Will wieder wichtig sein für Eintracht Frankfurt: Danny da Costa (r.).
+
Will wieder wichtig sein für Eintracht Frankfurt: Danny da Costa (r.).

SGE

Eintracht-Rückkehrer Danny da Costa: „Als sei ich nie weg gewesen“

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Danny da Costa erfährt im zweiten Anlauf bei Eintracht Frankfurt die Wertschätzung, die er bei Trainer Adi Hütter zuletzt arg vermisst hat. 

Frankfurt - Die Frage nach dem persönlichen Neuanfang moderierte der leutselige Danny da Costa ganz lässig und auch ein bisschen spitz weg. „Es ist ja nicht nur ein Neuanfang für mich. Ich bin nicht der Einzige, der einen neuen Trainer bekommen hat“, entgegnete der 28-Jährige, der nach einem halben Jahr Stippvisite beim Nachbarn Mainz 05 in den Schoß seines Stammvereins Eintracht Frankfurt zurückgekehrt ist. Gänzlich unverbindlich schob der Außenverteidiger nach: „Für jeden ist es jetzt neu, neuer Trainer, neue Herangehensweise. Man hat die Möglichkeit, viel dazu zu lernen. Ich freue mich auf die Zeit.“

Natürlich weiß der intelligente Fußballprofi, dass die Sache mit dem Neubeginn und dem neuen Trainer für ihn ganz besonders gilt, noch mehr als für alle anderen. Das hängt in erster und zweiter Linie mit seinem Verhältnis zum alten Trainer zusammen, das war nämlich nachhaltig gestört. So zerrüttet gar, dass der schnelle Flügelspieler im Winter nicht lange überlegen musste, als das Angebot kam, sich für ein halbes Jahr nach Mainz ausleihen zu lassen, um an der Herkulesaufgabe mitzuwirken, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.

Eintracht Frankfurt: Danny da Costa blühte bei Mainz 05 auf

In Frankfurt war der junge Familienvater von Ex-Coach Adi Hütter ungnädig aufs Abstellgleis geschoben worden, die Basis einer gedeihlichen Zusammenarbeit war komplett zerstört, denn das Hüttersche Vertrauenprinzip galt für fast alle Spieler – für Danny da Costa nicht. Weshalb? Eine Antwort suchte der sensible Spieler vergebens. Vielmehr zog er sich ins Schneckenhaus zurück und ergriff die Möglichkeit zur Flucht, dabei fühlte er sich in Frankfurt mit seiner kleinen Familie äußerst wohl.

Beim Nachbarn aus Mainz blühte da Costa förmlich auf, er avancierte zum Stammspieler und Leistungsträger, vor allen Dingen sorgte er – gemeinsam mit dem ebenfalls von Frankfurt nach Mainz entliehenen Dominik Kohr – für eine gewisse Stabilität und ein Fundament, das den Rheinhessen zuvor abging. Beide flößten den wankenden Mainzern Wehrhaftigkeit und taktische Disziplin ein, sie hatten ihren Anteil, dass die Nullfünfer eine herausragende Rückserie spielten und das kleine Wunder vom Bruchweg tatsächlich Realität wurde.

Eintracht Frankfurt: Danny da Costas Rückkehr stand immer fest

Während sich die neue Sportliche Führung der Eintracht dazu entschloss, Mittelfeldspieler Kohr weiterhin in der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt zu parken, stellte Manager Markus Krösche klar, dass da Costa auf jeden Fall nach Frankfurt zurückkommen werde. Beide kennen sich noch aus gemeinsamen Leverkusener Tage, Krösche als Co-Trainer von Roger Schmidt, da Costa als Spieler.

Krösche kontaktierte seinen früheren Schützling, und da Costa war in höchstem Maße erfreut. „Es ist ein schönes Zeichen, wenn der Sportvorstand anruft und sagt, dass ich erwünscht bin und man sich freut, wenn ich zurückkomme.“ Wertschätzung, die er lange vermisst hatte. „Was ich daraus mache, liegt an mir. Man muss gucken, wie es sich entwickelt.“ Da Costa, der in der zweiten Hälfte im Testspiel gegen Sandhausen die Kapitänsbinde trug, ist jedenfalls von den alten Kameraden aufgenommen worden, „als sei ich nie weggewesen.“

Aus Mainz bringt er die wiederentdeckte Freude am Spiel, Wettkampfpraxis und ordentlich Selbstvertrauen mit. „Jeder Spieler ist besser, wenn er im Rhythmus ist.“ Neuanfang hin oder her. (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema