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Eintracht Frankfurt: Alario auf dem Sprung – Kamada vor dem Absprung

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Von: Ingo Durstewitz

Lucas Alario
Lucas Alario jubelt. © Sascha Walther / Eibner-Pressefoto / Imago Images

Eintracht Frankfurt wirft das Personal-Roulette an: Stürmer kommt, Spielmacher will gehen, Durm nach Kaiserslautern, Weigl im Blickfeld.

Frankfurt – Das Personal-Roulette bei Eintracht Frankfurt nimmt Fahrt auf. Neben der aufsehenerregenden Verpflichtung von WM-Held Mario Götze am Dienstag geht die Rochade auf anderen Ebenen munter weiter – aber weit weniger spektakulär. Das ist ja auch logisch.

Klar ist, dass die Eintracht Erik Durm, noch so ein Weltmeister, aber mit weit weniger Strahlkraft und im Übrigen ohne Einsatz beim Titelgewinn 2014, abgegeben wird. Der Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern wird sich die Dienste des Außenverteidigers sichern. Durm kommt aus der Region, aus Pirmasens, nur eine gute halbe Stunde vom Betzenberg entfernt. Der 30-Jährige hat zwar noch ein Jahr Vertrag in Frankfurt, spielt aber keine Rolle in den Plänen von Eintracht-Trainer Oliver Glasner. Sehr wahrscheinlich wird der Bundesligist für das letzte Vertragsjahr sogar noch einen Teil des Gehalts übernehmen. Das war ohnehin üppig.

Eintracht Frankfurt: Lucas Alario vor Unterschrift

Zudem ist sicher, dass sich der Leverkusener Stürmer Lucas Alario der Eintracht anschließen wird. Informationen des „Kicker“ decken sich mit denen der FR. Zuletzt hatte die Eintracht versucht, die festgeschrieben Ablösesumme von 6,5 Millionen zu drücken. Nun haben sich die Parteien darauf verständigt, dass der Frankfurter Klub zunächst einen geringeren Sockelbetrag zahlen wird, der sich – entsprechend der Leistungen des Stürmers und dem Erfolg des Vereins – noch erhöhen kann. Oder eben nicht.

Mit dem 29-Jährigen aus Argentinien erhält Trainer Glasner seinen gewünschten Mittelstürmer, der sich in Konkurrenz zu Platzhirsch und Euro-Gigant Rafael Borré sowie Neuzugang Randal Kolo Muani befinden wird. Das könnte spannend werden. Mehr Klasse und Flexibilität scheint garantiert. Zwei Spitzen wahrscheinlich.

Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada will in die Premier League

Mittelfeld-Regisseur Daichi Kamada hingegen ist auf dem Absprung. Den Japaner zieht es auf die Insel, für Asiaten ist die Premier League das Nonplusultra. Der 25-Jährige hat noch ein Jahr Vertrag, entsprechend würde die Eintracht eine Ablöse einstreichen, die sich bei Kamada, vertraglich noch ein Jahr gebunden, im hohen einstelligen Millionen-Bereich bewegen dürfte. Fix ist da aber noch lange nichts. Kamada wäre aber nicht abgeneigt. Die Eintracht, zu bestimmten Konditionen, auch nicht.

Genauso wenig wie bei Julian Weigl, den Sechser von Benfica Lissabon, der die Portugiesen gerne verlassen würde. Die Eintracht hat den 26-Jährigen, vor zwei Jahren für 20 Millionen Euro von Dortmund nach Lissabon gewechselt, ins Visier genommen. Weigl würde gerne wechseln, auch um seine Chancen auf die Nationalmannschaft zu erhöhen. Der bis 2024 gebundene Mittelfeldspieler hat eine Ausstiegsklausel in Höhe von 100 Millionen Euro in seinem Kontrakt verankert. Das muss aber nichts bedeuten, Benfica hantiert gerne mit utopischen Ablösesummen: für den Ex-Frankfurter Luca Waldschmidt waren 88 Millionen veranschlagt – er wechselte schließlich für zwölf Millionen nach Wolfsburg. Doch selbst so eine Summe würde die Eintracht für Weigl nicht bezahlen. Bei einer angemessenen Zahlung wären die Hessen aber im Geschäft.

Zudem strebt die Eintracht, wenn möglich, eine Vertragsverlängerung mit Top-Verteidiger Evan Ndicka an. Zumal alles andere als sicher ist, dass Martin Hinteregger eine Zukunft in Frankfurt hat. Ndicka, 22, gilt zwar nach wie vor als Verkaufskandidat. Andererseits würde er mit einem langfristigen Vertrag im Rücken zum Beispiel in einem Jahr sehr viel mehr Geld bringen als jetzt, ein Jahr vor Vertragsende. Ausgang offen. (Ingo Durstewitz)

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