Trainer Adi Hütter (Eintracht Frankfurt) - 1 Fussball Bundesliga Saison 2020-2021 Punktspiel RB Leipzig vs. Eintracht Fr
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Bleibt Adi Hütter bei der SGE?

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Kommentar: Was will Eintracht-Trainer Hütter?

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Sollte Adi Hütter nach der Saison Eintracht Frankfurt tatsächlich verlassen, hätte diese Trennung eine ganz andere Qualität als die von Niko Kovac. Ein Kommentar.

Es ist momentan schwer zu erklären, was sich in Frankfurt abspielt: Die Profis sind drauf und dran, mit dem erstmaligen Einzug in die Champions League Historisches zu schaffen, und der Architekt des Ganzen, der Trainer Adi Hütter, beschäftigt sich offensichtlich mit dem Gedanken, den Klub zu verlassen.

Zumindest eiert er rum, auch rund um den spektakulären 2:1-Triumph der Eintracht am Ostersamstag in Dortmund hatte sich der Fußballlehrer außerstande gesehen, ein eindeutiges Bekenntnis zu den Hessen abzugeben. Seit Tagen windet und schlängelt er sich an klaren Aussagen vorbei. Warum sagt er nicht klipp und klar, wie vor fünf Wochen, er bleibe definitiv in diesem Verein, bei dem er erst vor einem Jahr einen Kontrakt bis 2023 unterschrieben hat? Warum kann er sich bestenfalls zu einem „Treuebekenntnis light“ durchringen? Die Antwort ist simpel: Weil er es nicht weiß.

Adi Hütter findet bei Eintracht Frankfurt eine gemähte Wiese vor

Daran schließt sich die Frage an: Was bietet ihm ein neuer Klub, was ihm Eintracht Frankfurt nicht bieten kann? In Frankfurt findet er eine gemähte Wiese vor, die Königsklasse ist zum Greifen nahe, er hat eine intakte Mannschaft entwickelt. Was zieht einen dann fort? Sportlich bessere Perspektiven können es kaum sein, so viele andere Champions-League-Aspiranten gibt es nicht. Die Rahmenbedingungen haben sich ebenfalls nicht gravierend geändert, bei seinem Bekenntnis Ende Februar wusste er vom bevorstehen Abschied von Fredi Bobic. Schnurrt es wirklich darauf zusammen, dass er anderswo mehr Geld bekommt? Fällt der Sympathieträger wegen des schnöden Mammons um?

Verließe Adi Hütter am Saisonende tatsächlich den Verein, hätte diese Trennung noch einmal eine andere Qualität als etwa bei jener von Niko Kovac („Stand jetzt“). Vor fünf Wochen hatte sich Hütter verbindlich geäußert, diese Zusage wäre Makulatur geworden, das gegebene Wort zählte nicht mehr. Ginge Hütter, hätte er viele Beobachter – nicht nur in Frankfurt – menschlich enttäuscht.

Eintracht Frankfurt: Mannschaft ignoriert Gerüchte um Adi Hütter

Umso erstaunlicher, dass die Mannschaft das Geraune im Hintergrund völlig kalt lässt, sie ignoriert die Kulissenschieberei und ist komplett aufs große Ziel fokussiert. Wäre das Team labil oder anfällig, hätte es sich niemals zu einer solchen Willensleistung wie gegen Dortmund aufraffen können. Die Mannschaft hat eine mentale Stärke von innen heraus entwickelt, die sich von Störfeuern nicht blenden lässt, sie funktioniert - ob mit oder ohne Hütter. Um diese Mannschaft muss man sich trotz selbst geschaffener Unruhen keine Sorgen machen. (Thomas Kilchenstein)

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