Hier wird wohl in dieser Saison nicht mehr Handball gespielt. Jedenfalls keine Punktrunde.
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Hier wird wohl in dieser Saison nicht mehr Handball gespielt. Jedenfalls keine Punktrunde.

Wegen Corona

Handballverband setzt Saison bis zum 25. Februar aus – so finden das die Vereinsvertreter in der Region

Der Hessische Handballverband verlängert die Aussetzung der Saison bis 25. Februar, geht bis zum 15. März nichts, wird die Spielzeit nicht gewertet. Ein Beschluss, der in der Region auf Zustimmung stößt. Die Entscheidung hätte für einige auch noch klarer ausfallen dürfen. 

Fulda - Laut Hessischem Handballverband (HHV) soll der Spielbetrieb im Falle einer Nicht-Wertung dennoch nach den gültigen Spielplänen fortgesetzt werden, sobald der Amateursport wieder zugelassen ist. Auf- und Absteiger wird es dann nicht geben, die Ligen so weit wie möglich für die kommende Saison übernommen werden.  

Corona: Handballverband setzt Saison bis zum 25. Februar aus – so ist die Meinung in Fulda

Die Runde der Jugendmannschaften wird beendet, der Spielbetrieb bis zum regulären letzten Spieltag am 8. März ausgesetzt, Meister werden im Jugendbereich nicht ermittelt. Freundschaftsspiele sollen nach dem 8. März möglich sein. 

Die Beendigung der Saison im Jugendbereich hat das HHV-Präsidium in Absprache mit dem AK Jugend beschlossen, wie der Verband in einer Pressenotiz mitteilt. Das Augenmerk soll auf die Qualifikation für die kommende Spielzeit gelegt werden. Ein geordneter Spielbetrieb soll, sofern möglich, nach den Osterferien organisiert werden.

Es gibt keine Alternative zu dieser Entscheidung, sagt Martin Abel (Hünfelder SV): „Alles andere wäre unrealistisch. Und selbst, wenn im März wieder gespielt werden könnte, was will man denn da werten? Meine Idee wäre, wenn wieder etwas möglich sein sollte, eine Art Corona-Meister auszuspielen. Beispielsweise die Landesliga in drei Gruppen zu teilen, damit jeder sechs oder acht Spiele macht. Die jeweiligen Sieger könnten in einem Finalturnier den Meister ermitteln. 

Das wir wieder so ausgebremst wurden, ist natürlich schade. Bis Oktober war die Stimmung super, wir hatten eine gute Vorbereitung und sind mit einem Auswärtssieg gestartet. Und jetzt trainiert eben wieder jeder für sich. Am schlimmsten finde ich es aber für die Jugendlichen. Für sie wäre es wichtig gewesen, nach Möglichkeit doch noch eine Restrunde zu spielen.“

Den Jungen Spielern fehlt die Perspektive, meint Rene Wingenfeld (FT Fulda): „Die Entscheidung des Verbands ergibt Sinn. Was den Seniorenbereich angeht, hatte man das so oder so ähnlich ja bereits erwartet. Was mich ärgert, ist die Entscheidung im Jugendbereich. Dort die Runde abzubrechen und sich auf die Qualifikation zu konzentrieren, halte ich nicht für richtig. Da fehlt den jungen Spielern eine Perspektive.  

Wir machen aktuell in der Abteilung ab und zu Videokonferenzen und unsere Frauen zum Beispiel machen jede Woche eine digitale Trainingseinheit. Aber ansonsten kann man sich derzeit ja nur allein und mit Laufen fit halten. Und da ist die Motivation irgendwann aufgebracht, es fehlt einfach das Ziel. Die größte Gefahr in dieser Situation besteht in meinen Augen darin, dass die Spieler sagen, „ich brauche jetzt keinen Handball mehr“. Sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich.“  

Die Vereine sollen selbst entscheiden, findet Christoph Dimmerling (HSG Großenlüder/Hainzell): „Was mich an der Entscheidung stört, ist die Tatsache, dass offensichtlich auch ohne Saisonwertung der Spielplan beibehalten werden soll. Das ist doch dann auch egal. Da sollte lieber jeder Verein selbst entscheiden, wie und wann er noch spielen möchte. Schon allein wegen der Fitness.

Die Mannschaften trainieren seit Monaten nicht, wir müssen erst mal schauen, wer überhaupt noch spielfähig ist. Da möglicherweise ab März einen Spielplan durchzupeitschen, halte ich für unverantwortlich. Wir brauchen eigentlich drei oder vier Monate Vorbereitung, um überhaupt wieder richtig fit zu werden. Sonst ist das Verletzungsrisiko zu hoch.“

Man hätte Besser gleich komplett abgebrochen, erklärt Werner Müller (TV Flieden): „Die Entscheidung ist doch Quatsch. Jeder weiß, dass wir in dieser Saison keine Runde mehr spielen werden. Da sollte man lieber gleich komplett abbrechen, anstatt jetzt wieder so schrittweise vorzugehen. In der Jugend hat man das gemacht, dann soll man für die Aktiven gleichziehen.

Besser fände ich es, im Sommer ein kleines Turnier zu veranstalten, vielleicht sogar ein Beachturnier. Das wäre auch eine lustige Alternative. Erst mal müssen wir allerdings abwarten, was die Infektionszahlen machen. Im Moment sind wir da ja ganz vorne in Fulda. Da können wir nichts übers Knie brechen. 

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