Die Hallen sind wieder zu. Mindestens im November ist der Amateursport erneut ausgesetzt.
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Die Hallen sind wieder zu. Mindestens im November ist der Amateursport erneut ausgesetzt.

Nichts geht mehr

Corona legt Lokalsport erneut lahm: Große Enttäuschung bei den Sporlern in Fulda

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  • Laurenz Hiob
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Deutschland geht ab Montag in den Lockdown. Dazu gehört ein erneutes Aussetzen des Freizeit- und Amateursports. Bei den hiesigen Sportlern ist die Enttäuschung groß. Es gibt aber auch Verständnis für die harten Maßnahmen.

Hansi Buchmann, Vorsitzender KTVFulda

Turnen - Hansi Buchmann (Vorsitzender KTV Fulda): Ich hatte am Samstag nach unserem Heimwettkampf schon gesagt, dass ich nicht mit einer Fortsetzung der Saison rechne. Von daher überraschte mich das Wettkampfverbot nicht. Die Deutsche Turn-Liga wird nun abwägen, ob sie die Wettkämpfe nur aussetzt oder die Saison für beendet erklärt. Meines Erachtens führt kein Weg an einem Ligaabbruch vorbei. Ich verstehe allerdings das generelle Trainingsverbot nicht. Hier hatte ich gehofft, dass wir – wie nach dem ersten Lockdown – in kleinen Gruppen eventuell ohne Hilfestellung Training anbieten können. Gerade die Nachwuchsturnerinnen und Nachwuchsturner wird das erneute Trainingsverbot zurückwerfen.  

Volker Schunke, Wasserballwart der Wasserfreunde Fulda

Wasserball - Volker Schunke (Wasserballwart der Wasserfreunde Fulda): Für uns ist der erneute Lockdown der GAU. Wir waren richtig gut im Training, für uns wäre jetzt ein perfekter Zeitpunkt gewesen, die ersten Spiele zu machen. Die Bundesliga wird jetzt erst zwischen Januar und März starten. Auch für die 2. Liga rechne ich nicht damit, dass vor Januar oder Februar der Spielbetrieb aufgenommen wird. Eine volle Runde werden wir da kaum noch spielen können. Das ist schade, weil wir in dieser Saison mal wieder eine richtig starke Truppe haben. Schlimm ist auch, dass uns unser Element völlig fehlt, da die Schwimmbäder geschlossen sind. Natürlich können auch wir uns durch Laufen fit halten, aber als Training taugt das nicht viel. 

Harald Piaskowski (60), Vorsitzender des Sportkreises Fulda-Hünfeld

Vier Fragen an Harald Piaskowski (60), Vorsitzender des Sportkreises Fulda-Hünfeld

Hatten Sie mit so scharfen Maßnahmen gerechnet?

Nein, dass der Amateursport wieder komplett ausgesetzt wird, damit hatte ich nicht gerechnet. Die Hygienekonzepte, die die Vereine erarbeitet haben, hatten meiner Meinung nach Hand und Fuß. Und mir persönlich ist nicht bekannt, dass es im Training oder im Wettkampf Infektionen gegeben hätte.

Was halten Sie von dem erneuten Lockdown?

Er stimmt mich sehr traurig. Vor allem, wenn ich an den Nachwuchs denke. Gerade hatten wir die Kinder wieder mit Mühe und Not an Bord geholt. Und jetzt müssen wir sie wieder nach Hause schicken. Der Hallensport ist noch mal eine andere Sache, aber ich finde, Sport draußen ist kein Problem. Unsere Kanuten auf der Fulda halten etwa immer eine Bootslänge Abstand voneinander.

Was bedeutet das Sportverbot für die Vereine?

Für die Vereine wird das ganz schwer. Alle haben sich so viel Mühe gegeben, ihre Hygienekonzepte umzusetzen. Und es hat gut funktioniert. Bisher habe ich noch nichts von zahlreichen Austritten gehört. Aber das kann sich natürlich ändern. Ohne Schäden geht so ein erneuter Lockdown sicher nicht ab.

Welche Perspektive sehen Sie für den Amateursport?

Ich rechne nicht damit, dass wir am 1. Dezember wieder starten. Im Gegenteil, ich gehe eher davon aus, dass die Lage bis März schwierig bleibt. Ferner glaube ich, dass die Entwicklung ähnlich wie im Frühjahr sein wird: Zunächst darf draußen und in Kleingruppen trainiert werden; die Hallen werden noch eine ganze Weile geschlossen bleiben.

Edmund Schad, Abteilungsleiter Kegeln des PSV Blau-Gelb Fulda und Vorstandsmitglied bei Königsblau Rommerz/KSG Neuhof

Kegeln - Edmund Schad (Abteilungsleiter Kegeln des PSV Blau-Gelb Fulda und Vorstandsmitglied bei Königsblau Rommerz/KSG Neuhof): Die Kegler der KSG Neuhof sind mit dem Lockdown einverstanden, zumal viele Aktive zur Risikogruppe gehören. Bei den anderen Clubs im Kreis wird das wohl ähnlich gesehen. Alle Vereine im Kreis haben sich an die Hygienekonzepte gehalten. Die KSG-Bundesligamannschaft hat für ihre Auswärtsspiele nochmals eigene Kugeln samt Kugelpass angeschafft, um nicht beim Gegner auf Material zu stoßen, das benachteiligt. Neuhof hat bereits frühzeitig Spiele verlegt oder ganz darauf verzichtet. Wir gehen davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann. Der von der KSG favorisierte Vorschlag, mit drei zweiten Bundesligen zu spielen, wäre im Nachhinein besser gewesen.

Rudolf Köhl, Bezirksschützenmeister des Schützenkreises Fulda/Rhön

Schießen - Rudolf Köhl (Bezirksschützenmeister des Schützenkreises Fulda/Rhön): Es ist ein bisschen schade, dass die Entscheidung, den Amateursport auszusetzen, so pauschal getroffen wurde. Bei uns Schützen hätten wir sicherlich mit einem guten Hygienekonzept weitermachen können. Allerdings verstehe ich auch, dass es für die Politik schwierig ist, bestimmte Sportarten auszugrenzen. Wenn es bei einer Aussetzung im November bleibt, können wir im Bezirk das gut auffangen. Unsere zwei Rundenwettkämpfe könnten wir nachziehen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass im Dezember alles voll weitergeht. Dass unsere Meisterschaftswettkämpfe im Februar stattfinden, glaube ich ebenfalls nicht. Denn da kommen bis zu 200 Sportler zusammen.

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