Bruno Hübner
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Drei Spiele noch, dann ist Feierabend: Bruno Hübner von Eintracht Frankfurt.

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Eintracht: Hübner im Saisonendspurt optimistisch – Younes bleibt in Belgien

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Vor dem Saisonende verbreitet Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner Optimismus. Amin Younes bleibt zur Genesung allerdings vorerst in Belgien.

Frankfurt – Seinen Abschied nach „zehn Jahren erfolgreicher Arbeit“ will sich Sportdirektor Bruno Hübner mit dem Einzug in die Champions League versüßen. Dazu müsste Eintracht Frankfurt noch dreimal siegen, dann „können die anderen ruhig 40:0, 50:0 gewinnen“. An diesem Donnerstag nahm der 60-Jährige noch einmal Stellung zu Themen rund um den Saisonendspurt. So sprach er in einer virtuellen Presserunde über...

Eintracht Frankfurt: Qualität zählt beim neuen Trainer

...den neuen Trainer, der noch nicht feststeht: Wir geben uns die Zeit, um einen gescheiten Trainer zu finden. Wir sind bis zum Sommer ohnehin sehr gut aufgestellt, haben eine intakte Mannschaft, ein intaktes Umfeld. Bei uns zählt Qualität, ich bin sicher, am Ende kommt das Richtige heraus.

. ..Roger Schmidt, einen Trainer, den er vor Jahren fast zur Eintracht geholt hätte: Ich bin ja nicht mehr in die Trainersuche involviert. Aber Roger ist ein absoluter Fachmann, ein Toptrainer und Offensivfanatiker. Er lebt den Fußball. Er wäre ein Trainer, den ich mir gut vorstellen könnte bei der Eintracht, auch als Persönlichkeit an der Außenlinie. Ich habe mich ja mehrmals mit ihm getroffen, wir waren relativ weit. Es waren am Ende nur Nuancen ausschlaggebend, dass er nach Leverkusen gegangen ist. Das waren immer sehr angenehme Gespräche. Und: Der Kontakt zu ihm ist ja nie abgerissen.

...die sportlich brisante Situation, plötzlich etwas verlieren zu können: Wir müssen ein Stück weit die Leichtigkeit wieder zurückbekommen, die uns verloren gegangen ist. Auf einmal fängst du an zu überlegen. Aber: Wir haben bisher nur positiv überrascht, wir haben alles in den eigenen Händen. Wenn wir unsere drei Spiele gewinnen, können die hinter uns 40:0, 50:0 gewinnen, sie können uns nicht mehr einholen. Wir haben in dieser Saison bisher Fantastisches geleistet und erreicht.

Eintracht Frankfurt: Die Leichtigkeit wieder auf den Platz bringen

...wie man diese Leichtigkeit wieder auf den Platz bringt: Wir müssen in die Köpfe der Spieler reinkommen. Das schaffen wir dadurch, dass wir Fakten aufzeigen: Wir sind die drittbeste Rückrundenmannschaft, haben die wichtigen Spiele gegen Dortmund und Wolfsburg gewonnen, unsere Bilanz ist klasse.

...seine Entscheidung, den Vertrag über den Sommer hinaus nicht zu verlängern: Das hatte ich schon länger im Kopf und das will ich auch nicht revidieren. In den letzten zehn Jahren haben wir den Verein so aufgestellt, dass wir ein sehr gutes Fundament haben, egal, wo wir am Saisonende landen. Wir hinterlassen ein sehr gut bestelltes Feld, die Neuen können diese Arbeit nahtlos fortführen.

...die stets aufploppende Debatte über Lame Ducks: Wir kennen das doch schon. Ich erinnere an die Diskussion bei Niko Kovac, als die Frage aufkam, ob er noch der richtige Trainer für das Pokalendspiel sei. Genau wie Niko damals zu 1000 Prozent fokussiert war, so ist es jetzt Adi Hütter auch. Er ist absolut ehrgeizig, er lebt das vor, er möchte das Optimale erreichen und sich dann verabschieden. Ich bin ja bei allen Sitzungen dabei, ich kann sagen, dass er die Spieler erreicht. Zwischen Mannschaft und Trainer passt kein Blatt Papier dazwischen. Alle, wirklich alle, wünschen sich diesen Erfolg. Wenn wir merken sollten, dass unserem Erfolg jemand im Weg steht, werden wir sofort reagieren.

Eintracht Frankfurt: Hübner nicht enttäuscht über Hütter-Abgang

...eine mögliche persönliche Enttäuschung bezüglich des Abschieds von Hütter: Ich bin nicht persönlich enttäuscht. Er hat uns die Gründe erläutert. Ich halte ihn weiterhin für einen außergewöhnlichen Trainer.

...die brisante Partie gegen Mainz 05 mit den Ex-Eintrachtlern Danny da Costa und Dominik Kohr: Die Mainzer haben den Flow, sie glauben wieder an sich. Man kann vor ihrer Leistung nur den Hut ziehen. Das wird eine schwere Aufgabe, Mainz ist das fünftbeste Team der Rückrunde. Nichtsdestotrotz wollen wir gewinnen. Da Costa und Kohr haben großen Anteil an der Mainzer Aufholjagd, sie haben sich etabliert und den Mainzern geholfen. Das ist eine Win-Win-Situation, beide Spieler kommen mit breiter Brust zu uns zurück.

...Amin Younes: Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Im Moment ist er nicht im Rhythmus. Er ist zu 100 Prozent fokussiert, aber selbst mit der momentanen Situation unzufrieden, weil er der Mannschaft helfen möchte. Deswegen weilt er in dieser Woche in Belgien, um 100 Prozent fit zu werden. Ähnlich hatten wir schon bei Ante Rebic, Filip Kostic oder Martin Hinteregger verfahren, als sie zu medizinischen Fachleuten ihres Vertrauens fahren durften.

...zu Vertragsverlängerungen bei Chandler, Ilsanker, Barkok und Younes, bei dem eine Option zu ziehen ist: Erst wenn der Trainer feststeht, werden wir in die Vertragsgespräche einsteigen. Bei Chandler, der ja fast Bestandteil der Eintracht ist, gibt es Überlegungen, womöglich unabhängig vom neuen Trainer, eine Entscheidung zu treffen. Und bei Younes können wir in diesem und im nächsten Jahr die Kaufoption ziehen.

...etwaige Überlegungen von Adi Hütter, Spieler nach Gladbach mitzunehmen: Er hat uns schon gesagt: Das strebt er nicht an.

Aufgezeichnet: Th. Kilchenstein

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