Dom-Skater Fulda: Mario Würz und Lena Gutty wollen in den Wettbewerbsbetrieb einsteigen.
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Mario Würz und Lena Gutty wollen in den Wettbewerbsbetrieb einsteigen.

Vom Freizeit- zum Wettkampfsport

Dom-Skater Fulda: Junger Verein hat bereits 30 Mitglieder

  • Sabine Kohl
    vonSabine Kohl
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Die Dom-Skater Fulda sind ein junger Verein. Ein Verein im Aufbau. Die Initiatoren um den Vorsitzenden Thomas Bock haben sich vorgenommen, einer Nischensportart in Osthessen einen Platz zu verschaffen. Ein weiteres Ziel: Vor allem Kindern wollen die Dom-Skater Sicherheit auf acht Rollen vermitteln.

Fulda - „Ich habe das Inlineskaten als Sportart lange gar nicht wahrgenommen“, erzählt Lena Gutty. So wie der 22-Jährigen Studentin geht es vielen, die in ihrer Freizeit gelegentlich mal ein Stündchen auf Rollen unterwegs sind. Der 2018 gegründete Verein Dom-Skater Fulda, in dem Lena Mitglied ist, möchte das Skaten als Sportart in der Region etablieren. Im Training wurde Lena Gutty von der Wettkampfidee „angefixt“. Den endgültigen Anstoß hat dann ihre Teilnahme an den Hessischen Meisterschaften Anfang dieses Jahres gegeben. Dort hat sie mit ihrem Vereinskollegen Mario Würz (37) erstmals an Bahnwettkämpfen teilgenommen.

„Sie war so begeistert, dass wir auf der Heimfahrt gleich einen weiteren Trainingsplan ausgearbeitet haben“, erinnert sich Dom-Skater-Vorsitzender Thomas Bock mit einem Lachen. Einer der wenigen anderen Dom-Skater – mittlerweile hat der Verein rund 30 Mitglieder –, der außer Lena regelmäßig an Wettkämpfen teilnimmt, ist Mario Würz. Ihn wiederum hat Trainerin Birgit Bock „angefixt“.

„Sie wollte 2015 unbedingt mal wieder einen Marathon fahren“, berichtet der 37-Jährige. „Da, dachte ich dann, mache ich mal mit.“ Und ist dabei geblieben – selbst wenn er derzeit eine Pause einlegen muss. Wegen eines angeborenen Herzklappenfehlers steht demnächst eine OP an und der 37-Jährige darf derzeit keinen Sport im Hochfrequenzbereich betreiben. „Deshalb konzentriere ich mich vor allem darauf, an meiner Grundausdauer zu arbeiten“, berichtet Würz.

Seinen Trainingsplan hat jetzt Lena Gutty übernommen. Neben der Ausdauer – die Skater häufig auf dem Fahrrad trainieren, da das auf langen Strecken weniger belastend ist – gehören dazu Krafttraining, Sprint- und Intervallübungseinheiten sowie natürlich Technik. Und hier fangen die Schwierigkeiten der Dom-Skater an. Denn: „All das kann man nicht einfach auf einem Radweg trainieren“, stellt Thomas Bock fest.

In den Sommermonaten trainiert der Verein deshalb sonntags auf dem Parkplatz des Justus-Liebig-Centers in Petersberg. Hier ist es möglich, Runden zu fahren und enge Kurven. Im Winter weichen sie auf die Fuldaer Sporthallen aus. Hier in den bereits gut belegten Hallenplänen noch ein freies Fenster zu finden, sei aber nicht so einfach, erzählt Bock.

Derzeit trainieren die Mitglieder einmal die Woche in der Halle von antonius, eine weitere Stunde in der Marquardschule. Für ein wettkampforientiertes Training zu wenig, wissen Lena und Mario. Vor allem, da die Trainingsgruppe mittlerweile so groß ist, dass Anfänger und Fortgeschrittene getrennt werden müssten. Und um konkurrenzfähig nicht nur an Straßenmarathons, sondern auch an Bahnmeisterschaften teilnehmen zu können, fehlen in Osthessen sowieso die Möglichkeiten.

Dennoch, im Rahmen der Möglichkeiten wollen Lena und Mario so weit kommen wie möglich. „Es macht einfach Spaß, sich mit anderen zu messen und zu sehen, wie man durch Training besser und schneller wird“, begründet Mario seine Freude am Wettkampf: „Und der Rausch der Geschwindigkeit ist natürlich ein weiterer Grund. Wenn man aus eigener Kraft auf bis zu 50 Stundenkilometer kommt, das macht schon Spaß.“ Und Lena weiß: „Es ist ein Sport mit Suchtcharakter.“ Der dazu noch den ganzen Körper trainiert und relativ einfach auszuüben ist.

Mit ihrer Begeisterung haben die beiden mittlerweile den Nachwuchs angesteckt: Maya (12), Helena (12) und Livia (10) trainieren ebenfalls seit einem Jahr verstärkt, um demnächst – sobald das wieder möglich ist – ihre ersten Wettkämpfe zu bestreiten.

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