Ab Mitte Mai ist Eva Jansohn zu Besuch bei ihrer Familie in Grüsselbach und wird ihre zweite Saison für den Hünfelder SV starten.
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Ab Mitte Mai ist Eva Jansohn zu Besuch bei ihrer Familie in Grüsselbach und wird ihre zweite Saison für den Hünfelder SV starten.

Studentin in den USA

Hund, Familie und die Rhön: Mittelstreckenläuferin Eva Jansohn freut sich auf ihren Sommer in der Heimat

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Mitte Mai weilt Eva Jansohn zum Heimaturlaub wieder in Grüsselbach. Dann wird die Mittelstrecklerin für den Hünfelder SV ihre zweite Wettkampfsaison nach 2019 bestreiten. Den Rest des Jahres verbringt die Studentin an der University of Michigan in Ann Arbor, USA.

Hünfeld - Die 20-Jährige, die in Michigan für die Unimannschaft startet, gibt Auskunft über das Leben während der Corona-Pandemie in den USA, ihre Ziele über 800 und 1500 Meter, den bevorstehenden Heimaturlaub und das Training in Hünfeld mit Rainer Hahn. (Lesen Sie hier: „Ich habe alles erreicht, was ich konnte“: Leichtathletik-Talent Friedrich Schulze aus Steinau über die Saison)

Wann haben Sie Ihre Familie das letzte Mal gesehen?
Ich war über Weihnachten zuhause in Grüsselbach.
Corona hält Deutschland in Atem. Wie sieht es in Amerika aus. Schränkt Sie Corona sehr ein?
Die Querfeldein-Saison im Herbst und die Hallensaison am Anfang des Semesters sind leider größtenteils wegen Coronafällen ausgefallen. Ich bin aber sehr dankbar, dass ich – obwohl keine Wettkämpfe stattgefunden haben – trotzdem das ganze Jahr über trainieren konnte.
Was ist erlaubt?
Geschäfte sind geöffnet, in Restaurants kann man draußen essen.
Was nervt Sie bei den Einschränkungen am meisten?
Die Online-Vorlesungen. Seit letztem Frühling finden alle Vorlesungen online statt. Nächstes Semester werden wir allerdings wieder Präsenzunterricht haben. Darauf freue ich mich schon sehr, denn mir fällt es viel schwerer, zuhause zu lernen als im Klassenzimmer. Bitter ist, dass man sich nicht mit zu vielen Freunden treffen soll.

Studentin Eva Jansohn über Corona in den USA: Online-Vorlesungen nerven am meisten

Das schlägt doch bestimmt auf die Stimmung.
Man merkt deutlich, dass die Menschen hier in Amerika wie auch in Deutschland langsam die Geduld verlieren. Die meisten halten sich trotzdem an die Regeln, es wird aber Zeit, dass wieder eine gewisse Normalität Einzug hält.
Sind Sie schon geimpft?
Ja, vor drei Wochen habe ich meine erste Dosis bekommen, und diese Woche folgt die zweite Impfung.
Die Vorlesungen finden online statt, wie sieht der Trainingsalltag aus. Was geht da?
Wir trainieren sechs Tage in der Woche zusammen. Alle Unisportteams sind verpflichtet, den Athleten einen freien Tag in der Woche zu geben. In einer normalen Woche haben wir zweimal morgens Krafttraining sowie nachmittags während der Woche und samstagmorgens ungefähr zwei Stunden Lauftraining. In Wochen mit Wettkämpfen sieht das dann immer ein bisschen anders aus.
Demnach finden Wettkämpfe statt.
Ja, allerdings dürfen wir wegen Corona nur gegen Schulen in unserer Liga laufen (Big-10-Conference), weil diese Schulen alle dieselben Coronaregeln haben. Zuschauer sind nur wenige zugelassen. Bei Reisen müssen wir strenge Abstandsregeln befolgen und Masken tragen.

Leichtathletin des Hünfelder SV: Eva Jansohn freut sich auf ihre zweite Saison in der Haunestadt

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Leistungen?
Ich bin recht zufrieden. Über die 1500 Meter bin ich Bestzeit gelaufen, über die 800 Meter die zweitbeste Zeit in meiner Karriere. Ich weiß aber, dass ich mich noch steigern kann. Meiner Meinung nach ist Laufen halb Training und halb Kopfsache. Ich bin momentan gut trainiert, muss mir aber beim Rennen ein bisschen mehr zutrauen.
Was für wichtige Wettkämpfe stehen in den USA noch an?
Mein Ziel ist, beim Big-10-Conference-Finale mitzulaufen. Bis dahin stehen noch zwei normale Wettkämpfe auf dem Programm.
Was sind Ihre Ziele für diese Saison?
Ich konzentriere mich bei meinen Zielen immer auf persönliche Zeiten und versuche, mich nicht mit meiner Konkurrenz zu sehr zu vergleichen. Über die 800 Meter möchte ich unter 2:10 Minuten laufen und über die 1500 Meter unter 4:30.
Wann steht der Heimaturlaub an?
Mitte Mai endet die Saison bei uns an der Uni, dann komme ich nach Deutschland. Ich weiß noch nicht genau, wie lange ich bleiben werde, weil noch ein Praktikum an meiner Universität geplant ist. Aber vermutlich bleibe ich bis Juli in Deutschland.

Zur Person

Eva Jansohn (20) kommt zwar aus Grüsselbach, lebt aber in Ann Arbor in Michigan. Ihre Familie verschlug es vor 15 Jahren nach Amerika, ihr Vater arbeitete dort für die Edag. Vor drei Jahren kehrte ihre Familie ins Hünfelder Land zurück, Eva entschied sich aber für ein Studium in Psychologie im Hauptfach und Informatik als Nebenfach an der University of Michigan.

Die erfolgreiche Mittelstrecklerin gehört zur Unimannschaft und startete vor zwei Jahren während ihres Heimaturlaubs erstmals für den Hünfelder SV: ein süddeutscher Titel, zwei Hessentitel und ein sechster Rang bei der U 20-DM lautete die damalige Erfolgsbilanz. Wenn sie einmal nicht trainiert oder lernt, kocht und backt sie gerne, wandert und zeltet in der Natur.

Ende Juni findet in Koblenz die U 23-DM statt. Mit Ihnen an der Startlinie?
Welche Wettkämpfe in Deutschland möglich sind, kann ich nicht abschätzen, das bespreche ich mit Trainer Rainer Hahn in Hünfeld.
Worin unterscheidet sich das Training in Hünfeld mit Rainer Hahn mit dem in den USA?
Hier habe ich mehr Teamkolleginnen in meiner Leistungsgruppe. Das Training wird durch die Schule gefördert, und dadurch kommen mehr Leute zum Sport. In Hünfeld macht mir das Training sehr viel Spaß, vor allem weil Rainer sich sehr um alle Athleten kümmert und jeden von uns motiviert und fördert. Rainer kann sich mit jedem Athleten über seine persönlichen Leistungen freuen. Das ist sehr schön.
Auf was und auf wen freuen Sie sich in Deutschland am meisten?
Auf schöne Wanderungen in der Rhön, auf meinen Hund, auf Opa, Oma und die Familie.

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