Wird Jamal Musiala vom FC Bayern zum Shootingstar der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2021?
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Wird Jamal Musiala vom FC Bayern zum Shootingstar der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2021?

100-Tore-Bambini

Jamal Musiala freut sich über Unterstützung aus Osthessen - „verbinde nur Positives mit Fulda“

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Jamal Musiala, Hoffnungsträger für Deutschland bei der EM 2021, hat seine ersten Schritte als Fußballer beim TSV Lehnerz in Fulda gemacht. Aber wie gut erinnert sich der 18-Jährige noch an seine Anfänge und seine Kindheit in Osthessen?

Fulda/London - Unter anderem Bundestrainer Joachim Löw - auch auch Stefan Kuntz und Hansi Flick - ist es zu verdanken, dass Jamal Musiala jetzt bei der EM 2021 für Deutschland spielt und nicht für England. Der 18-Jährige hatte bis zum November 2020 schon 23 Einsätze für die Jugend-Nationalteams von England. Er hatte sogar schon eine Einladung für die A-Nationalmannschaft der Three Lions.

Von 2010 beziehungsweise endgültig dann aber 2011 hatte Jamal Musiala in England gelebt, ab 2011 beim FC Chelsea in der Jugend gespielt, ehe er als 16-Jähriger 2019 zum FC Bayern wechselte. Der TSV Lehnerz war und ist aber der einzige Verein, für den Jamal Musiala noch neben dem FC Bayern in Deutschland spielte. In Fulda in Hessen verbrachte der Nationalspieler seine frühe Kindheit im Alter von zwei bis sieben Jahren.

EM 2021: Jamal Musiala erinnert sich noch gut an Bambini-Zeit in Fulda

Die einstigen Mitspieler in der Bambini-Mannschaft des TSV Lehnerz drücken Jamal Musiala für die EM 2021 alle Daumen. Auch Branko Milenkovski, der ehemalige Trainer des Jüngsten im EM-Kader der deutschen Mannschaft, glaubt an den 18-jährigen Jamal Musiala. „Er geht ohne Angst rein. Ich traue ihm zu, dass er einer der Überraschungsspieler bei der EM wird und wünsche ihm, dass er den Titel nach Fulda holt“, sagte er.

Doch welchen Bezug hat Jamal Musiala, dessen Marktwert aktuell auf 38 Millionen Euro taxiert wird - Tendenz rasch steigend -, überhaupt noch zu seinen Fußball-Start beim TSV Lehnerz, für den er allein in einer Saison einmal über 100 Tore erzielte? Wie gut erinnert er sich an die Anfänge in Fulda? Hat er noch Kontakt nach Osthessen? Zu diesen Fragen äußerte sich der 18-Jährige jetzt im neuen DFB-Magazin.

Vor allem seine Mutter Carolin, die in Fulda studiert hat, habe noch Kontakt nach Fulda, berichtet Jamal Musiala, der einschränkt, dass er durch den Fußball viel unterwegs sei und deshalb weniger Kontakt habe. „Ich bekomme aber mit, wie sehr die Menschen in Fulda hinter mir stehen. Das freut mich sehr“, erklärt der DFB-Rekordmann, der nach seiner wichtigen Joker-Vorarbeit zum 2:2 bei der EM 2021 gegen Ungarn zum jüngsten Turnierspieler geworden ist, der je für Deutschland gespielt hat.

Es gebe auch schon noch Freundschaften aus der Zeit in Fulda (2005-2010), aber richtig intensiv seien die Verbindungen leider nicht mehr, ergänzt Jamal Musiala. Unter anderem sein früherer Mitspieler Phinees Bonianga vom 1. FC Kaiserslautern II hatte zuletzt erzählt, dass er noch regelmäßig Kontakt zu Jamal Musiala habe. Bonianga und Musiala waren zwischen 2007 und 2010 ein gefürchtetes Sturmduo auf den Sportplätzen in Fulda.

Video: Musiala auf Rang 5 - Die jüngsten Torschützen der BL-Geschichte

„Mit der Zeit in Fulda und beim TSV Lehnerz verbinde ich nur Positives“, erinnert sich Jamal Musiala im DFB-Magazin. „Wir haben einfach viel Fußball gespielt, hatten richtig viel Spaß, haben im Verein und auch vor der Haustür gespielt.“ In dem Interview in dem Länderspiel-Heft denkt der heute 18-Jährige auch elf Jahre zurück, als die Familie Fulda in Richtung England verließ. Diese Zeit sei „schon besonders hart“ gewesen.

„Ich kannte die Sprache nicht, hatte dort zuerst keine Freunde“, erzählt Jamal Musiala. „Der Fußball hat mir anfangs bei der Integration sehr geholfen. Jeder versteht die universelle Sprache des Fußballs. Besser wurde es, als ich nach ein paar Monaten Englisch schon gut verstehen konnte.“

In dem Interview erzählt der Fuldaer Junge auch, dass sein Leben nicht nur ausschließlich aus Fußball bestanden habe. Er habe beispielsweise gut gezeichnet und habe sich früher auch vorstellen können, später einmal Architekt zu werden, falls es mit Plan A als Fußball-Profi nicht geklappt hätte. „Aber es ist auch nicht schlimm, dass daraus nichts geworden ist.“

Im DFB-Magazin spricht Musiala auch über Wembley, wo er bereits als Elfjähriger zauberte.* „Wenn du elf Jahre alt bist, kommt dir jedes Stadion riesig vor, aber Wembley ist, glaube ich, auch heute noch für jeden außergewöhnlich.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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