Intensive Duelle, auch in der Luft: Filip Kostic (links) gegen den Dortmunder Emre Can.
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Intensive Duelle, auch in der Luft: Filip Kostic (links) gegen den Dortmunder Emre Can.

Eintracht

Filip Kostic: Bester seines Fachs

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Der überragende Filip Kostic flankt die Eintracht näher an die Königsklasse heran – Landsmann Luka Jovic weiß derweil in ungewohnter Rolle zu gefallen

Es ist nicht so, als wäre Filip Kostic nicht gefordert worden. Im Gegenteil. Emre Can, der Frankfurter Bub im Dortmunder Gewand, seit jeher mit einem riesigen Selbstbewusstsein ausgestattet, war trotz des Nordmazedonien-Debakels gut aufgelegt vom DFB-Team zu seinem Klub zurückgekehrt. 97 Ballkontakte sammelte er, Bestwert aller Profis auf dem Feld, ständig eilte er mit nach vorne. Bloß: Rechtsverteidiger müssen auch gut verteidigen, vor allem gegen Kontrahenten wie Filip Kostic. Vor der Frankfurter Führung also verhinderte Can die Flanke nicht, die Hereingabe zum späten 2:1-Siegtreffer der Eintracht schaute er sich aus sicherer Distanz an, hechelnd, ausgelaugt, zuvor 87 Minuten kaputtgerannt vom Frankfurter Dauerrenner Filip Kostic. Es war schon dessen 154. Flanke dieser Saison, da kommt keiner heran.

Der 28-Jährige ist seit Wochen in bestechender Form, zählt ligaweit zu den formstärksten Spieler, im linken Mittelfeld ist gerade niemand besser. In neun der vergangenen zehn Frankfurter Spiele war er mindestens an einem Tor beteiligt, diesmal an zwei. Allemal tauglich für die Champions League. „Filip ist bei der Genauigkeit seiner Flanken wieder dort, wo er schon gewesen ist. Er ist in Topform“, lobte Eintracht-Trainer Adi Hütter. Kostic griff nicht nur ständig an, das kennt man von ihm, diesmal war er auch defensiv stets zur Stelle. Note eins mit Sternchen.

Eintracht Frankfurt: Kostic-Flunkerei verärgert Schiedsrichter Gräfe

Das Tüpfelchen auf dem I wäre gewesen, wenn er in der ersten Hälfte zugegeben hätte, den Ball berührt zu haben und es folglich keinen Eckball für die Eintracht hätte geben dürfen. Schiedsrichter Manuel Gräfe, der normalerweise eine partnerschaftliche Spielführung beinahe auf Augenhöhe pflegt, hatte ihn eigens gefragt, er aber einen Ballkontakt - wider besseres Wissen - verneint.

Das ärgerte Gräfe offenbar richtig, denn in der Folge ließ er dem BVB praktisch alles durchgehen und den Hessen nichts mehr. Vor allem Amin Younes wurde attackiert und gefoult, ohne dass der Berliner Schiedsrichter eingegriffen hätte. Der Nationalspieler musste nach einer Beinschere von Mats Hummels angeschlagen in der Kabine bleiben. Diese ungewohnte Einseitigkeit des angesehenen Unparteiischen war so offensichtlich, dass Eintracht-Vorstand Fredi Bobic in der Pause auf Gräfe zuging und ihn aufforderte, ausgewogener zu pfeifen.

Eintracht Frankfurt: Luka Jovic nimmt neue Rolle an

Mit 14 Torvorlagen ist Filip Kostic zweitbester Zuarbeiter der Liga, hinter dem Bajuwaren Thomas Müller (15). Und neuerdings versucht sich auch Kostic-Kumpel Luka Jovic vermehrt in dieser Disziplin. Das Siegtor leitete er mit einem langen Sprint ein, zuvor agierte der Angreifer hängend hinter André Silva als Ballverteiler.

Coach Hütter war zufrieden mit der Aufgabenverteilung: „Luka ist ein intelligenter Spieler, der sieht, dass er auch mal auf der Zehnerposition die Bälle abholen muss. Das hat mir sehr gut gefallen, er war bei vielen guten Aktionen beteiligt.“

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