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Fehlende Basics bei der Eintracht

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Von: Katja Sturm

Vergebliche Flugeinlage: die bezwungene Eintracht-Torhüterin Stina Johannes.
Vergebliche Flugeinlage: die bezwungene Eintracht-Torhüterin Stina Johannes. © IMAGO/Martin Stein

Die Eintracht-Fußballerinnen scheitern im DFB-Pokal überraschend an Zweitligist Leipzig.

Tief hatte sich am Samstagnachmittag die Enttäuschung bei den Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt eingegraben. Während die Hessinnen in der Bundesliga nach sieben Spieltagen noch ungeschlagen sind und auf dem zweiten Platz rangieren, kassierten sie nun ausgerechnet im Pokalachtelfinale und damit in einer K.o.-Partie ihre erste Niederlage.

Beim 1:2 (1:0) im Spiel bei Zweitligist Leipzig hatte die deutsche Nationalspielerin Laura Freigang die Eintracht nach einer Viertelstunde in Führung gebracht. Doch danach wollte der Ball vor 1300 Fans im Trainingszentrum von RB nicht mehr in den Kasten der Gastgeberinnen hineingehen, obwohl die Eintracht es immer wieder versuchte. Stattdessen kamen die Sächsinnen, die vor der Pause harmlos agiert hatten, stärker und bissiger aus der Kabine zurück, und Marlene Müller gelang nach wenigen Minuten (53.) der Ausgleich.

Das verschaffte den Leipzigerinnen noch mehr Willenskraft, zusehends beschäftigten sie die Eintracht-Defensive. Die Frankfurterinnen verspielten ihre eigenen Chancen, und so war es in der 88. Minute der zweite Treffer von Müller, der sie aus dem Wettbewerb katapultierte. Eintracht-Trainer Niko Arnautis brachte noch Nicole Anyomi und Carlotta Wamser ins Spiel, doch auch dieses Duo und die letzte große Anstrengung retteten den Favoriten nicht mehr in die Verlängerung.

Was in ihm danach vorging, konnte der Chefcoach „kaum in Worte fassen“. Statt dass der Führungstreffer seines Teams etwas Sicherheit gegeben hätte, „wollten wir zu oft zu schön spielen und standen nicht kompakt genug“. So habe man selbst einiges zu der Niederlage beigetragen. „Wir haben ein paar Basics nicht aufs Feld gebracht und hätten uns am Ende nicht so auskontern lassen dürfen“, rügte der 42-Jährige. Daraus müsse man Lehren ziehen. Die Spielerinnen zeigten sich selbstkritisch. „Wir haben uns zwar Chancen herausgespielt und sind verdient in Führung gegangen, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass wir das gesamte Spiel über zu passiv und nicht aggressiv genug agiert haben“, sagte Kapitänin Tanja Pawollek.

„Wir waren nicht bei 100 Prozent, haben zu wenige Zweikämpfe gewonnen und waren hinten zu offen“, ergänzte Freigang: „In der zweiten Halbzeit haben wir keinen guten Fußball gezeigt.“ Am Samstag (14 Uhr), beim nächsten Ligaduell gegen den Tabellensechsten Bayer Leverkusen, müsse die Mannschaft wieder beweisen, was sie wirklich kann. Doch selbst wenn dies gelingen sollte: Es wäre nur eine unzureichende Wiedergutmachung. Das bestätigte auch Eintracht-Vorstand Axel Hellmann mit seinen Äußerungen am Abend bei der Frankfurter Sportgala. Das frühe Scheitern sei „sehr unglücklich“, der Pokalwettbewerb „eine tolle Bühne“ und eine große Chance, nicht nur, um viel Aufmerksamkeit zu erlangen, die nun verspielt sei.

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