Die Bayern-Frauen bejubeln ihren vierten Titel, die Eintracht war chanenlos.
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Die Bayern-Frauen bejubeln ihren vierten Titel, die Eintracht war chanenlos.

Eintracht-Frauen chancenlos

Emotion pur

  • vonKatja Sturm
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Eintracht-Fußballerinnen haben den Titelträgerinnen aus München nicht entgegenzusetzen.

Wahrscheinlich war nach diesem kräftezehrenden und dann doch mit 0:1 knapp verlorenen Pokalfinale eine Woche zuvor gegen den VfL Wolfsburg einfach ein bisschen die Luft raus. Zumindest beschlossen die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt die Bundesligasaison mit einer klaren 0:4 (0:2)-Niederlage bei Bayern München.

Das Team von Trainer Niko Arnautis, das damit das erste Jahr unter dem Dach des Großvereins auf dem sechsten Tabellenplatz beendet, nahm den Wölfinnen damit die Chance, neben dem Cup auch ihren nationalen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Ein eindrucksvoller 8:0-Heimsieg gegen Werder Bremen nutzte dem Zweiten aus Niedersachsen nichts mehr: Er musste sich diesmal nach vier Erfolgen nacheinander im Duell um die Trophäe mit zwei Punkten Rückstand den Münchnerinnen geschlagen geben, die damit ihre insgesamt vierte Meisterschaft feierten.

Der Eintracht-Coach wollte seinen Spielerinnen keinen Vorwurf machen. „Man hat ihnen angemerkt, dass sie in der vergangenen Woche 120 Minuten spielen mussten, sie waren nicht mehr frisch.“ Die Möglichkeiten, die dies dem Favoriten eröffnete, nutzte dieser effektiv. Die Münchnerin Linda Dallmann sorgte mit ihren beiden Toren in der 17. und der 25. Minute schnell für klare Verhältnisse. Laura Störzel, die bei ihrem letzten Auftritt als Adlerträgerin in Vertretung der am Kreuzband verletzten Spielführerin Tanja Pawollek die Kapitänsbinde tragen durfte, lenkte den Ball bei einem Klärungsversuch in den eigenen Kasten (54.). In der Schlussminute sorgte Lea Schüller für das Endergebnis und riesigen Jubel bei den neuen Meisterinnen.

Laudehr ins Museum

„Wir wollten noch einmal alles geben“, beteuerte Laura Freigang, die als beste Torschützin der Hessinnen mit 17 Treffern den zweiten Rang in der Liste der erfolgreichsten Jägerinnen hinter der Hoffenheimerin Nicole Billa (21) belegt. „Aber wir hatten nach dem Fight im Pokal einfach nicht die nötige Kraft.“ Neben Störzel wird nun auch Theresa Panfil den Klub verlassen. Für sie war die Begegnung deshalb „besonders emotional“.

Achterbahn fuhren die Gefühle jedoch auch aufseiten der Konkurrenz. Bayern-Trainer Jens Scheuer zeigte sich „sehr stolz“ auf seine Mannschaft, die sich diesen Triumph mit konstanten Leistungen bei nur einem Unentschieden und einer Niederlage verdient hatte.

Ein „perfektes Ende“ bedeutete der Abend für die eingewechselte Olympiasiegerin und frühere Welt- und Europameisterin Simone Laudehr. Die 34-Jährige, die vor ihrem Wechsel nach München von 2012 bis 2016 für den 1. FFC Frankfurt auf den Rasen gegangen war, verabschiedete sich mit ihrem ersten deutschen Meistertitel in den sportlichen Ruhestand. In Zukunft soll sie eine Aufgabe im Bayern-Museum übernehmen. Sie selbst ist dafür mitverantwortlich, dass sie in der Ausstellung gleich die Devotionalien eines neuen großen Erfolges einordnen kann.

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