United-Star verschoss im EM-Finale

„Ich bin Marcus Rashford, 23 Jahre alt, schwarz ...“ - Unglücksrabe richtet äußerst emotionale Worte an Fans

  • Florian Schimak
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England und das Elfmeterschießen. Marcus Rashford reiht sich in die Reihe der Unglücksraben ein - und postete nach seinem Fehlschuss im EM-Finale ein äußerst emotionales Statement.

München/Manchester - Vielleicht musste dieses EM-Finale zwischen Italien und England genauso enden. Einfach nur, weil es die Geschichte des Fußballs ist, dass die Three Lions immer dann auf tragischste Art scheitern, wenn es ins Elfmeterschießen geht.

Die Liste der Namen der englischen Unglücksraben ist lang. Bei der WM 1990 in Italien waren es Stuart Pearce und Chris Waddle, die England* in ein Meer voller Tränen stürzten. Sechs Jahre später bei der Heim-EM versagten bei Gareth Southgate ebenfalls im Halbfinale wieder gegen Deutschland die Nerven.

Nun, vor dem vermeintlich größten Triumph der Three Lions seit dem WM-Gewinn 1966, scheiterten mit Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Sako gleich drei Youngster vom Punkt. Italien reckte am Ende den Pokal in die Höhe - und wieder weinte England.

EM-Finale: Marcus Rashford reagiert auf Final-Fehlschuss mit äußerst emotionales Statement

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und ich weiß nicht einmal, wie ich in Worte fassen soll, wie ich mich gerade fühle“, schrieb Rashford zwei Tage nach dem Elfmeter-Drama von Wembley auf Instagram: „Ich habe mir immer einen Elfmeter zugetraut, aber irgendetwas hat sich nicht richtig angefühlt. Ich fühlte mich, als hätte ich meine Teamkollegen im Stich gelassen. Ich fühlte mich, als hätte ich alle im Stich gelassen. Ein Elfmeter war alles, was ich für die Mannschaft beisteuern sollte.“

Rashford war wie Sancho erst kurz vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt worden. Der verschossene Elfmeter lässt den Angreifer von Manchester United* seitdem nicht mehr in Ruhe. „Ich kann Elfmeter im Schlaf schießen, warum also nicht diesen?“, fragt sich der 23-Jährige: „Seitdem ich den Ball getroffen habe, läuft es in meinem Kopf immer wieder ab, und es gibt wahrscheinlich kein Wort, das das Gefühl richtig beschreibt. Finale. 55 Jahre. 1 Elfmeter. Geschichte. Ich kann nur sagen, es tut mir leid. Ich wünschte, es wäre anders gelaufen.“

Dass es im Anschluss zu teils rassistischen Beleidigungen gegen die drei Youngster kam, nahm Rashford zur Kenntnis. „Ich bin in einen Sport hineingewachsen, bei dem ich erwarte, dass Dinge über mich geschrieben werden. Sei es die Farbe meiner Haut, wo ich aufgewachsen bin oder, in letzter Zeit, wie ich meine Zeit abseits des Spielfeldes verbringe“, schreibt er auf Instagram: „Ich kann den ganzen Tag lang Kritik an meiner Leistung einstecken, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen müssen, aber ich werde mich nie dafür entschuldigen, wer ich bin und woher ich komme. Ich habe keinen stolzeren Moment erlebt, als diese drei Löwen auf meiner Brust zu tragen und zu sehen, wie meine Familie mich vor Zehntausenden anfeuert.“

Rashford, der im Süden Manchesters aufgewachsen ist, vollendete den Post mit einem emotionalen Schluss-Statement: „Ich bin Marcus Rashford, 23 Jahre alt, ein schwarzer Mann aus Withington und Wythenshawe, South Manchester. Wenn ich sonst nichts habe, dann habe ich das.“ (smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Imago-Images/Andrea Staccioli / Insidefoto

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