Trotz Corona: Langeweile kommt bei Maberzells Tischtennis-Jungprofi Fan Bo Meng nicht auf.
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Trotz Corona: Langeweile kommt bei Maberzells Tischtennis-Jungprofi Fan Bo Meng nicht auf.

Nur die Turniere fehlen

Maberzells Fan Bo Meng bekommt vom Corona-Lockdown nicht viel mit

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Wenn Fan Bo Meng seinen Tagesablauf beschreibt, mag es sich eintönig anhören. Doch Langeweile kommt bei Maberzells Tischtennis-Jungprofi nicht auf. Der 20-Jährige ist auf seine Karriere fokussiert. Beim Heimaturlaub am Wochenende war er bester Laune.

In der Tischtennis-Bundesliga lautet Ihre Bilanz 1:5 im Einzel und 2:0 im Doppel. Wie zufrieden sind Sie?
Es hätte schlimmer kommen und wieder 0:6 stehen können. Ich habe gegen Vize-Weltmeister Mattias Falck überraschend gewonnen, das hat keiner voraussehen können. Und obwohl ich gegen Filip Zeljko verloren habe, war es ein offenes Spiel, vielleicht sogar mit besseren Chancen für mich. Aber im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden. Gerade im Doppel mit Quadri Aruna lief es sehr gut. Und bei unseren zwei Siegen hatten wir keinesfalls leichte Gegner.
Nach einer fünfwöchigen Liga-Pause geht es am Samstag mit dem Heimspiel gegen Bad Homburg weiter.
Ja, zwei wichtige Spiele liegen vor uns. Am Samstag gegen Bad Homburg, die Woche drauf dann gegen Grenzau. Da wollen wir unbedingt punkten. Wenn uns das gelingt, habe ich wenig oder keine Angst mehr, dass wir absteigen könnten. 
Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Mannschaftskollegen? 
Das ist okay. Natürlich haben wir viele Spiele klar verloren. Gegen Mühlhausen haben wir unsere Chance nicht genutzt. Das 0:3 gegen Bad Königshofen hätte nicht sein müssen. Wir haben aber gegen den Play-off-Kandidaten Bremen und den Deutschen Meister Saarbrücken mit 3:2 gewonnen, was auch nicht zu erwarten war. Die 4:8 Punkte und Platz neun sind nicht so schlecht, zumal wir bis jetzt schwere Gegner hatten.
Wo steht Maberzell am Ende der Saison?
Hoffentlich auf Platz sieben oder acht. Das ist unser Ziel. Wir sind ja realistisch. Das Erreichen der Play-off-Runde ist diese Saison sehr schwierig für uns. Aber wir sind keine schlechte Mannschaft und haben das Potenzial für nach oben. Wenn Ruwen punktet, Aruna seine Leistung abruft und ich meinen Gegner vielleicht noch ein bisschen ärgern kann, dann können wir fast jeden schlagen – außer Düsseldorf.
Hat die Corona-Pandemie Ihre sportliche Entwicklung behindert?
Das ist schwer zu beantworten. Mir fehlen die Turniere. Denn die sagen mir, wie gut ich bin, geben mir Auskunft über meinen Leistungsstand. Dort treffe ich auf Gegner, die mit mir auf Augenhöhe oder auch schlechter sind. Gegen die gewinne ich, bin dominant im Spiel. Das kann ich in der Liga nicht sagen. Ich spiele meistens auf Position zwei und habe in der Regel den Einser als Gegner, meist einen Weltklassespieler, gegen den es schwer ist, was zu reißen. Dafür bin ich mit meinem Leistungsstand sehr zufrieden.
Worin sehen Sie Ihr größtes Manko?
Mir fehlt die Coolness. Die Erfahrung, am Ende bei 9:9 oder 10:10 die Partie für mich zu entscheiden. Wenn ich gut spiele, kann ich den Gegner gehörig ärgern. Aber ich muss meine Leistung konstant abrufen. Da bin ich im Moment mental noch zu schwach. Verbesserungspotenzial gibt es in allen Bereichen.
Die Aufschläge sind doch richtig gut geworden?
Ja, die sind besser geworden. Aber es ist noch Luft nach oben. Überall ist noch Luft nach oben.
Sie können im nächsten Jahr noch in der U 21 starten. Was für Großereignisse stehen an?
Die EM. Sie ist von März auf November verlegt worden. Mein großes Ziel ist es, dort eine Medaille zu holen. Egal in welchem Wettbewerb
Sie sind ein guter Doppelspieler. Sind dort die Chancen am größten?
Dafür brauche ich auch einen guten Partner. 
Und im Mixed? 
Das spiele ich sehr ungern. Mixed ist nicht meine Spezialität.
Woran liegt das?
Ich komme mit den Bällen der Frauen nicht klar. Die Frauen spielen ein ganz anderes Tempo, mit dem Rhythmus habe ich so meine Schwierigkeiten. Dann rege ich mich auf und bin mental gebrochen. Das passt nicht. Zumindest noch nicht. Vielleicht in ein, zwei Jahren.
Die Woche über trainieren Sie im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf, am Wochenende meist in Maberzell. Gibt es in Düsseldorf wegen Corona Trainingseinschränkungen?
Nein, alles ist wie immer. Nur in den Kraftraum dürfen nicht mehr alle rein, die Gruppen sind kleiner geworden. Es gibt für die Nutzung ein Ranglistensystem. Die Spieler, die höher in der Weltrangliste stehen, haben mehr Trainingszeiten. Ich bin recht weit oben, dadurch habe ich kein Problem.
Eine Einschränkung gibt es für Gastspieler. In die Halle dürfen nur noch Mitglieder der Trainingsgruppe. Wenn ein anderer Trainingspartner kommen möchte, muss er eine Woche vorher einen Coronatest machen, sich danach eine Woche in Deutschland aufhalten und sich erneut testen lassen. Sonst darf er nicht rein.
Das Leben ist in Coronazeiten eingeschränkter. Inwieweit beeinträchtigt es Sie?
Gar nicht. Ich mache immer noch das gleiche wie vor der Pandemie. Ich trainiere, bestelle mir Essen und schlafe.
Der sieglose Aufsteiger Bad Homburg kommt am Samstag zum Hessenderby. Welchen Spieler von Bad Homburg hätten Sie am liebsten als Gegner und wen auf keinen Fall?
Das sage ich nicht. Ich spiele gegen jeden, der gegen mich antreten möchte.
Auch gegen mich?
Sehr gerne!

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