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Neuzugang der SGE im Check: „Die Eintracht bekommt einen echten Zehner“

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Ernst Tanner, Sportdirektor von Philadelphia Union, spricht über die Stärken und Schwächen des Neuzugangs von Eintracht Frankfurt Paxten Aaronson.

Frankfurt – Die Verpflichtung von Paxten Aaronson ist seit einigen Tagen unter Dach und Fach. Rund vier Millionen Euro soll Eintracht Frankfurt für den 19-jährigen US-Amerikaner an Philadelphia Union überwiesen haben. Einer, der maßgeblich an dem Transfer beteiligt war, ist Ernst Tanner, der deutsche Sportdirektor des MLS-Vizemeisters.

Soll in Frankfurt langsam reifen: US-Talent Paxten Aaronson.
Soll in Frankfurt langsam reifen: US-Talent Paxten Aaronson. © imago images/ZUMA Wire

Herr Tanner, viele Fans von Eintracht Frankfurt haben mit Freude auf den Transfers von Paxten Aaronson reagiert. Freuen sie sich zu Recht?

Absolut. Paxten ist ein außergewöhnlich talentierter Fußballer. Die Eintracht bekommt einen echten Zehner, der sich in den Räumen hinter den Spitzen sehr geschickt bewegt und Räume gut erkennt.

Was sind seine größten Stärken?

Er hat mit beiden Füßen einen richtig guten Abschluss. Seine stärkste Waffe ist aber sein Tempodribbling, damit kann er Abwehrreihen ordentlich aushebeln.

Aaronson stand in der abgelaufenen Saison bei Philadelphia Union nur zweimal in der Startelf. Das spricht nicht unbedingt für ihn.

Dass er so wenig Spielminuten hatte, lag einzig und allein an der Konkurrenz auf seiner Position. Daniel Gazdag hat dieses Jahr nicht nur mit Ungarn zweimal die Engländer besiegt, er hatte mit sensationellen 24 Treffern auch einen riesigen Anteil an unserer Vizemeisterschaft. Da gab es für Paxten kein Vorbeikommen. Wenn er reinkam, hat er aber immer für Betrieb gesorgt. Und bei seinen Einsätzen in der Zweiten Mannschaft hat er auch einige Scorer-Punkte gesammelt. Das passt schon alles, denn eines müssen Sie unbedingt bedenken.

Was denn?

Zur Person

Ernst Tanner , 56 Jahre alt, geboren im oberbayerischen Traunstein, wird ein besonderes Auge für Talente nachgesagt. Auf seinen Stationen beim TSV 1860 München, der TSG Hoffenheim und RB Salzburg entdeckte er Profis wie Kevin Volland (AS Monaco), Roberto Firmino (FC Liverpool) oder Konrad Laimer (RB Leipzig). Seit mehr als vier Jahren ist Tanner Sportdirektor bei Philadelphia Union. FR

Er ist gerade einmal 19 Jahre alt und erst am Anfang seiner Karriere.

Was fehlt ihm denn noch zum absoluten Durchbruch?

Wie viele Spieler in seinem Alter muss auch Paxten körperlich noch einiges zulegen. Und er muss das Arbeiten gegen den Ball und das Defensivverhalten in Umschaltmomenten noch verbessern. Da ist er bei Oliver Glasner aber in guten Händen. Das Wichtigste ist in meinen Augen, dass Paxten sich in allen Bereichen unbedingt verbessern will.

Hat den jungen Mittelfeldspieler entdeckt: Union-Manager Ernst Tanner.
Hat den jungen Mittelfeldspieler entdeckt: Union-Manager Ernst Tanner. © imago/GEPA pictures

Er hat also auch als Typ das Zeug für die Bundesliga?

Ja. Ein typischer Sonnyboy ist er nicht, er ist eher zurückhaltend. Aber er ist sehr klar und charakterstark. Er nimmt sich Kritik zu Herzen und will sich unbedingt weiterentwickeln.

Immer wieder werden auch Vergleiche gezogen mit seinem Bruder Brenden. Der ist drei Jahre älter, mit den USA bei der WM am Start und überzeugte nach starken Jahren bei RB Salzburg jetzt auch in der Premier League bei Leeds United. Wie sehen Sie das?

Brenden ist ein etwas anderer Spielertyp, er kommt er von der Achterposition. Da kommt ihm seine Malochermentalität zugute. Paxten hat fußballerisch sicherlich ein größeres Potenzial, das gilt es jetzt mit hartem Arbeiten zu kombinieren. Ich bin überzeugt, dass ihm das gelingen wird. (Interview: Jörg Runde)

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