Happy ins Pokalendspiel: die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt.
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Happy ins Pokalendspiel: die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt.

Eintracht-Fußballerinnen

Österlicher Eifer

  • vonKatja Sturm
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Die Eintracht-Fußballerinnen drehen ihr Spiel gegen den SC Freiburg und ziehen ins Endspiel ein - es ist auch Wiedergutmachung für eine verkorkste Saison.

In der Jubeltraube, die sich nach dem Abpfiff bildete, ragte Camilla Küver heraus. Mit ihrer Körpergröße von 1,83 Metern ist die 17-Jährige die Längste im Kader des Frauenfußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Doch an diesem Tag des DFB-Pokal-Halbfinals gegen den SC Freiburg nahm die Linksverteidigerin auch darüber hinaus eine besondere Rolle ein: In der 63. Minute hatte die Jüngste im Team mit einem Schuss aus etwa 18 Metern das Tor erzielt, das den 2:1 (0:1)-Erfolg der Gastgeberinnen gegen den SC Freiburg bedeuten und den Einzug der Adlerträgerinnen ins Endspiel am 30. Mai in Köln besiegeln sollte. Dort treffen die Hessinnen auf Titelverteidiger VfL Wolfsburg, der am Sonntag Bayern München mit einem 2:0 (2:0)-Triumph aus dem Wettbewerb warf.

Nicht nur Eintracht-Keeperin Merle Frohms strotzte angesichts des Triumphs vor Selbstbewusstsein. „Im Pokal ist alles möglich, da hauen wir jeden Gegner weg“, erklärte die Nationaltorhüterin. Mit einem ähnlich großen Angriffswillen hatten die 26-Jährige und ihre Teamkolleginnen am Samstag das Spielfeld im Stadion am Brentanobad betreten. Doch obwohl die Gastgeberinnen das Geschehen auf dem Rasen dominierten, mussten sie erst einmal einen herben Rückschlag einstecken: Nach einer knappen Viertelstunde trat die spätere Matchwinnerin Küver nach einer langen Flanke der Breisgauerinnen daneben, und die neben ihr laufende Marie Müller beförderte den Ball unhaltbar für Frohms zur Führung in deren Kasten.

Den Eifer der Eintracht hemmte das nicht. In der Kabine schwor sich der Kader noch einmal auf das gemeinsame Bestreben ein. Arnautis hatte das Pokalendspiel früh in der Saison als Ziel ausgegeben. Als es dann in der Liga nicht wie gewollt lief für die im Sommer mit großen Erwartungen gestarteten Frankfurterinnen, sie mit 21 Punkten nur auf dem siebten Tabellenplatz herumdümpeln, da wurde die K.o.-Partie gegen den Sechsten als jene ausgerufen, die eine bis dahin enttäuschende Premierensaison unter dem neuen Eintracht-Dach retten könnte. Was bei vielen Auftritten nicht gelang, sich „für großen Aufwand zu belohnen“, wie der Coach es gerne formuliert, sollte diesmal funktionieren.

Mit neuer Motivation aus der Pause gekommen, sorgte Lara Prasnikar kurz darauf für den Ausgleich, bevor Küver schließlich mit ihrem erst zweiten Treffer für den Bundesligisten nach jenem bei ihrem Debüt Anfang Oktober in Meppen den Finaleinzug klarmachte. Es ist der erste seit 2014 für die Frankfurter Fußballerinnen, die als Rekordpokalsieger 1. FFC schon 13-mal in dem finalen Duell dabei waren und es neunmal für sich entschieden.

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