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Das Stürmer-Paradoxon bei Eintracht Frankfurt: Borré trifft und bleibt weiter auf der Bank

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Von: Johannes Skiba

Beim Bundesliga-Auftakt von Eintracht Frankfurt glänzte Rafael Santos Borré mit einem Tor und einer Vorlage. Dennoch bleibt ihm erstmal nur der Platz auf der Bank.

Frankfurt – Ein Stürmer wird an seinen Toren gemessen. Die alte Fußball-Weisheit ist auch heute noch aktuell, spiegelt jedoch die Komplexität des modernen Stürmerspiels nicht vollends wider. Rafael Santos Borré von Eintracht Frankfurt ist beispielsweise ein Angreifer, der sich vor allem über seine Arbeit für die Mannschaft auszeichnet. Das heißt allerdings nicht, dass der Kolumbianer keine Torgefahr ausstrahlt. Beim Jahresauftakt der Bundesliga gegen Schalke 04 erzielte der 27-Jährige seinen zweiten Saisontreffer.

Der Kicker zitiert Sportvorstand Markus Krösche nach der Partie dementsprechend mit lobenden Worten: „Du bekommst im Fußball immer das zurück, was du investierst. Rafa hatte kein einfaches halbes Jahr, doch er ist voll motiviert wieder gekommen und hat auf seine Chance gelauert. Er hat hart dafür gearbeitet in der Vorbereitung. Das hat sich heute ausgezahlt.“

Frankfurt am Main, xjfx 21.01.2023 1.Bundesliga Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 v.l., Rafael Borre (Eintracht Frankf
Gegen Schalke 04 durfte Rafael Santos Borré endlich wieder in seiner gewohnten Pose für Eintracht Frankfurt jubeln. © Ferreira/imago

Lob von allen Seiten für Eintracht Frankfurts Borré

Auch Eintracht Frankfurt-Trainer Oliver Glasner zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Europa League-Helden. Trotz der vielen positiven Worte für Borrés Vorbereitung und die Leistung zum Jahresauftakt gegen Schalke, reicht es in dieser Spielzeit für Borré nur selten zu einem Platz in der Startelf. Randal Kolo Muani ist der Shootingstar in Deutschlands Oberhaus und steht in der Stürmer-Rangfolge zurecht vor allen anderen.

Somit wird die Situation von Rafael Santos Borré bei der SGE zu einem Stürmer-Paradoxon. Der Kolumbianer ackert für das Team, bereitet Tore vor, trifft selber und bleibt dennoch auf der Bank. Selbst Oliver Glasner meinte nach dem Spiel, der Angreifer „hätte es sich verdient, in der Startelf zu stehen“. Borré zeigt sich indes unbeeindruckt – von allen mutmaßlichen Baustellen um seine Person: Die Spekulationen, um seine Unzufriedenheit, eine mögliche Rückkehr zu River Plate nach Buenos Aires oder die Konkurrenzsituation mit Kolo Muani. Der Kolumbianer verrichtet stattdessen lieber seine Arbeit und lässt seine Leistung sprechen.

Luxus-Problem im Sturm von Eintracht Frankfurt ist ein Segen

Der große Profiteur diese Situation und der scheinbar bedingungslosen Professionalität von Borré ist Eintracht Frankfurt. Noch spielt die SGE in drei Wettbewerben mit. Dazu steckt eine WM in den Knochen von Kolo Muani, der früher oder später eine kleine Pause benötigen wird. Für Oliver Glasner ist es ein Segen, dass der Kader der SGE mittlerweile sowohl quantitativ als auch qualitativ derart gut besetzt ist. Die Eintracht scheint gut gerüstet zu sein und wird die kommenden Aufgaben zusammen mit Rafael Santos Borré angehen können – unabhängig davon, ob der Südamerikaner auf der Bank oder auf dem Platz startet. (jsk)

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