Der Hessische Fußball-Verband hofft im Corona-Lockdown zumindest die Hinrunde zu Ende spielen zu können.
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Der Hessische Fußball-Verband hofft im Corona-Lockdown zumindest die Hinrunde zu Ende spielen zu können.

Handball: Entscheidung am Dienstag

Corona-Lockdown: Tischtennis-Verband sagt Saison ab - Fußballer hoffen noch auf Spiele

  • Steffen Kollmann
    vonSteffen Kollmann
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  • Angelika Kleemann
    Angelika Kleemann
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Die Lockdown-Verlängerung bis zum 7. März setzt den Hallensport matt. Der Hessische Tischtennis-Verband hat am Donnerstag die Saison für beendet erklärt. Der Handball-Verband wird dies am Dienstag tun, der Fußball hofft noch. 

Hessen - Nachdem die neuen Corona-Beschlüsse für das Land Hessen im hessischen Corona-Kabinett beschlossen wurden, wurde bekannt, dass der Corona-Lockdown in Hessen bis zum 7. März verlängert wird. Der Hessische Tischtennis-Verband hat deshalb die Saison abgesagt, der Handball-Verband wird wohl in der kommenden Woche über die Absage beraten. Lediglich die Fußballer hoffen darauf, nach dem Corona-Lockdown wieder spielen zu dürfen. Unterdessen hat der Landessportbund einen Vorschlag für einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Sportbetrieb vorgelegt.

Tischtennis: Absage ist im Corona-Lockdown Alternativlos

Das Präsidium des Hessischen Tischtennis-Verbandes hat am Donnerstag die Saison 2020/2021 abgebrochen und für ungültig erklärt. Weiterführende Veranstaltungen wie Einzelmeisterschaften und Ranglistenturniere wurden ebenfalls wegen Corona abgesagt. Sowohl der Trainingsbetrieb zum 8. März als auch die Weiterführung der Saison zum 15. März seien aufgrund der aktuell geltenden Corona-Verordnungen in Hessen nicht sichergestellt. Das Präsidium habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, jedoch sei sie aus Sicht des HTTV sowie aller Bezirks- und Kreisverantwortlichen und der Vorstandsmitglieder alternativlos. Die Mannschaften behalten in der folgenden Spielzeit ihre Klassenzugehörigkeit, es gibt keine Auf- oder Absteiger.

Handball: Saison beendet - aber noch nicht offiziell

Hinter vorgehaltener Hand ist die Saison im Hessischen Handball-Verband beendet. Offiziell bekannt gegeben wird dies erst nach der Präsidiumssitzung. „Wir wollen noch die Verlautbarung des Landes über den bis zum 7. März verlängerten Lockdown abwarten und dann am Dienstag entscheiden“, sagt Andreas Hannappel, Geschäftsführer des Hessischen Handball-Verbandes. Dabei verweist er auf die im Januar getroffenen Präsidiums-Beschlüsse, die Runde nicht fortzusetzen, sollte bis zum 15. März keine umfassende Wiederaufnahme des Spielbetriebs möglich sein. „Darauf wird es hinauslaufen“, lässt sich Hannappel entlocken.

Welchen Schaden der Handballsport durch den Corona-Lockdown genommen hat, darüber will sich Hannappel kein Urteil erlauben. Auf jeden Fall habe es wenige Vereinsaustritte gegeben. Die Gemütslage in den Vereinen sei sehr konträr. Sie reiche von der Sorge um Schwund bis zur Hoffnung auf einen Boom, wenn es wieder losgeht. Auf jeden Fall hofft der Geschäftsführer, dass die Jugend Ende April, Mai oder Juni die Qualifikationsrunde für die kommende Handball-Saison spielen kann. Dass die neue Runde im Herbst ohne Einschränkungen stattfinden kann, dem erteilt Hannappel eine Absage: „Ich gehe davon aus, dass es Einschränkungen geben wird.“

Fußball: HFV und seinen Vereinen läuft die Zeit davon

Die Verantwortlichen des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hoffen weiterhin, die Saison 2020/21 zu einem sportlich fairen Ende zu führen. Dafür soll zumindest die Hinrunde fertig gespielt werden – für die meisten Osthessen würden maximal noch acht Spiele anstehen. Da der Verband den Sportlern eine mehrwöchige Vorbereitungsphase einräumen möchte, die Runde Ende Juni aber beendet sein muss, darf der Corona-Lockdown kaum über März hinaus verlängert werden. Über den Themenkomplex Spielbetrieb möchte der HFV seine Vereinsvertreter am 10. März in einer digitalen Sprechstunde informieren. Fragen an Verbandsfußballwart Jürgen Radeck können bis zum 7. März schriftlich eingereicht werden.

Landessportbund legt Plan vor

Mit einem konkreten Vorschlag für einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Sportbetrieb hat sich der Landessportbund Hessen (lsb h) an die Landespolitik gewandt. Unter dem Begriff „Corona Sportampel Hessen“ zeigt der Dachverband des hessischen Sports in seinem Eckpunktepapier auf, wie ein an das jeweilige Corona-Infektionsgeschehen angepasster Sportbetrieb aussehen könnte.

„Wir stellen keine Forderungen bezüglich des Zeitpunkts der Lockerungen. Wir sind aber überzeugt, dass es langfristiger Planungen und mittelfristiger Perspektiven bedarf, an denen sich die 7600 hessischen Vereine orientieren können“, sagt Landessportbund-Präsident Dr. Rolf Müller.

Für den Erwachsenenbereich sieht die Corona Sportampel des lsb h vier Stufen vor:

Rot: Sport nur alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand

Orange: Sport in Kleingruppen

Gelb: Sport in festen Gruppen bis 25 Personen

Grün: Sportbetrieb ohne Kontakt- und Gruppengrößenbeschränkungen

Er kritisiert, dass die positiven gesellschaftlichen und gesundheitsfördernden Wirkungen des Vereinssports in den politischen Corona-Diskussionen auf Bundesebene nicht ausreichend gewürdigt wurden. Ein andauernder Stillstand werde negative gesundheitliche und psychosoziale Folgen nach sich ziehen. Dies sei insbesondere im Kinder- und Jugendbereich der Fall. Kinder litten besonders unter der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Bewegungsmangel.

Um die Langzeitfolgen abzumildern, sollte die Politik „eine prioritäre Öffnung des Kinder- und Jugendsports in Betracht ziehen“, sagt Müller. Für den Erwachsenenbereich sieht die Corona-Sportampel des Landessportbundes vier Stufen vor. In seinem Papier fordert der lsb h eine Gleichstellung von Schwimmbädern und Fitnessstudios mit anderen Sportanlagen und eine „abgestimmte Vorgehensweise zwischen Landesregierung, lsb h und kommunalen Spitzenverbänden“ zur einheitlichen Öffnung von Sportanlagen.

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