Theresa Panfil verlässt Eintracht Frankfurt im Sommer.
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Theresa Panfil verlässt Eintracht Frankfurt im Sommer.

Erst Pokal, dann neues Kapitel

Theresa Panfil verlässt im Sommer Eintracht Frankfurt - vielleicht mit einem Titel

  • Johannes Götze
    vonJohannes Götze
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Den DFB-Pokal hat noch nie eine Osthessin gewonnen. Theresa Panfil (25) und Shekiera Martinez (19) wollen das ändern – und zwar am morgigen Sonntag. Im Finale treffen die beiden mit Eintracht Frankfurt auf Dauersieger VfL Wolfsburg. Für Panfil gleichzeitig der letzte große Auftritt mit dem Adler auf der Brust.

Köln/Frankfurt - Denn im Sommer heißt es Abschied nehmen für die Fliedenerin. Vor zehn Jahren wechselte sie zum 1. FFC Frankfurt, dessen Spielrecht im vergangenen Jahr auf Eintracht Frankfurt überging. Das Ausnahmetalent reifte am Main zur Bundesliga- und Juniorennationalspielerin. Zwar legte sie ab 2013 zwei Jahre Halt bei Bayer Leverkusen ein, doch ihre fußballerische Heimat ist das Stadion am Frankfurter Brentanobad.

Die Erinnerungen an die Anfangstage sind präsent. Papa Christian, Mama Beatrix oder Opa Wilhelm holten die damalige Gymnasiastin in Fulda von der Schule ab, versorgten sie im Auto mit Essen auf Rädern gekocht von Oma Ursula und warteten in Frankfurt, bis das Training vorbei war. Erst 2015 nach ihrer Rückkehr zog Panfil nach Frankfurt, schloss die Stadt, die kleinen Cafés im Nordend und die vielen Parks ins Herz. Ihre Freunde sind Frankfurter, besonders in ihrer langen Reha-Zeit lernte sie davon eine Menge kennen und schätzen.

Eintracht Frankfurt: Theresa Panfil verlässt die Adler - vielleicht mit Titel

Der Abschied fällt nicht leicht, doch der Entschluss steht inoffiziell bereits seit März fest, erst in der vergangenen Woche wurde er öffentlich. Panfil hat den Anschluss an die Startelf verloren. Nach zwei Kreuzbandrissen, fünf Knieoperationen und 1244 Tagen ohne Pflichtspiel ist sie zwar seit einem Jahr wieder fit, kommt aber nicht über den Status der Trainingsweltmeisterin und Motivatorin in dem mit Nationalspielerinnen gespickten Team hinaus. (Lesen Sie hier: Eintracht-Frankfurt-Profi Theresa Panfil erklärt ihre Liebe zum Fußball)

Für Verdruss sorgt dies zwar nicht, sie ist Trainer Niko Arnautis genauso dankbar wie den Verantwortlichen, dass ihr in der langen Verletzungspause das Vertrauen ausgesprochen wurde. Doch Panfil will nicht nur diejenige sein, die auf der Bank dafür sorgt, dass sie die Mitspielerinnen mit ihrer positiven Art antreibt.

Dabei hat sie Spuren hinterlassen, die Rückmeldungen nach der Bekanntgabe waren außergewöhnlich, so schrieb Nationalspielerin Sophia Kleinherne auf Instagram über Panfil, dass sie Vorbild sei, menschlich und sportlich prägend, eine Inspiration. Panfil ehrt das, es reicht ihr aber nicht. „Die Gespräche laufen“, sagt sie, will aber keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Ihr Beraterteam, zu dem der deutsche Ex-Nationalspieler Cacau zählt, beschäftigt sich sowohl mit Offerten aus der Bundesliga als auch aus dem Ausland.

Panfil will aber vor allem eines: spielen. „Ich habe so viel Zeit in der Reha verbracht, mich zurückgekämpft. Und das höchste Gut ist für mich nun, mit aller Leichtigkeit einer Mannschaft auf dem Platz zu helfen.“ Gerne morgen. Doch wie für die Fuldaerin Martinez ist für Panfil morgen wohl ein Bankplatz vorgesehen. Beide sind bereit für den Ernstfall, wollen unterstützen und genießen. Stürmerin Martinez traf auf dem Weg ins Finale zweimal, Panfil wurde in drei Spielen eingewechselt.

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