Eintracht Frankfurt - FC Basel
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Kennt das Gefühl vor leeren Tribünen schon Sebastian Rode (rechts) während des Europa-League-Duells gegen Basel.

Re-Start Borussia Mönchengladbach

Eintracht Frankfurt: Zurück zum gekämpften Fußball

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Wie Borussia Mönchengladbach sich Eintracht Frankfurt sportlich zum Vorbild nahm und die Hessen am Samstag zurückschlagen wollen.

  • Eintracht Frankfurt trifft auf Borussia Mönchengladbach
  • Partie als Geisterspiel, ohne Zuschauer
  • SGE will Revanche für Hinspiel-Niederlage

Die gesammelten Erfahrungen der baldigen Kontrahenten könnten kaum unterschiedlicher sein. Und doch gleichen sie sich. Ein Widerspruch? Mitnichten. Es kommt schlicht auf den Fokus der Betrachtung an.

Im März erlebten die Fußballer aus Frankfurt und Mönchengladbach jeweils Geisterspiele. Die einen, jene Berufskicker vom Main, mussten vor verwaisten Tribünen im Europapokal gegen den FC Basel ran, die anderen, jene vom Niederrhein, traten in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln an. Zwei sportlich brisante Duelle, die auch unter üblichen Umständen genug Gesprächsstoff geliefert hätten, bei denen es letztlich aber kaum ums Sportliche ging. Während die Eintracht-Profis gegen die Schweizer einen desolaten Auftritt hinlegten, ihnen jegliche Anspannung fehlte und sie mit 0:3 verloren, kamen die Gladbacher mit der ungewohnten Situation besser klar und bezwangen den Nachbarn mit 2:1 – damit haben die Gäste am Samstag (18.30 Uhr) den Gastgebern eine positive Erfahrung voraus.

Eintracht Frankfurt: Geisterspiel gegen Gladbach

Wenngleich es sich damals für die Geisterspieler nicht so anfühlte: „Das hatte nichts mit Bundesliga zu tun“, blickte der Gladbacher Verteidiger Mathias Ginter nun stellvertretend im ZDF-Interview zurück, „eher wie ein Freundschafts- oder Jugendspiel.“ Fußball im Lautlosformat, nichts für den Nationalspieler. „Wegen der Emotionen, der Stimmung im Stadion spiele ich ja eigentlich.“ Und natürlich auch des Geldes wegen. Daher wird Ginter ebenso wie seine Kollegen und Kontrahenten am Samstag wieder die Kickschuhe schnüren. Er wird die fehlende Stimmung ebenso ausblenden müssen wie die fehlende Wettkampfpraxis.

Nicht umsonst prophezeien die Trainer ein mäßiges Niveau, er erwarte „nicht die ganz hohe Qualität“, sagt etwa Eintracht-Coach Adi Hütter. Der gewohnte Rhythmus kann nicht da sein und wird sich aufgrund der Vielzahl an Partien bis zum Saisonende wohl kaum mehr einstellen. Viel eher geht es darum, ähnlich wie zu Saisonbeginn auch beim Restart willensstark zu sein, durch Extrameter das unrunde Spiel auszumerzen.

„Wir sind nach Pausen immer gut reingekommen“, gibt sich Hütter positiv. In der Tat legten die Hessen im Sommer wie im Winter je ordentliche Auftakte hin, erst im Verlauf wurden die Leistungen und Ergebnisse dürftiger. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, uns tabellarisch zu verbessern“, so der Trainer des Tabellenzwölften. Die viertplatzierten Gladbacher waren in der Hinrunde sogar die Startkönige, sie lagen nach neun Spieltagen – ebenso viele wie jetzt noch ausstehen – auf Rang eins. Der Fußball wird in den kommenden Wochen ein anderer sein als noch vor der Pause, ungeschliffener vermutlich. War das in den vergangenen Jahren die Stärke der Eintracht, zeigten die Hessen, wie attraktiv gekämpfter Fußball sein kann, ist ihr das Wilde, das Brachiale in dieser Runde arg abhanden gekommen.

Eine Entwicklung, die mit der in Gladbach konträr verlief. So war der Eintracht-Stil gar einer, den sich der Gladbacher Trainer Marco Rose genau angeschaut und ihn mittlerweile ins Borussia-Spiel implementiert hat. Weniger feine Klinge, mehr Wucht, stressig für die eigenen und gegnerischen Spieler. Erlaubtes Abspicken sozusagen.

Eintracht Frankfurt: 2:4-Niederlage im Hinspiel

Nicht umsonst sehen Borussia-Verantwortliche den 4:2-Hinspielsieg gegen die Eintracht als besonders wichtig für die eigene Entwicklung an. „Wir haben damals sehr offensiv gespielt, da ist es hin und her gegangen“, sagte Alexander Zickler, früherer Bayern-Torjäger und heutiger Gladbach-Assistenztrainer. Gemeinsam mit Ex-Nationalstürmer Oliver Neuville ist er vorwiegend für das Offensivspiel der Borussia zuständig. Gladbach agierte schnörkellos gegen die Eintracht, kaufte ihr damit vor allem in den ersten 45 Minuten den Schneid ab, führte 2:0 und wehrte sich dann erfolgreich gegen eine verbesserte Frankfurter Elf in Hälfte zwei.

Lässt sich der Spieß nun umdrehen? Hütter jedenfalls glaubt daran. „Wir werden die Jungs für die restlichen Spiele gut vorbereiten. Wir haben tolle Analysten, die jeden Gegner so zerlegen, dass wir unsere Schlüsse ziehen können.“ Daher ist der Fußballlehrer nach Lockerung der Trainingsregeln sofort dazu übergegangen, Intensität auf den Platz zu bringen. „Zuletzt haben wir viel Positionsspiel und in großen Abständen trainiert, jetzt kommen wir wieder in die Zweikämpfe.“

Die Eintracht wird am Samstag dagegenhalten müssen, sie muss nicht nur mental die ungewohnte Situation annehmen, sondern vor allem auch körperlich dem Gegner – in fairem Maße – wehtun. Ein Ansatz, den Adi Hütter grundsätzlich favorisiert, den er von seinen Spielern stets einfordert, die ihn zuletzt aber zu selten auf den Rasen brachten. Das gelang der Borussia besser.

Aber auch die Eintracht kann Geisterspiele: In Marseille im September 2018 bezwang sie in der Europa League das Spitzenteam von Olympique mit 2:1 - alleine, ganz ohne Zuschauer.

Von Daniel Schmitt

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