der FAZ weiter.

„Sicher ist auch, dass der Widerstand groß sein wird und auch Berater aus Deutschland sofort antreten würden, diesen Plan anzufechten“, so Seifert. Er sei als Mitglied des sogenannten FIFA Professional Football Stakeholders Committee schon angeschrieben und mit einer persönlichen Klage bedroht worden, falls er in diesem Gremium für eine Begrenzung der Beraterhonorare stimmen würde - „unterzeichnet übrigens von sehr prominenten Spielerberatern“.

Fällt 50+1 wegen Corona? BVB-Chef malt düsteres Szenario an die Wand

Update von 13.01 Uhr: Hans-Joachim Watzke sieht große Gefahren auf den Profifußball in Deutschland zukommen, sollte die Saison angesichts der Corona-Krise abgebrochen werden müssen. In diesem Fall "wird das zur großen Stunde der 50+1-Kritiker, die dann alles versuchen werden, um den deutschen Fußball auch nach angelsächsischem Vorbild zu organisieren. Diese Entwicklung kann man schon riechen", sagte der BVB-Geschäftsführer gegenüber der FAZ.

Bei Borussia Dortmund würden seit Jahren Leute anrufen, "die viele Hundert Millionen Euro zahlen wollen, wenn wir denn nur die 50+1-Regel abschaffen - damit sie dann die Mehrheit übernehmen können". Für die Borussia sei "das komplett ausgeschlossen. Aber je mehr Vereine unter existenziellen Druck kommen, desto eher wird das passieren", so Watzke.

Dortmunds umstrittener Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sprach sich deutlich pro Neustart der Bundesliga aus.

Im Augenblick gehe es aktuell ausschließlich um Existenzsicherung, nicht um Gewinnmaximierung. Watzke: "Über Gewinne werden viele Klubs in der Bundesliga in den nächsten Jahren nicht mehr reden." Es werde in der Krise aber auch darum gehen, "dass wir den Charakter unseres Sports erhalten, der in Deutschland aller Kritik zum Trotz immer noch viel volksnäher ist als in den anderen großen Ligen Europas", betonte der Chef von Borussia Dortmund.

Sollte der Profifußball in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nicht ein Zeichen für die Gesellschaft setzen und die Einnahmen des ersten Spieltags an Einrichtungen spenden könnte, die Kinder betreuen, da sie von der Krise besonders hart betroffen sind, wollte Watzke noch nicht abschließend kommentieren. "Darüber können wir erst reden, wenn wir die Krise überstanden haben. Profiklubs werden in den kommenden Jahren horrende Verluste schreiben, 16 von 18 Klubs sind schon jetzt auf Kurzarbeit. Es gibt nichts mehr zu verteilen", sagte er.

Selbst beim BVB gehe die Krise "richtig an die Substanz". "Doch wenn wir irgendwann wieder mit Zuschauern spielen können und Stabilität erreichen, bin ich für solche Vorschläge nicht nur absolut offen", meinte Watzke, "dann wird es noch mehr in diese Richtung gehen müssen." Im Internet stößt der Vorstoß des BVB-Geschäftsführers jedoch auf heftigen Gegenwind. Viele Menschen sind der Meinung, dass ein notwendiges Gesundsparen des aus dem Ruder geratenen Profigeschäfts durchaus wieder in die richtige Bahn bringen könnte. Hier einer von zahlreichen Twitter-Reaktionen zu dem polarisierenden Thema:

Bundesliga trotz Corona? Virologe warnt - und nennt alarmierendes Beispiel

Update vom 27. April: Virologe Professor Uwe G. Liebert aus Leipzig sieht die geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga kritisch. „Wir wissen zum einen noch nichts über die Langzeitfolgen einer Erkrankung mit Covid-19“, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Leipzig der Mitteldeutschen Zeitung. Er verwies auf einen 31-jährigen Verstorbenen, der zu keiner Risikogruppe zählte und keine Vorerkrankungen hatte. „Es ist möglich, auch in jungen Jahren an dem Virus schwer zu erkranken oder zu sterben“, sagte Liebert.

Er hält das DFL-Konzept mit Geisterspielen für bedenklich: „Eine Infektion kann man erst nach 48 Stunden Minimum nachweisen“, erklärte er. Auch die geplanten Maßnahmen zur gezielten Quarantäne, falls ein Spieler angesteckt wurde, hält er für nicht durchsetzbar. „Aus meiner Sicht sind alle mit einem Fußballer in Kontakt stehenden Menschen Kontakte ersten Grades“, weil sie den Richtlinien des Robert Koch-Instituts entsprechend mehr als 15-minütigen nahen Kontakt haben. „Daher müssten alle in Quarantäne, möglicherweise auch das gegnerische Team.“

Der Virologe plädiert deshalb dafür, die Rückkehr-Pläne auf Eis zu legen und abzuwarten, wie sich die Infektionsdynamik nach der Lockerung der Kontaktsperre-Maßnahmen entwickelt. „Vorher rate ich dringend davor ab, in irgendeine Offensive zu gehen“, sagte Liebert. Drittligist Waldhof Mannheim fordert einen vorzeitigen Abbruch der Saison - unter anderem auch wegen eines Corona-Todesfalles im Vereinsumfeld.

Pokalfinale doch vor Zuschauern? DFB-Präsident mit zweideutigen Aussagen

Update vom 25. April, 11.28 Uhr: Wie geht es in Deutschland mit dem Fußball weiter? In den vergangenen Tagen gab es einige Konferenzen und Diskussionen. Nun wartet alles gespannt auf den 30. April - dann tritt die Bundesregierung zusammen und bespricht das weitere Vorgehen. 

In Frankreich ist währenddessen ein Fußball-Profi so schwer erkrankt, dass er ins künstliche Corona-Koma versetzt werden musste.

Update, 14.05 Uhr: Der DFB hat eine weitere Entscheidung mitgeteilt - und zwar, dass es noch keine Entscheidung zur 3. Liga gibt. Damit bleibt weiter offen, ob, wann und wenn ja, wie die Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse fortgesetzt werden kann.

Der Deutsche Fußball-Bund plant die Einberufung eines Außerordentlichen Bundestages. Das teilte der Verband nach einer Präsidiumssitzung an diesem Freitag mit.

Nur auf einem außerordentlichen Bundestag kann über einen Abbruch entschieden werden, hieß es weiter. Wann dieser Bundestag - vermutlich virtuell - stattfinden soll, steht übrigens auch noch nicht fest.

Corona in Fußball-Deutschland: DFB-Pokal-Finale wird verlegt

Update, 13.15 Uhr: Wegen der Corona-Krise* ist nun auch das ursprünglich für 23. Mai geplante DFB-Pokal-Finale bis auf Weiteres verschoben - wie zu erwarten.

Die ursprünglich für den 21. und 22. April angesetzten Halbfinal-Begegnungen waren bereits Ende März verschoben worden. Ersatztermine gibt es wegen des unsicheren Verlaufs der Coronavirus-Pandemie* und der damit zusammenhängenden Ausgangsbeschränkungen noch nicht.

DFB-Präsident: der Südbadener Fritz Keller.

„Gerade das DFB-Pokalfinale als glanzvoller Schluss- und Höhepunkt einer jeden Saison lebt von der einzigartigen Stimmung im Stadion und vom Flair in Berlin, und beides wird durch die Fans vor Ort entscheidend geprägt“, erklärte DFB-Präsident Fritz Keller: „Insofern ist es überaus bedauerlich, dass auch dieses besondere Spiel aller Voraussicht nach ohne Zuschauer im Stadion stattfinden muss, wobei wir selbstverständlich zunächst die generellen behördlichen Entscheidungen und Vorgaben abzuwarten haben.“

3. Liga/Corona: Regionalligisten werben offensiv für zweigleisige Dritte Liga

Update vom 24. April, 13 Uhr: Angesichts der unsicheren Zukunft der 3. Liga wittern nun manche Regionalliga-Klubs offenbar ihre Chance, auf eine vollumfängliche Rückkehr in den deutschen Profi-Fußball - durch ein zweigleisiges Modell unterhalb der 2. Bundesliga.

Konkret: Der frühere Fußball-Bundesligist Rot-Weiss Essen plädiert mit einigen anderen Vereinen für die Einführung einer zweigleisigen Dritten Liga - und lässt sich dazu nun sogar rechtlich beraten. „Für all das, was ab jetzt passiert, werden wir uns juristischen Beistand holen“, sagte Geschäftsführer Marcus Uhlig der Deutschen Presse-Agentur.

Essen ist aktuell Tabellen-Dritter und würde wegen des Verzichts des SV Rödinghausen bei Fortsetzung der Saison mit dem SC Verl um die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation spielen. „Es kann nicht sein, dass der Verband Verl zum Meister kürt und wir bekommen gar nichts“, sagte Uhlig: „Wir haben eine sportlich und finanziell aussichtsreiche Position. Für uns geht es um bis zu 2,5 Millionen. Da müssen verbandsseitig Lösungen zu irgendeiner Art von Kompensation gefunden werden.“

Für eine mögliche zweigleisige 3. Liga hat der Süd-Regionalligist SV Elversberg bereits ein Konzept entworfen, das der dpa vorliegt. Die aktuelle Situation sei „eine vielleicht einmalige Chance, gleichzeitig die bestehenden strukturellen Problemstellungen der aktuellen Spielklassenstrukturen zu beseitigen“, heißt es darin. Aktuell steigen immer noch nicht alle Regionalliga-Meister auf.

„Eine zweigleisige 3. Liga wäre gut finanzierbar“, sagte Uhlig: „Es gibt mehr Derby, höhere Einnahme-Potenziale bei den Zuschauern und weniger Reisekosten. Da kann man nicht mit einem Handstrich sagen, wir machen das nicht.“ Der DFB hatte in der vergangenen Woche bereits erklärt, eine zweigleisige 3. Liga sei „weiterhin kein Thema“.

Wie geht es in Corona-Zeiten mit der 3. Liga weiter? Video-Schalte beim DFB

Erstmeldung vom 24. April: Am Donnerstag, 23. April, stellte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert das Konzept zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga* vor. Am Freitag, 24. April, wird nun beraten, wie es in der 3. Liga sowie im DFB-Pokal* weitergehen soll. Das diskutiert das DFB-Präsidium in einer Videoschalte.

Im Pokal stehen noch die Halbfinal-Partien zwischen dem FC Bayern München* und Eintracht Frankfurt sowie dem 1. FC Saarbrücken und Bayer Leverkusen aus, dazu das für ursprünglich 23. Mai geplante Endspiel in Berlin. In der 3. Liga fehlen noch elf Spieltage bis zum Saisonende.

Fortsetzung im DFB-Pokal: DFB-Präsidium berät in Frankfurt/Main

Acht Klubs haben in der Corona*-Krise öffentlich für einen Abbruch plädiert. Frühestens in der kommenden Woche soll es zu einer geheimen Abstimmung unter den Vereinen kommen, doch diese würde lediglich einem Meinungsbild dienen.

Ob in dieser Saison noch einmal gespielt werden kann, ist völlig offen. Nach Angaben des DFB würden die Klubs bei einem Abbruch rund 30 Millionen Euro verlieren. Der Verband würde gern weiterspielen lassen.

Neustart in der 3. Liga: Klubs droht bei Abbruch Verlust von 30 Millionen Euro

Es ist aber fraglich, ob das Infektionsrisiko wie bei den obersten beiden Profiligen reduziert werden könnte. DFL-Boss Seifert hatte für die 1. und 2. Bundesliga einen Corona-Maßnahmenkatalog mit Hygienerichtlinien erstellt. Erste Pläne für einen Saison-Neustart waren zuvor bereits durchgesickert.

Um Geld in die klamme Kasse zu kriegen, hat sich der FSV Zwickau etwas Besonderes einfallen lassen. Der Drittligist ruft eine virtuelle Zugfahrt durch die Geschichte des Vereins ins Leben. Fans können sich ein Zugticket in Höhe von 1,75 Euro sichern. Von jedem verkauften "Fahrschein" gehen 10 Cent an Zwickauer Kultureinrichtungen.

Im „ARD“ von Anne Will warnt eine Expertin vor einem großen Lockerungsfehler, während sich Wolfgang Kubicki Vorwürfe wegen einer flapsigen Aussage anhören muss.

Während sich DFL-Chef Christian Seifert zuversichtlich äußert, auf einen Bundesliga-Restart nach der Corona-Pause* gut vorbereitet zu sein, zeigt das Beispiel Dresden, wie dünn das Eis ist. Ein Kommentar von Sportredakteur Manuel Bonke.

mt/pm mit Material der dpa

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Rubriklistenbild: © dpa / Jan Woitas

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