Romeo Schäfer hat bei Borussia Mönchengladbach einen persönlichen Aufstieg erlebt. Er coacht nun das erste und nicht mehr das zweite Frauen-Team.
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Romeo Schäfer hat bei Borussia Mönchengladbach einen persönlichen Aufstieg erlebt. Er coacht nun das erste und nicht mehr das zweite Frauen-Team.

„Sportliches Unding“

Borussia Mönchengladbach: Frauen-Trainer Romeo Schäfer übt Kritik an Aufstiegsregel und am System Fußball

  • Johannes Götze
    vonJohannes Götze
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Gar nicht leicht ist es dieser Tage, Fußball-Trainer Romeo Schäfer an die Strippe zu bekommen. So ganz nebenbei coacht der 35-jährige aus Hünfeld-Michelsrombach im Landkreis Fulda jetzt die Frauen von Borussia Mönchengladbach in der 2. Liga.

Mönchengladbach - Vor zehn Tagen schenkte ihm die Klubführung jede Menge Vertrauen: Schäfer solle doch bitte das Frauenteam in der 2. Liga halten. Kein leichtes Unterfangen, denn in der noch zweigeteilten Staffel war Gladbach nur aufgrund der besseren Tordifferenz nicht Letzter.

Und da mit drei Teams gleich ein Drittel der Liga direkt absteigt und der Viertletzte noch in die Relegation muss, gestaltet sich die Mission nicht leichter. Doch Schäfers erste Kniffe saßen, bescherten zwei Siege und schoben das Team über den Strich. Die Brocken kommen aber jetzt: Donnerstag geht es gegen Gütersloh, am Sonntag gegen Jena. Gegen die Teams also, die den Titel wohl unter sich ausmachen werden. (Lesen Sie auch: DFB: Jens Grittner berichtet Toni Kroos von Mofa-Fahrten für die Fuldaer Zeitung)

Borussia Mönchengladbach: Frauen-Trainer Romeo Schäfer übt Kritik am System Fußball

„Der Klassenerhalt ist wichtig. Wir haben mit Bayer Leverkusen, dem 1. FC Köln und SGS Essen nächste Saison gleich drei Bundesligisten in unmittelbarer Umgebung. Wenn wir absteigen, dann büßen wir an Attraktivität ein, und es besteht die Gefahr, von der Bildfläche zu verschwinden“, sagt Schäfer, dem es wichtig ist, „den Klassenerhalt auf dem direktem Wege zu schaffen“.

Denn es bahnen sich Rechtsstreitigkeiten an, schließlich sollen Teams aus abgebrochenen Regionalligen aufsteigen, in denen stellenweise nur fünf Spiele absolviert wurden. „Ein sportliches Unding, wenn bei uns gleichzeitig vielleicht fast die Hälfte der Teams nach einer regulären Saison absteigen muss, die für viele kleine Vereine ein finanzieller Kraftakt und existenzbedrohend ist“, erklärt Schäfer.

Er verweist auf kostspielige PCR-Tests und fehlende Zuschauereinnahmen. Und Schäfer kritisiert ebenfalls die Entscheidung, dass in der kommenden Saison die 2. Liga wieder eingleisig werden soll. Die Distanzen seien jetzt schon immens, der Zeitaufwand mit dem eines Drittligisten im Herrenbereich vergleichbar. 

Mit dem entscheidenden Unterschied, dass sich in der 2. Liga der Frauen beinahe ausschließlich Amateure bewegen. Schäfer arbeitet in einer Klinik als Sporttherapeut. Ändern wird sich daran selbst dann nichts, falls er das Team in der kommenden Saison ebenfalls coachen sollte – entschieden ist das noch nicht. Seine Spielerinnen legen pro Trainingseinheit bis zu 100 Kilometer Anfahrt hinter sich, gehen arbeiten oder studieren.

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„Wir haben am Sonntag um 11 Uhr in Wolfsburg gespielt. Da braucht es eine Übernachtung. Da sitzen die Mädels im Bus und pauken Gesetzestexte für ihr Jura-Studium. Das ist normal“, sagt Schäfer.  Dass er laute Kritik am System übt, lässt ihn keineswegs an seinem „Nebenjob mit fünf, sechs Sportplatztagen“ zweifeln. Zu ehrlich sei der Fußball auf dieser Basis. Wer den Aufwand betreibt, um 2. Liga zu spielen, muss fußballverrückt sein.

So wie Schäfer selbst: Der benötigt Rückendeckung von der Familie, die Schäfer von Frau Christa und Töchterchen Sophia (7) in größtem Maße erfährt. Und ist Corona endlich vorbei, dann würde der Aufwand überschaubarer. Keine ständigen Tests, keine ständigen Doppelspieltage. Der Fokus würde auf dem Fußball liegen. Auswärtsspiele mit Übernachtung, Videoanalyse im Hotel. Profi-Feeling als „Amateur“. Da hat Romeo Schäfer noch mehr Bock drauf. 

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