Auftrag ausgeführt, Tor erzielt: Rafael Borré. Foto: dpa
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Auftrag ausgeführt, Tor erzielt: Rafael Borré.

Frankfurt gegen Köln

Eintracht Frankfurt gegen Köln: Die Spieler in der Einzelkritik

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eine schwache Frankfurter Eintracht spielt erneut 1:1, dieses Mal gegen den 1. FC Köln. Die SGE ist nach acht Pflichtspielen ohne Sieg. Das Klassenbuch.

Frankfurt - Auch am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga verpasst Eintracht Frankfurt den ersten Sieg. Das Team von Trainer Oliver Glasner kommt gegen den 1. FC Köln nicht über ein Unentschieden hinaus. Das Klassenbuch verrät, wie sich die SGE-Spieler im Einzelnen geschlagen haben.

Gut dabei

Filip Kostic: Wenn was geht, dann über den schnellen Flügelmann. Wer sonst legt solche Sprints hin, legt so prima auf, wie er vor dem 1:1 (45+6). Selbst wenn er systembedingt viel weiter im Zentrum spielen muss und dadurch viel von seiner Gefährlichkeit am Flügel einbüßt.

Evan Ndicka: Wie die Bank von England. Stabil, sicher, dazu ein gutes Stellungsspiel, gut im Kopfball, Landsmann Modeste hatte er weitgehend abgemeldet.

Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Köln - Borré trifft, Hinteregger spielt solide

Ganz okay

Rafael Borré: Erzielte sein erstes Pflichtspieltor im achten Anlauf, das hat er gut gemacht, war nicht so einfach: direkt, mit der Innenseite, überlegt. Viel unterwegs, endlich nicht auf Rechtsaußen, sondern in der Sturmmitte. Nicht alles klappte. Ist für einen Mittelstürmer eigentlich zu schmächtig und klein.

Djibril Sow: Musste ständig Patzer seiner Mitspieler ausbügeln, war dann zur Stelle, lief vieles ab. Musste in manch harten Zweikampf, der für ihn schmerzhaft endete. Solide Vorstellung.

Martin Hinteregger: Hinten solide, ohne was anbrennen zu lassen. Hatte Pech mit seinem Schuss (69.), der direkt auf Torwart Horn ging. Etwas mehr links oder rechts, und der Kapitän wäre zum Matchwinner geworden.

Kristijan Jakic: Ein zerrissenes Trikot zeugte von seiner Einsatzbereitschaft, die ist allemal top. Ein bisschen fahrig am Ball, zu viele Fehlpässe, und einfach mit den Ball durchs Mittelfeld laufen, geht halt in der Bundesliga nicht. Trotzdem: ein Aktivposten.

Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Köln: Daichi Kamada kommt viel zu spät

So lala

Jens Petter Hauge: Hatte drei gute Szenen, lieferte den vorletzten Pass zum Ausgleich, dribbelte einmal halb Köln aus, initiierte einen Konter: das war’s. Daneben teilweise überfordert, und in den eigenen Strafraum dribbeln geht gar nicht

Daichi Kamada: Kam viel zu spät, konnte im zerfahrenen Spiel dann kaum Impulse mehr setzen. Man sieht sofort, dass er das Spiel versteht, besser als manche, die ihm vorgezogen wurden. Verpasste einmal per Kopf. Gehört zwingend in die Starelf.

Timothy Chandler: Überraschend als linker Verteidiger aufgeboten, hat er früher schon gespielt, im US-Team bei Klinsi. Weigerte sich beharrlich, seinen linken Fuß einzusetzen, spielte lieber kompliziert per Außenrist mit rechts. Biss sich rein, nimmermüdes Engagement, fußballerisch nicht gut. Hielt mit Turban durch, trotz Cut, der in der Pause genäht wurde.

Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Köln: Kevin Trapp mit einigen Fehlern

Schwächelnd

Kevin Trapp: Kaum geprüft, trotzdem ein Unsicherheitsfaktor. Hätte vielleicht vor dem 0:1 den Flugball abfangen können, ließ später einen harmlosen Duda-Schuss amateurhaft von der Brust abprallen und hatte, wie schon in Dortmund, Riesenglück, dass der VAR den Treffer wegen Abseits annullierte. Seltsame Chipbälle.

Jesper Lindström: Nicht bundesligatauglich, viel zu naiv, konnte sich nie durchsetzen. Verpennte einmal einen prima Diagonalball von Kostic. So nicht.

Danny da Costa: Kam früh für Durm, ihm gelang kaum etwas. Unsicher am Ball, ungenau im Passspiel, oft froh, die Kugel weghauen zu können. Zu schlampig beim Querpass unmittelbar vor dem Pausenpfiff.

Sam Lammers: Ganz schwache Partie. Gar nicht im Spiel, und wenn, dann versprangen ihm die Bälle. Ohne jede Torgefahr, ohne Bindung, umständlich, so reicht es nicht. Zu Recht ausgewechselt

Zu früh gegangen

Erik Durm: Musste nach einem brutal aussehenden Zusammenprall mit Kainz vom Platz, wirkte „dizzy“, wie Trainer Glasner sagte, schwindlig halt.

Zu spät gekommen

Stefan Ilsanker

(Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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