Wird bei Eintracht Frankfurt in seine dritte Saison als Trainer gehen: Adi Hütter.
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Wird bei Eintracht Frankfurt in seine dritte Saison als Trainer gehen: Adi Hütter.

Transfer

Eintracht Frankfurt: Neue Möglichkeiten auf dem Transfermarkt?

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Die Corona-Zeit ist für Eintracht Frankfurt nicht nur Risiko, sondern auch eine große Chance – das Ziel bleibt, sich nach oben durchzuboxen.

  • Corona-Zeit auch eine große Chance für Eintracht Frankfurt
  • Ablösesummen auf dem Transfermarkt fallen
  • SGE will sich nach oben durchboxen

Frankfurt - Nun haben sie bei Eintracht Frankfurt ihre ausgezeichnete Arbeit der vergangenen Jahre auch von höchster Stelle noch einmal bescheinigt bekommen. „Sensationell“ sei das gewesen, eine „herausragende Leistung“. Wer gerade diese vielen, vielen Europafesttage vorausgesagt habe, „den konnte man ja nicht ernst nehmen. Unglaublich, was die Jungs geleistet haben, was Fredi Bobic aufgebaut hat.“ Gesprochen hat diese Lobrede ein angehender Assistenztrainer, bald zuständig für den jüngeren B-Jugend-Jahrgang beim hessischen Vorzeigefußballverein, was ihn freilich nicht in jene himmlische Umlaufbahn beförderte. Dorthin hatte sich der inzwischen 37-Jährige einst selbst geballert, als Kapitän und Knipser: Alex Meier, die zum Fußballgott aufgestiegene Eintracht-Ikone.

Eintracht Frankfurt: Kommende Monate eine große Chance

Dieser Alex Meier wird bekanntlich nach seinen Zwischenstopps an der Elbe und dem Südpazifik, in Hamburg und Sydney, alsbald wieder in die Stadt am Main zurückkehren und dort versuchen, Fußballtalente zu Profispielern auszubilden. Für einen ambitionierten Verein, dessen Premiumprodukt, die Bundesligatruppe von Trainer Adi Hütter, zwar in der am Samstag gegen den SC Paderborn noch zu beendenden Runde einigen Leistungsschwankungen unterworfen war. Für eben diese Eintracht, die ich wie alle anderen Profiklubs derzeit durchs undurchsichtige Corona-Gestrüpp kämpfen muss, sind die kommenden Monate aber nicht nur ein Risiko, sondern auch eine große Chance.

Vor einem Jahr hatte Axel Hellmann in einem ausführlichen Interview der Frankfurter Rundschau die positive Entwicklung der Eintracht im bundesweiten Vergleich geschildert. Der Vorstand sprach davon, dass sein Klub mittlerweile einige Vereine ökonomisch überholt habe; den Hamburger SV zum Beispiel, auch Werder Bremen, den VfB Stuttgart und den 1. FC Köln. „Und noch andere Klubs dieser Gewichtsklasse“, sagte Hellmann und fügte an: „Wir sind jetzt an der nächsten Kategorie dran, an Borussia Mönchengladbach und Schalke 04, wobei Schalke noch eine ganze Ecke vor uns ist. Aber wir haben den Abstand deutlich reduziert.“

Ein Jahr später sind die Hessen – um im sprachlichen Bild des Boxens zu bleiben – natürlich weiterhin nicht dazu in der Lage, dem einzigen Schwergewicht der Liga, dem FC Bayern, Paroli zu bieten. Auch für die mit einigem Abstand folgenden Cruisergewichtler aus Dortmund und Leipzig ist die hessische Brust zu schwach, ebenso wie für die Halbschwergewichtler aus Leverkusen und Mönchengladbach. Sehr wohl aber weiß sich die Eintracht in der Riege der Supermittelgewichtlern mittlerweile gekonnt zu behaupten.

Die Eintracht wird die Erstligasaison 2019/20 zwischen den Plätzen acht bis zehn abschließen, was sicherlich nicht die Frankfurter Traumvorstellung vor der Saison erfüllt, was im Gesamtkontext eines verlorenen Stürmertrios der Extraklasse, einer Flut an Pflichtspielen und der damit einhergehenden Formschwankungen bei allerlei Spielern aber akzeptabel ist.

Eintracht Frankfurt: Fürchten ist nicht nötig

Das von Hellmann aufgeführte Team aus Gladbach ist mit seiner wahrscheinlichen Teilnahme an der Champions League zwar weiter enteilt, ebenso muss in naher Zukunft die Entwicklung der investorengestützten Berliner genau beobachtet werden. Im Grunde hat die Eintracht aber eine durchwachsene Bundesligarunde gespielt und trotzdem noch einen soliden Mittelfeldplatz eingefahren. Fürchten müssen sich die Hessen also auch in der kommenden Spielzeit nicht vor den Konkurrenten ihrer Gewichtsklasse, vor den Schalkern, Wolfsburgern oder Hoffenheimern dieser Republik.

Zum einen zerfleischen sich die Königsblauen aus Gelsenkirchen auf allen Ebenen gerade höchstselbst (siehe Artikel Seite 20), zum anderen stagnieren Wolfsburg und Hoffenheim doch zunehmend. Die TSG hat zurzeit noch nicht mal einen Cheftrainer für die kommende Runde unter Vertrag. Kommt die Eintracht also wieder näher an ihr Limit, ist auch die Qualifikation für den Europacup wieder drin.

Die große Unbekannte stellt für alle Klubs momentan zweifelsohne die Corona-Pandemie dar. Zwar schafft der ausgehandelte TV-Vertrag, der den Klubs insgesamt 4,4 Milliarden Euro in vier Jahren einbringt, immerhin ein gewisse Sicherheit, offene, für die Etatplanungen wichtige Fragen aber bleiben. Springen Sponsoren ab? Dürfen Fans ins Stadion? Falls ja, wann geht es überhaupt los, am 11. September oder doch – wahrscheinlicher – erst am 18.September? Et cetera perge perge.

Eintracht Frankfurt: Personelle Verstärkungen gesucht

Die Eintracht wird ebenso wie die Konkurrenz finanzielle Einbußen einkalkulieren müssen, hat sich in den vergangenen Jahren aber verhältnismäßig viel Speck angefuttert, von dem sie zehren kann. Als sicher gilt, dass die Ablösesummen im Sommer deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre liegen, mit Geschick und Geduld sich also personelle Verstärkungen einkaufen lassen, die im üblichen Transfergeschacher kaum bezahlbar wären.

Selbstverständlich wollen das auch die anderen Klubs so machen, ohnehin kommt in diesem schnelllebigen Geschäft vieles anders als man denkt. Alles in allem hat eine Aussage von Axel Hellmann aus dem Juni 2019 aber auch heute Bestand. „Im Fußball gibt es Durchlässigkeiten, man kann über Schwellen hinübergehen.“ Das Ziel bleibt, Eintracht Frankfurt will in die nächsthöhere Gewichtsklasse. (Von Daniel Schmitt)

Unterdessen hat der DFB die Sperre für Filip Kostic bestätigt. Der Spieler von Eintracht Frankfurt sah im DFB-Pokal-Spiel gegen Werder Bremen die Rote Karte. 

Im Interview verrät Adi Hütter, wer sein Lieblingsspieler bei Eintracht Frankfurt ist - und kontert Kritik an seiner Person.

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