Die neuen Corona-Beschlüsse könnten dem Amateurfußball einen Strich durch die Rechnung machen. Noch hat sich der Hessische Fußballverband aber nicht entschieden, ob die Saison fortgesetzt wird.
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Die neuen Corona-Beschlüsse könnten dem Amateurfußball einen Strich durch die Rechnung machen. Noch hat sich der Hessische Fußballverband aber nicht entschieden, ob die Saison fortgesetzt wird.

Wird Spielbetrieb fortgesetzt?

Corona-Maßnahmen könnten Amateurfußball den Garaus machen - So reagieren Verantwortliche aus Osthessen

  • Johannes Götze
    vonJohannes Götze
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Die Notfallstrategie des Landes Hessen wird dem Amateurfußball für diese Spielzeit den Garaus machen. Eine Annullierung ist nun unvermeidbar. So reagieren die Verantwortlichen aus Osthessen darauf.

Fulda - Am Donnerstag wurden die weiteren Corona-Maßnahmen für Hessen für die kommenden Wochen beschlossen. Aufgrund der Notbremsestrategie kann das Land Hessen in Windeseile den Kontaktsport untersagen, weshalb eine vernünftige Planung nicht mehr möglich ist. Der Hessische Fußball-Verband hat allerdings noch keine Entscheidung getroffen, ob die Saison wegen der Corona-Pandemie endgültig abgesagt wird. Wir haben bei drei Verantwortliche aus Osthessen, ob sie eine Fortsetzung des Spielbetriebs für realistisch halten.

Corona-Maßnahmen könnten Amateurfußball Strich durch Rechnung machen - Das sagt der Sportliche Leiter der SGB

Volker Bagus, Sportlicher Leiter SG Barockstadt: Mit elf Siegen aus zwölf Spielen führt die Barockstadt aus Fulda die Hessenliga-Tabelle an. „Nach den neuesten Beschlüssen halte ich es weiter für möglich, dass wir die Hinrunde zu Ende spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verband voreilig alles absetzen wird. Was machen wir denn, wenn wir im Mai plötzlich wieder dürfen? Freundschaftsspiele? Wenn wir Mitte April wieder trainieren, würden wir die verbleibenden Spiele schaffen“, so Bagus.

„Sollte dennoch abgebrochen werden, würden wir jede Möglichkeit ausschöpfen. Wir waren letzte Runde schon einer der Corona-Verlierer – nicht schon wieder. Wir stehen auf Platz eins und wollen in die Regionalliga. Am liebsten natürlich auf sportlichem Weg. Außerdem stellt sich die Frage nach dem Hessenpokal, denn da geht es ja auch um die Qualifikation für den DFB-Pokal. Sollen wir nach neun Monaten ohne Fußball plötzlich gegen Gießen spielen, die in der Regionalliga voll im Saft stehen?“ Doch der Sportliche Leiter hat auch Verständnis: „Alle haben es schwer momentan: Der Verband, aber auch wir Vereine. Auch bei uns kann niemand wirklich planen. So langsam verliert man immer mehr die Lust an der Vereinsarbeit.“

Amateurfußball in Corona-Zeiten: Vorstandssprecher aus Künzell glaubt nicht an Saisonfortsetzung

Andreas Schmitt, Vorstandssprecher TSV Künzell: Als jahrelanger Jugendleiter liegt Schmitt der Nachwuchs besonders am Herzen, und ganz viele Nachfragen erreichten den Vorstandssprecher zuletzt, wann die Junioren denn wieder trainieren können. „Momentan machen wir aber erst einmal gar nichts, wir warten ab, was der HFV nächste Woche präsentiert.“ An eine Saisonfortsetzung glaubt er nicht, was die A-Junioren benachteiligen würde. Dem Gruppenliga-Ersten würde ein Verbandsliga-Aufstieg zunichte gemacht werden.

Schmitt weiß gleichzeitig aber auch, dass eine Annullierung der ersten Seniorenmannschaft mächtig helfen würde. Schon im Vorjahr gelang der Klassenerhalt vermutlich nur aufgrund des vorzeitigen Abbruchs, nun würde dem Gruppenliga-Vorletzten nach einer weiteren schwachen Saison erneut eine Aussetzung der Absteiger zu Gute kommen. „Dann hätten wir auch im zweiten Jahr mächtig Glück gehabt. Es gab schon viele Kommentare von außerhalb in unsere Richtung, dass wir unabsteigbar seien. Aber noch müssen wir abwarten.“

Für Hosenfeld wäre Saison-Absage besonders bitter - So äußert sich der Zweite Vorsitzende

Jan Larbig, Zweiter Vorsitzender Spvgg. Hosenfeld: „Es ist eine Verflechtung von ganz vielen Kriterien, bis es wieder losgehen kann. Je länger es dauert, desto komplizierter wird es“, ist sich Larbig bewusst, dass eine Saisonfortsetzung in weite Ferne gerückt ist. „Ich hatte mir von der Regierung in den vergangenen Tagen schon etwas mehr erhofft.“ Für den Gruppenliga-Ersten hätte eine Annullierung zur Folge, dass ein Verbandsliga-Aufstieg im Sommer nicht mehr möglich wäre.

Besonders unglücklich angesichts dessen, dass Hosenfeld schon vergangene Saison Gruppenliga-Meister geworden war, aber auf den Aufstieg verzichtet hatte – diese Spielzeit wäre er aber wahrgenommen worden. „Natürlich ist es für uns eine bittere Situation. Aber wir haben mit der Mannschaft schon das Szenario kommuniziert, dass wir in der Gruppenliga bleiben könnten. Eine höhere Macht würde dann gegen uns entscheiden. Noch besteht ein wenig Hoffnung auf die Beendigung der Hinrunde, die für alle die fairste Variante wäre“, so der Zweite Vorsitzende der Sportvereinigung. 

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