Hamed Noori (links) und die Reserve der SG Barockstadt überraschen die Verbandsliga mit ihrer erfrischenden Spielweise. Niklas Diel und die SG Ehrenberg haben sich hingegen etwas mehr erwartet.
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Hamed Noori (links) und die Reserve der SG Barockstadt überraschen die Verbandsliga mit ihrer erfrischenden Spielweise. Niklas Diel und die SG Ehrenberg haben sich hingegen etwas mehr erwartet.

Trio im Abstiegskampf

Analyse der Verbandsliga: Bad Soden ist osthessische Hoffnung auf den Titel

  • Tobias Konrad
    vonTobias Konrad
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Seit etwa fünf Wochen ruht der Amateurfußball. Rund ein Drittel der Saison ist in den Ligen gespielt, ein erster Zwischenstand ist zu erkennen. Heute nehmen wir in unserer Torgranate-Analyse die Verbandsliga unter die Lupe.

Die Lage in der Verbandsliga

Spielausfälle, vor allem coronabedingt, sorgen für ein verzerrtes Tabellenbild. So grüßt Weidenhausen zwar von Rang eins, den besten Punkteschnitt hat aber mit der SG Bad Soden ein osthessisches Team. Jedoch liegen alle Mannschaften eng beieinander, so dass sich Woche für Woche ein komplett neues Tabellenbild ergibt. Eine Lücke klafft zwischen dem Zehnten Dörnberg und dem Elften Eichenzell. Fünf Punkte beträgt der Abstand beider Mannschaften, wodurch die Liga etwas in einen Auf- und Abstiegskampf geteilt wird.

Diese Mannschaften sind in der Verbandsliga top

Mit dem gefühlten Tabellenführer Bad Soden und der Reserve der Barockstadt haben sich zwei Osthessen jenes Prädikat verdient. Die Töne der Sprudelkicker vor der Saison waren forsch, namhafte Zugänge wie der ehemalige Profi Kevin Pezzoni sollen für den Coup Hessenliga sorgen. Hingegen hatte man bei der SGB-Reserve einige Sorgenfalten. Der Schritt hin zur U 23 ist sogar einer zur U 21 geworden. Doch anstatt Haue ernten die Youngster von Trainer Florian Roth Punkte. Zudem erfrischen die Fulda-Lehnerzer mit ihrer Spielart. Nicht auszuschließen, dass einige Akteure sich in den Fokus der Hessenliga-Elf spielen.

In der Verbandsliga ein Flop: Diese Mannschaft bleibt hinter den Erwartungen

Zum Saisonbeginn schien die SG Johannesberg sich zum Flop zu entwickeln. Als Meisterschaftskandidat gestartet, stand lediglich ein Sieg aus den ersten fünf Spielen. Der große Umbruch im Sommer hat sichtlich seine Spuren hinterlassen. Anschließend fing sich die Truppe aus dem Fuldaer Westen, die Tabellenspitze ist noch in Schlagdistanz. Jedoch hat die SGJ mit die meisten Spiele absolviert. Dass Eichenzell, Ehrenberg und Thalau gegen den Abstieg spielen, war zu erwarten.

Das bleibt aus der bisherigen Saison in der Verbandsliga in Erinnerung

Am 7. Oktober sollte das Derby zwischen Ehrenberg und Thalau in Seiferts über die Bühne gehen. Problematisch wurde es deshalb, da in Seiferts ein nicht abgenommenes Flutlicht vorzufinden ist. Die Causa ging schließlich viral, da sich beide Teams bereits Wochen zuvor auf eine Austragung geeinigt hatten, um letztlich doch einen Tag vorher die Partie abzusetzen. Die SGE hatte ihre Bedenken ob des mickrigen Lichts und zog sich so den Unmut des FSV zu. Zudem bleibt der 9.September in Erinnerung, denn nach einem 2:0 gegen Türkgücü Kassel grüßte Ehrenberg erstmals in seiner Vereinsgeschichte von Platz eins in der Verbandsliga. Eine schöne Momentaufnahme für rund 69 Stunden.

Zahlenspiel in der Verbandsliga

Sechs osthessische Teams sorgen für zahlreiche Derbys. Bislang gingen derer zehn über die Bühne. Und daraus lassen sich einige Fakten schaffen. So durfte Eichenzell alle vier Derbys auf dem heimischen Gelände austragen, während Thalau und Ehrenberg ihre bisherigen drei Duelle stets auf dem fremden Geläuf begingen. Das Monster der Region in den Nachbarschaftsduellen kommt aus Fulda-Lehnerz. Die Barockstadt gewann alle vier Derbys – zweimal zuhause, zweimal auswärts. Ebenfalls noch unbefleckt ist die Weste von Bad Soden, wenngleich die osthessische Nummer eins erst zwei regionale Partien bestreiten durfte.

Ausblick: Das steht den Mannschaften in der Verbandsliga noch bevor

Seit 2015 kommt der Meister in der Verbandsliga stets aus den osthessischen Gefilden. Die Chance, dass diese Serie weitergeht, steht nicht allzu schlecht. Der große Hoffnungsträger ist die SG Bad Soden. Der Anspruch der Römmich-Elf ist die Hessenliga, die Qualität und die Breite im Kader lassen allemal eine Rückkehr der Sprudelkicker in Liga fünf nach 24 Jahren vermuten. Während Barockstadt II und Johannesberg im Mittelfeld einlaufen sollten, wird es für Eichenzell, Ehrenberg und Thalau wohl spannend bleiben bis zur letzten Sekunde. Qualitativ schlechter als die Teams aus dem Kasseler Raum ist keiner der drei, eine Siegesserie wäre wünschenswert wie wichtig für den Ligaverbleib.

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