Das Dauerduell des Spiels: Emre Can (links) gegen Filip Kostic – der Frankfurter entschied es eindeutig für sich.
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Das Dauerduell des Spiels: Emre Can (links) gegen Filip Kostic – der Frankfurter entschied es eindeutig für sich.

Klassenbuch

Eintracht-Sieg beim BVB: Kostic überragt, Ilsanker putzt aus, Silva trifft

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt gewinnt bei Borussia Dortmund mit 2:1 und hat als Vierter nun sieben Punkte Vorsprung auf den BVB. Die Spieler in der Einzelbewertung.

Eintracht Frankfurt ist auf dem (vorläufigen) Höhepunkt einer überragenden Saison angekommen und nach dem 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund auf dem allerbesten Wege zum Debüt in der Champions League. Sieben Punkten Vorsprung auf den BVB und Bayer Leverkusen haben die Hessen nun vor dem Sieben-Spiele-Endspurt. „Sieben Spiele sind noch ‚ne Menge“, sagte Eintracht-Profi Sebastian Rode: „Wir wollen das auf Biegen und Brechen durchhalten.“ Der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic ordnete den Sieg im Westfalenstadion als „verdient“ ein, Trainer Adi Hütter war „stolz“ auf seine Truppe. Die Einzelkritik der Eintracht-Spieler:

Primus

Filip Kostic: Sprintete, flankte, sprintete, verteidigte, sprintete, flankte, sprintete, verteidigte. Eine Wahnsinnsleistung, die er mit zwei Torvorlagen krönte. Waren die Assists Nummer 13 und 14 in der Saison, 13 davon allein in diesem Kalenderjahr. Von Sky-Experte Didi Hamann als „einer der besten Flügelspieler der Welt“ geadelt. Gegenargumente zu dieser These ließen sich am Samstag keine finden.

Gut dabei

Stefan Ilsanker: Im Duell der Brocken, jenem mit Haaland, der Punktsieger. Na klar, der Weltklassetorjäger aus Dortmund hatte seine Abschlüsse, das lässt sich kaum verhindern, Ilsanker störte aber stets entscheidend. „Überragend, was er weggeputzt hat“, lobte Sportvorstand Bobic. Immer mit einem langen Bein dazwischen, auch meist Sieger in den Kopfballduellen. Jubelte einmal über einen eigenen Treffer, jedoch zu früh, da stand er vorher knapp im Abseits. Schoss nach 45 Minuten unglücklich seinen Kollegen Ndicka ab, der Ball sprang zur Ecke für Dortmund, führte zum 1:1 von Hummels. Passiert halt.

Sebastian Rode: Übernahm die Kapitänsbinde vom gesperrten Hasebe und füllte die Anführer-Rolle komplett aus. Gab dem Team einige Stabilität. Grätschte, rannte, foulte auch mal, wenn es nötig war. Starke Leistung gegen den Ex-Klub.

André Silva: Tja, was will man da noch schreiben, ist ja gefühlt jedes Woche das Gleiche: Herausragend, seine Abschlussqualitäten. Lange Zeit gar nicht mal so gut im Spiel, etwas hudelig bei Abspielen, dann aber zur Stelle: Erst nach elf Minuten, da nervte er den Dortmunder Eigentorschützen Schulz. Und schließlich natürlich nach 87 Minuten. Setzte sich bei der Kostic-Flanke auf den langen Pfosten ab, erkannte, dass sein Kopfball nur ins kurze Ecke reingehen konnte. Das Tor zum 2:1, sein 22. Treffer der Saison, gleichbedeutend mit dem ersten Frankfurter Sieg seit elf Jahren im Westfalenstadion.

Tuta: Ließ auf seiner rechten Abwehrseite nichts anbrennen. Hatte Ex-Nationalspieler Reus total im Griff, leitete dazu den 2:1-Siegtreffer tief in der eigenen Hälfte ein. Beachtlich mit welcher Ruhe der 21-Jährige agiert.

Kevin Trapp: Weiterhin in Topform, sehr souverän der Keeper, sehr ruhig, gibt dem Team spürbar Halt. Parierte stark mit dem Fuß gegen Haaland (25.), beim Gegentor unglücklich getunnelt. Pech.

Luka Jovic: Ein Hauch von San Siro schwang durchs Westfalenstadion, als Jovic in der 87. Minute ähnlich wie einst in Mailand mit schnellen Schritten und kräftigem Körpereinsatz den Dortmunder Akanji abschüttelte. Er leitete damit den Siegtreffer ein. War auch ansonsten gut in der Partie, vor allem in Hälfte eins. Einziger Mini-Makel: Kommt seltsamerweise nicht selbst in Abschlusspositionen.

Ganz okay

Evan Ndicka: Hatte viel Arbeit mit Hazard, machte er meist ordentlich, immer war der Belgier aber nicht zu bremsen. Dennoch: Eine klare Steigerung zu den vergangenen Spielen. Konnte BVB-Torschütze Hummels beim 1:1 nicht blocken, war aber auch schwer. Notiz am Rande: Trug anfangs als einziger Feldspieler Handschuhe gegen die Kälte, wurde ihm bei 13 Grad, irgendwie logisch, dann doch schnell zu warm.

Amin Younes: Erst nach sechs Minuten das erste Mal am Ball, danach aber ständig. War bei seinen Dribblings oft nur mit Fouls zu stoppen – allerdings: Schiedsrichter Gräfe war an diesem Nachmittag nicht sein Freund. Ließ seltsam viel durchgehen, Trikotzupfer, selbst den dollen Tritt von Hummels kurz vor der Pause, in dessen Folge Younes für die zweite Hälfte angeschlagen passen musste.

So lala

Djibril Sow: In der ersten halben Stunde kaum ins Kombinationsspiel eingebunden, und wenn doch, agierte er zu fahrig. Steigerte sich dann deutlich nach dem Seitenwechsel, fleißige Biene, geht doch.

Erik Durm: Nach überstandener Verletzung und wenigen Trainingseinheiten wieder in der Startelf, sicher in der Defensive, vorne mit harmlosen Schüsschen. Bekam einmal von Hummels im Strafraum ein Bein gestellt, nicht schlimm, ein Allerweltsfoul, aber eben ein Foul. sah Schiedsrichter Gräfe jedoch nicht so. Nun ja.

Daichi Kamada: Anfangs erstmal draußen nach seiner halben Weltreise im Dienste des japanischen Nationalteams, kam zur zweiten Hälfte für den verletzten Younes und wirkte, eigentlich logisch, noch ein wenig müde. Nicht so richtig im Spiel, ab und an blitzte sein fußballerisches Können bei präzisen Diagonalpässen auf.

Schwächelnd

Kein Eintrag

Zu spät gekommen

Timothy Chandler, Steven Zuber, Aymen Barkok . (dani/kil)

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