Frankfurts Kamada wieder im Aufbautraining
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Frankfurts Kamada.

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Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada vertreibt sich die Zeit in der Corona-Pause

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Bei Kamada hatte sich die Leihe nach Belgien gelohnt. Für die ebenfalls ins Nachbarland ausgeliehenen Tuta und Joveljic ist die Saison vorbei.

Frankfurt - Daichi Kamada ist ein zurückhaltender Typ, jemand, der es nicht sonderlich mag, im Fokus zu stehen. Klar, auf dem Fußballrasen da will der japanische Offensivmann von Eintracht Frankfurt schon für Aufsehen sorgen, mit seinen Toren und Vorlagen zum Erfolg des hessischen Bundesligisten beitragen. Abseits davon aber hält der 23-Jährige sich zurück. So auch in diesen Corona-Tagen. Während manch ein Kollege derzeit nur allzu gerne oberkörperfreie Six-Pack-Übungen an Zimmertüren vollführt, Klopapier durchs eigene Heim jongliert oder gar beim Musizieren mit der Ziehharmonika die Stormtrooper-Maske überstülpt (und das alles dann noch im Internet preisgibt), war von Daichi Kamada nur eines zu vernehmen: nichts. Bis gestern jedenfalls. Da stellte sich der japanische Nationalspieler, der für die Eintracht in dieser Saison auf erstaunliche 37 Einsätze (sechs Tore, acht Vorlagen) kommt, auf Geheiß der Medienabteilung einigen Fragen von Reportern.

Eintracht Frankfurt: Kamada schläft zwölf Stunden

Und Kamada hat ganz offenbar eine recht entspannende Beschäftigung in der fußballfreien Zeit gefunden: „Ich schlafe täglich zwölf Stunden. Diese Saison waren wir viel auf Reisen, deshalb genieße ich die Zeit mit meiner Familie.“ Ansonsten übe er natürlich weiterhin fleißig Deutsch, „und ich lese Mangas“, japanische Comics.

Kamada lebt mit Frau und Sohn in Frankfurt, der Rest der Familie weilt jedoch in Japan. „Ich spreche oft mit ihnen. Die Japaner wirken nicht besorgt, das erinnert mich an die Anfänge der Corona-Krise in Europa.“ Deshalb rate er seiner Familie, „dass sie nur aus dem Haus gehen sollen, wenn es unbedingt notwendig ist“. Zu den Teamkollegen halte er ebenfalls via digitale Medien Kontakt, insbesondere natürlich zu seinem Landsmann Makoto Hasebe. „Er ist nicht nur ein wundervoller Fußballer, sondern auch ein wundervoller Mensch“, findet Kamada.

Mit seinen Leistungen vor der Corona-Pause war der offensive Mittelfeldspieler recht zufrieden, nach der Rückkehr aus Belgien, dort war er an VV St. Truiden verliehen worden, habe er sich gerade aufgrund der vielen Spiele körperlich gut entwickeln können. „Aber ich glaube, dass ich noch um einiges besser werden kann.“ Die beiden Europapokal-Tore in London gegen den FC Arsenal und jene drei daheim gegen den FC Salzburg zählen gewiss zu seinen Höhepunkten dieser Spielzeit. „Ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.“

Eintracht Frankfurt: Saison für Tuta und Joveljic beendet

Einen ähnlichen Leistungssprung wie bei Kamada hatte sich die Eintracht auch von ihren aktuell nach Belgien verliehenen Jungprofis Dejan Joveljic und Tuta erhofft. Die beiden Nachwuchsmänner wurden nun aber erst einmal ausgebremst. Die belgische Liga erklärte gestern den Abbruch der Saison. „Es besteht die Gefahr, dass mögliche Infektionen eines Spielers oder des Spielerkerns den sportlichen Verlauf des restlichen Wettbewerbs in inakzeptabler Weise beeinflussen“, hieß es in einem Statement der Liga.

Der serbische Stürmer Joveljic war im Januar nur für die Rückrunde (und ohne Kaufoption) an den RSC Anderlecht verliehen worden, um Spielpraxis sammeln sollte. Dieser Plan ging bis zur Corona-Pause weitestgehend auf, der 20-Jährige kam in der kurzen Zeit immerhin auf fünf Einsätze, schoss ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Der brasilianische Verteidiger Tuta, ebenfalls erst 20 Jahre jung, kickt bereits seit vergangenen Sommer für den Erstligisten KV Kortrijk. Trotz anfänglicher Probleme stehen für ihn immerhin 14 Einsätze (ein Tor) zu Buche. Die Eintracht wolle nun klären, was das beschlossene Saisonaus in Belgien für ihre Spieler nun bedeute, hieß es vonseiten des Klubs.

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