Anna Hahner ist beim Chiemgau-Trail-Run Sechste geworden.
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Anna Hahner ist beim Chiemgau-Trail-Run Sechste geworden.

Chiemgau-Trail-Run

Anna Hahner startet in der Champions League des Trail Runs - und wird Sechste

45 Kilometer und 2800 Höhenmeter: Das sind die Eckdaten des Chiemgau-Trail-Run. Diesen Lauf hat die Anna Hahner aus Rimmels jetzt absolviert – und dabei einen starken sechsten Platz belegt, womit sie schnellste Deutsche war.

Rimmels/Chiemgau - Eins steht fest: So weit, so lange und so viele Höhenmeter ist Anna Hahner vorher noch nie gelaufen. Am Samstag war sie beim Chiemgau-Trail-Run an der Startlinie und hat diese Herausforderung bravourös gemeistert. Im Juni dieses Jahres ist die Marathon-Läuferin aus Nüsttal-Rimmels (Kreis Fulda) in den Trailsport eingestiegen und hat seitdem sechs Rennen gelaufen – fünf davon entschied sie für sich, darunter den Trailrun Stubai K20 mit 2138 Höhenmetern.

Der Chiemgau-Trail-Run gehört dieses Jahr zur Golden-Trail-Series – die Champions League des Trailsports. Alles, was international Rang und Namen hat, hat sich in Marquartstein, zwölf Kilometer vom Chiemsee entfernt, eingetroffen. „Um mich weiterzuentwickeln, möchte ich mich mit den besten der Welt messen. Von daher habe ich mich schon riesig auf das Rennen gefreut und war sehr gespannt, wie ich mich in so einem Feld behaupten kann“, erzählt die 31-jährige Trail-Newcomerin.

Chiemgau-Trail-Run: Anna Hahner wird Sechste bei Champions League des Trailsports

Für Anna Hahner, die seit zwei Jahren am Chiemsee lebt und trainiert, war es sozusagen ein Heimrennen. „Wir sind zuerst auf den Hochgern und anschließend auf die Hochplatte gelaufen“, beschreibt Anna die Streckenführung. „Die exakte Strecke bin ich so noch nicht gelaufen, aber beide Gipfel kenne ich in- und auswendig.“ Für die Läuferinnen und Läufer fiel um 8 Uhr bei blauem Himmel und Sonnenschein der Startschuss, dann bahnten sie sich auf Forstwegen, Singletrails und Wandersteigen ihren Weg bis zum 1748 Meter hohen Gipfel.

Zeit, um die Aussicht zu genießen, blieb den Läufern nicht, schließlich stand nach der 14-Kilometer-Uphill-Passage der Downhill zurück nach Marquartstein an – und anschließend der zweite Anstieg bis zur Hochplatte auf 1583 Metern. „Ein Teilstück des ersten Anstiegs ging senkrecht eine Wiese hoch. Da brennen die Beine richtig. Wichtig ist dabei, dass man seinen Rhythmus findet und sich so immer weiter den Berg hochschraubt.“

Anna Hahner beste Deutsche beim Chiemgau-Trail-Run - nach 45 Kilometern und 4:51 Stunden

Nach dem Downhill haben die Läufer erneut Marquartstein passiert und sich dann auf den Weg zur Hochplatte gemacht. „Ich komme mit dem Wechsel ,Berg runter‘ und dann wieder hochlaufen ziemlich gut zurecht. Von daher habe ich schnell wieder meinen Rhythmus gefunden und konnte mich im flüssigen Schritt Richtung Gipfel bewegen.“

Doch mit einer Sache rechnete Anna Hahner nicht, wie sie berichtet: „Ich hatte die Dauer des Wettkampfs unterschätzt. Die Distanz von 45 Kilometern ist nicht weit von einem Marathon entfernt. Doch zusätzlich 2800 Höhenmeter und eine Gesamtbelastung von 4:51 Stunden ist fast doppelt so lange, wie ich auf der Straße unterwegs war. Ich habe nach 35 Kilometern am Wegesrand stoppen müssen, um vom Bergbach Wasser zu trinken. Meine Speicher waren komplett leer.“

Die Ausrüstung

Bei Trail-Läufen gibt es eine Pflichtausrüstung, die alle Läuferinnen und Läufer mit sich tragen müssen. Dazu gehört: eine Regenjacke, ein Liter Flüssigkeit, Gels, Rettungsdecke, ein Erste-Hilfe-Set und ein Mobiltelefon. „Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, mit Weste zu laufen“, sagt Anna Hahner. „Ob man Stöcke zu Hilfe nimmt, ist jedem Läufer selbst überlassen. Ich habe mich bei diesem Rennen dagegen entschieden.“

Nach einem finalen kleinen Anstieg auf den letzten Kilometern ging es dann die vier Schluss-Kilometer in Richtung Ziel in Marquartstein, wo Anna Hahner frenetisch von den Zuschauern als beste Deutsche und sechste Frau insgesamt begrüßt wurde.

„Ich bin überglücklich aber auch unfassbar fertig“, war Annas erster Kommentar nach ihrem Zieleinlauf. Wer ihr in die Augen blickte, konnte ihr die Erleichterung, Erschöpfung und Freude ansehen. Die fünfplatzierte Amerikanerin aus Kalifornien, Dani Moreno meinte hinterher zu ihr: „Ich bin mir sicher, da kommt noch viel von dir bei den nächsten Wettkämpfen.“ (an)

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