Jogger laufen auf einem Feldweg.
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Sport in Corona-Zeiten: Erlaubt bleibt Individualsport, also etwa joggen, walken oder inlineskaten.

Neue Corona-Regeln

Starker Tobak für Hessens Sportvereine: Ab Donnerstag geht fast nichts mehr - Landessportbund ist sauer

Jetzt geht überhaupt nichts mehr. Während sich Tennisspieler, Golfer oder Tänzer auf eine Klausel in den Corona-Bestimmungen beriefen, die Sport zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt, ist ab Donnerstag endgültig Schluss.

Frankfurt/Fulda - Dank eines „hessischen Sonderwegs“ werden wegen Corona alle öffentlichen und privaten Sportstätten ab Donnerstag endgültig geschlossen - auch in Fulda. Der Landessportbund Hessen (LSB) ist „enttäuscht“. LSB-Präsident Rolf Müller schrieb am Dienstag von einem „Sportverbot im Zuge des Teil-Lockdowns“. Man werde der gesellschaftspolitischen Verantwortung zwar weiter nachkommen. „Das Verbot jeglichen Sportbetriebs auf den Sportanlagen trifft den Vereinssport aber sehr hart“, fügte der Christdemokrat aus Gelnhausen an.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist Freizeit- und Amateursport bis Ende November nicht gestattet. Ausnahmen werden in manchen Bundesländern höchstens beim Individualsport gemacht, Mannschaftsspiele und Training sind bis 30. November bundesweit untersagt.

Neue Corona-Regeln treffen Amateursportler in Hessen: Ab Donnerstag geht fast nichts mehr

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Der LSB konkretisiert auf seiner Website die „neuen Corona-Regelungen“, die im Freizeit- und Amateursportbetrieb ab Donnerstag, 5. November, gelten, und beantwortet Detailfragen „in Abstimmung mit dem Hessischen Innen- und Sportministerium“. Öffentliche und private Sportanlagen sind demnach bis einschließlich 30. November geschlossen.

Es sei nur noch „möglich, im öffentlichen Raum, also auf Wegen, auf Wasserstraßen und öffentlichen Wasserflächen, im Wald oder in Parks, Individualsport zu betreiben, also etwa zu joggen, Rad zu fahren oder zu wandern.“ Reiten, rudern, segeln, Stand-Up-Paddeling und Ski-Langlauf im Sinne einer freizeitsportlichen Tätigkeit seien in der Öffentlichkeit unter Einhaltung der sonstigen Kontaktbeschränkungen möglich. Der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports sowie der Schulsport bleiben laut Ministerium ebenso erlaubt, sofern ein Hygienekonzept vorliege.

„Die Entnahme von Sportgeräten aus Sportanlagen ist zu diesem Zweck gestattet. Das Bewegen von Pferden ist vor dem Hintergrund des Tierwohlgesetzes auch auf der Sportanlage gestattet“; Reitkurse, Schulungen oder Wettbewerbe beinhalte diese Ausnahme jedoch ausdrücklich nicht.

Dass die Politik den Vereinssport als „Freizeitgestaltung“ bezeichnet, ärgert den Landessportbund und dessen Chef. Rolf Müller wünscht sich „mehr Wertschätzung“ in den politischen Debatten.

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