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Eintracht Frankfurt: Die Frauen legen vor

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Von: Katja Sturm

Der Druck muss raus: Laura Freigang feiert ihr Tor zum 2:0.
Der Druck muss raus: Laura Freigang feiert ihr Tor zum 2:0. © Harald Bremes/Jan Huebner

Fußballerinnen qualifizieren sich durch 4:0 gegen Werder Bremen als Dritte für die Champions League, weil er FC Bayern gegen Potsdam hilft.

Zwei Minuten vor dem Abpfiff, die Ersatzspielerinnen tanzten bereits an der Seitenlinie und der gesamte Betreuerstab stand, da musste Niko Arnautis sich noch mal kurz auf die Bank setzen. Zu viel schoss dem Cheftrainer der Bundesliga-Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt in diesen Momenten durch den Kopf, „ich konnte keinen klaren Gedanken fassen“, verriet der 42-Jährige später. Kurz darauf dominierte aber nur noch absolutes Glücksgefühl.

Mit einem 4:0 (1:0)-Erfolg über Werder Bremen sind die Hessinnen am letzten Spieltag der Saison an Turbine Potsdam vorbei auf den dritten Platz gezogen und haben sich das letzte Ticket für die Champions League gesichert. „Ich bin total baff und kann es noch nicht richtig fassen“, stöhnte Kapitänin Laura Freigang. Mit ihrem zweiten Treffer in der 87. Minute nach dem ersten eine halbe Stunde zuvor hatte die 24-Jährige vollendet, was an diesem Nachmittag im Stadion am Brentanobad mit dem Führungstor von Nicole Anyomi in der elften Minute begann. Sjoeke Nüsken (62.) sorgte für das 3:0.

„Ein Festtag für Eintracht Frankfurt“, schwärmte Sportdirektor Siegfried Dietrich. 4520 Zuschauende und damit laut dem früheren FFC-Manager die höchste Zahl seit 2015 in der traditionsreichen Heimspielstätte füllten die Ränge. Im Vergleich zu früher, als der Vorgängerverein viermal den Titel in der Königsklasse holte, machten Eintracht-Fangesänge den Unterschied. Neben Adler Attila war auch die Führungsriege mit Vorstandssprecher Axel Hellmann, Sportvorstand Markus Krösche, Clubpräsident Peter Fischer und Männertrainer Oliver Glasner da. Vor dieser ungewohnten Kulisse „waren wir schon ein bisschen nervös“, gab Freigang zu.

Die Bayern, auf deren Schützenhilfe die SGE angewiesen war, machten es beim 5:0 gegen Potsdam besser. „Ich wollte eigentlich nicht wissen, wie es dort aussieht“, sagte Arnautis. Doch als Co-Trainer Christos seinem Bruder verriet, dass es beim Zweiten im Süden zur Pause bereits 4:0 stand, gab er diese Info an die eigene Mannschaft weiter. Das löste die letzten Fesseln.

„Die Mannschaft hat sich das wirklich verdient“, lobte Dietrich nach der Jubelorgie. „Sie hat eine tolle Entwicklung genommen.“ Für die Königsklasse hat Hellmann Auftritte in der WM-Arena im Stadtwald versprochen. „Die internationale Präsenz ermöglicht uns eine ganz andere Vermarktung“, erklärte Dietrich.

In der Finalphase hatten die Spielerinnen mentale Stärke bewiesen und mit einem 2:0-Auswärtssieg verhindert, dass die Brandenburgerinnen ihren Matchball verwandelten. „In wichtigen Spielen sind wir fast immer dagewesen“, resümierte Freigang. Bis auf Meister Wolfsburg konnte das Eintracht-Team alle Konkurrenten mindestens einmal schlagen.

„46 Punkte sind schon eine Hausnummer“, betonte Arnautis. Vor einem Jahr, bei der Premiere nach der Fusion mit der Eintracht, hatte der damalige Sechste die Saison mit 30 abgeschlossen. Ein Großteil der Mannschaft spielt schon länger zusammen. „Was wir jetzt erreicht haben, ist das Ergebnis von vier Jahren Arbeit“, sagte Freigang.

Die Party soll während der Woche einen weiteren Höhepunkt erreichen. Am Dienstag fliegen die Frauen nach Spanien, um den Eintracht-Männern, von denen sie selbst ein Motivationsvideo erhielten, am Mittwoch im Finale der Europa League gegen die Glasgow Rangers beizustehen. „Die Mädels werden aber auch noch über Sevilla hinaus weiterfeiern“, sagte Arnautis. „Und ich, ich feiere mit.“

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