Die Lauterbacher Luchse trainieren erstmals auf Sommereis.
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Die Lauterbacher Luchse trainieren erstmals auf Sommereis.

Meisterschaft ist Saisonziel

Premiere in Lauterbach: Eishockey-Team trainiert erstmals auf Sommereis - Nachfrage ist riesig

  • Sabine Kohl
    VonSabine Kohl
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In Lauterbach ist es kalt, mitten im Juli ist mindestens eine dicke Jacke angemessen, besser Schal und Handschuhe. Der Wintereinbruch ist geografisch jedoch sehr begrenzt: In der Eishalle wird seit gut einer Woche auf Sommereis trainiert. Eine Premiere. 

Lauterbach - „Vor allem für unsere Jugendspieler war es uns wichtig, dass sie nach der langen Pause endlich wieder aufs Eis kommen“, begründet Manfred Naumann, Vorsitzender der Lauterbacher Luchse, die Entscheidung des Eishockey-Vereins aus dem Vogelsberg, erstmals bereits im Sommer das Eis in der Halle aufzubereiten.

Und die Resonanz zeigt: Es war die richtige Wahl. Nicht nur der Luchse-Nachwuchs sowie die erste Mannschaft nutzen das Eis fleißig, sondern auch Vereine von außerhalb. „Bad Nauheim zum Beispiel hat 22 Stunden Eiszeit in der Woche gebucht“, berichtet Manfred Naumann. Sowohl der Nachwuchs als auch die Zweitliga-Mannschaft trainieren aktuell in Lauterbach. Das Team der EG Diez/Limburg absolviert Übungseinheiten im Vogelsberg, und sogar einige nationale und internationale Eishockey-Camps haben die Halle gebucht.

Eishockey: Luchse aus Lauterbach trainieren erstmals auf Sommereis

Die gute Auslastung sei eine Voraussetzung für das Experiment Sommereis gewesen, betont Naumann. Bad Nauheim habe bereits im Vorfeld Buchungen zugesagt, dass die Nachfrage jetzt sogar noch größer ist, freut den Luchse-Vorsitzenden umso mehr.
Nur über die Vermietung nämlich lassen sich die zusätzlichen Energiekosten decken. Hofft Naumann jedenfalls. Die erste Stromrechnung steht nämlich noch aus. Und ein bisschen drückt ihn auch sein Gewissen ob der nicht gerade ausgeglichenen Klimabilanz.

Dennoch, funktioniert das Konzept und lassen sich die Kosten decken, soll das Sommereis eine regelmäßige Einrichtung in Lauterbach werden. Bei Thomas Berndaner, Trainer der Lauterbacher Hessenliga-Mannschaft, kommt die Eiszeit im Sommer bestens an. „Es tut uns sehr gut, jetzt zu trainieren“, sagt der gebürtige Garmisch-Partenkirchener, der die Vogelsberger seit knapp einem Jahr trainiert.

Die vergangene Saisonvorbereitung sei wegen der Corona-Pandemie sehr kurz gewesen, dann sei der Lockdown gekommen. „Dass wir in diesem Jahr so früh wieder einsteigen, könnte uns in der Liga einen Vorteil bringen“, ist Berndaner optimistisch. Aktuell steht allerdings vor allem die Gewöhnung ans Eis auf dem Trainingsplan. Noch ist die Beteiligung für die Spieler außerdem freiwillig, Pflichttraining steht erst wieder ab dem 1. September auf dem Programm.

Sommereis in Lauterbach: Eishockey-Teams aus Hessen trainieren im Vogelsberg

„Ich merke aber, dass die Jungs hochmotiviert sind“, so der Trainer. „Die Beteiligung ist sehr gut.“ Berndaner hofft, mit der frühen Vorbereitung an die guten Leistungen der Vorsaison anzuknüpfen, als die Luchse auf dem besten Wege waren, einen vorderen Hessenligaplatz einzufahren. Nur eines ihrer vier absolvierten Spiele hatte die Mannschaft verloren. Weit vorne mitzuspielen, bestenfalls die Meisterschaft zu holen, ist das Ziel der Lauterbacher Luchse für die kommende Eishockey-Spielzeit. Auch der Aufstieg in die Regionalliga ist wieder eine Möglichkeit.

Und das, obwohl der Verein erst vor zwei Jahren den Rückzug aus der Regionalliga angetreten hatte, unter anderem aus finanziellen Gründen. Dennoch sieht auch Vorsitzender Manfred Naumann die Luchse mittelfristig wieder in der höheren Liga: „Wir sind hier einfach ein Traditionsstandort im Eishockey. Da sollten wir in einer Liga spielen, in der ein gewisser Leistungsstandard herrscht.“

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