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Ab Montag gelten im Kreis Fulda schärfere Regeln für Sport in Innenräumen. Bei Trainern und Funktionären der Region hält sich die Begeisterung in Grenzen. (Symbolbild)

Verschärfung ab Montag

Corona in Fulda: 3G-Regel für Sport in Innenräumen - Das sagen Trainer und Funktionäre

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  • Sabine Kohl
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Für Sport in Innenräumen gilt in den Landkreisen Fulda und Main-Kinzig die 3G-Regel, weil die Inzidenz über 35 liegt. Nicht-Geimpfte und -Genesene müssen für Training und Wettkampf einen negativen Test nachweisen. Das sagen Trainer und Funktionäre zur neuen Situation.

Osthessen - Harry Piaskowski, Vorsitzender des Sportkreises Fulda-Hünfeld, ist erleichtert und dankbar, dass die Hallen nicht gleich wieder komplett geschlossen worden sind. Im Vorstand des Sportkreises habe man eine Resolution verabschiedet mit Forderungen an die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung.

„Teil dieser Resolution war das Angebot des organisierten Sports, die 3G-Regel anzuwenden, wenn im Gegenzug der Vereinssport im Freien und in den Hallen weiter möglich ist“, so Piaskowski. Diese Forderung sei mit der ab Montag geltenden Regelung erfüllt. „Keine Entscheidung gibt es dagegen bezüglich unseres Wunsches, dass Schnelltests für Vereinssporter und Trainer auch nach dem 11. Oktober kostenfrei bleiben“, so der Sportkreis-Vorsitzende.

Corona in Fulda: 3G-Regel beim Sport - Das sagen Trainer und Funktionäre

Dennoch sieht Piaskowski bei einigen Vereinen zunehmende Resignation, die auch in der Vorstandssitzung am Mittwochabend deutlich geworden sei. „Bei den Vereinsverantwortlichen gibt es viele Fragen und Unsicherheiten, wie mit der aktuellen Situation umzugehen ist und wie es weitergeht“, bemerkt er.

Er persönlich sei der Meinung, es sei falsch, sich weiterhin ausschließlich an Inzidenzen zu orientieren. „Aber da bin ich kein Experte, das müssen andere entscheiden.“ Und vielleicht, fügt er hinzu, „ist das ja auch längst passiert und die Hallen sind deshalb noch auf, weil andere Werte zugrunde gelegt werden.“ (Lesen Sie hier: 3G-Regel ab Montag - Das sagen Gastronomen, Veranstalter und Friseure)

Helmut Meister, Vorsitzender des Sportkreises Main-Kinzig sieht die Anordnung der 3G-Regel für den Hallensport „nicht so tragisch“. Betroffen von der Testpflicht seien ja ausschließlich die Nicht-Geimpften oder -Genesenen. „Ich hoffe, dass noch mehr Sportler dem Aufruf des Landessportbundes folgen, sich impfen zu lassen, denn in meinen Augen ist dies der einzig richtige Weg.“ Bis in ein oder zwei Monaten die Saisons der Hallensportler beginnen, habe sich die Situation möglicherweise wieder so entspannt, dass die Testpflicht entfallen könne. „Ich bin da ja immer Optimist“, so Meister.

Weniger optimistisch ist die Stimmung bei der KTV Fulda: „Keine Ahnung, wie wir das umsetzen werden, darüber habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht“, gesteht Hansi Buchmann, Vorsitzender der KTV Fulda. Während der Ferien lief das Training der Turner intensiv und effektiv. Gerade der Nachwuchs habe durch die zusätzlichen Einheiten gehörig aufgeholt. Viele Jugendliche seien allerdings nicht geimpft oder erst einmal, die Kinder fast alle nicht, weiß Buchmann.

Schärfere Corona-Regeln ab Montag: 3G stellt „Rieseneinschränkung“ dar

Wie die letzte Ferienwoche überbrückt wird, ob sich die Kinder und Jugendlichen dann ständig testen lassen müssen, um ins Training gehen zu können, will Buchmann noch abklären. Wenn dann wieder Schule ist und dort Tests stattfinden, sieht er den Trainingsalltag zumindest nicht gefährdet. „Dann wird es keine großen Einschränkungen geben.“ (Lesen Sie auch: „Gewinner“ der Pandemie: Tennisclub BW Petersberg feiert 50-jähriges Bestehen)

Erik Bott hat einen pragmatischen Ansatz: „Die Vorgaben sind nunmal so, das akzeptieren wir natürlich“, sagt der Vorsitzende der Wasserfreunde Fulda. Dennoch hält er die 3G-Regelung in Schwimmbädern „für etwas übertrieben. Meiner Kenntnis nach hat sich dort noch niemand angesteckt. Auch weil Viren in einer Chlorumgebung wohl kaum überlebensfähig sind.“ Trotzdem sind alle Schwimmer der Wasserfreunde über die Neuregelung informiert worden.

Video: Das sind die neuen Corona-Regeln in Deutschland

Wie hoch der Impfstand bei Schwimmern und Wasserballern ist, kann Bott nicht sagen. „Das soll jeder selbst entscheiden. Hier spielt die Eigenverantwortung eine große Rolle. Wer aber keinen Test nachweisen kann, darf eben nicht in der Halle mittrainieren“, meint Bott. Derzeit trainieren die Wasserfreunde noch im Rosenbad, samstags mit einigen Gruppen im Esperanto. Ab 20. September soll es nach einer energetischen Erneuerung dann endlich ins Sportbad Ziehers in die Halle gehen. „Mal sehen, wie die Lage dann ist“, meint Bott, der beklagt, dass „wir einfach zu wenig Wasserflächen zum Trainieren in der Halle haben.“ Das sei ein viel größeres Problem als die 3G-Regelung. 

Für die Handballer des Bezirksoberligisten TV Flieden stellt 3G „eine Rieseneinschränkung dar, weil erst knapp die Hälfte der Spieler geimpft sind“, erklärt Trainer Jakub Kowacki. Gestern Abend tagte der TV-Vorstand, um das weitere Vorgehen detailliert zu besprechen. Man werde sich aber „natürlich an die Vorgaben halten“, erklärt der TV-Coach. In den vergangenen Wochen hat Kowacki mit seinem Team viel im Freien trainiert. Jetzt sollte es in der Halle richtig losgehen – am 11. September steht ein Testspiel in Stockstadt auf dem Programm.

Weitere Statements

Was FT Fulda und Vereinsverantwortliche im Tischtennis von den neuen Corona-Regeln halten, erfahren Sie in der Printausgabe der Fuldaer Zeitung vom Freitag, 20. August, und im digitalen E-Paper.

„Mal sehen, wie sich die Lage bis dahin entwickelt. Ich würde mich aber natürlich freuen, wenn sich möglichst viele Spieler impfen lassen würden. Aber das muss und soll jeder selbst entscheiden“ sagt Kowacki. Er sei nicht überrascht, dass die Infektionszahlen momentan so rasch steigen würden. „Ich halte aber die Inzidenz als alleinigen Indikator für die Gefährdungslage durch das Virus für nicht mehr ausreichend“, erklärt der TV-Trainer abschließend.

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