Fan Bo Meng ist zum Nationalspieler nominiert worden.
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Fan Bo Meng ist zum Nationalspieler nominiert worden.

20-Jähriger mit neuem Spielsystem

Fan Bo Meng ist ab dem 1. Januar Tischtennis-Nationalspieler - „Geiles Gefühl und große Ehre“

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Die Nominierung zum Nationalspieler ist für Fan Bo Meng eine große Ehre und ein mindestens genauso großer Ansporn, weiter nach vorne zu kommen. Derzeit arbeitet der 20-Jährige, dessen Karriere mal auf der Kippe stand, an einem neuen Spielsystem.

Wie haben Sie von Ihrer Nominierung erfahren?
In einem Gespräch mit Sportdirektor Richard Prause, U23-Trainer Helmut Hampl und Lars Hielscher sowie dem Bundestrainer Jörg Rosskopf. Das war ein supergeiles Gefühl.
Waren Sie überrascht?
Ja, schon. Wenn ich zurückblicke, dann stand meine Tischtenniskarriere vor eineinhalb Jahren und den zwei Hüftoperationen auf der Kippe. Ich wusste nicht, wie es weitergeht. Die OPs sind gut verlaufen, ich habe mich zurückgekämpft und mit einem Auge natürlich auf einen Platz in der Nationalmannschaft geschielt. Sicher war ich mir bezüglich der Nominierung nicht, denn die Konkurrenz ist groß. Viele A/B-Kaderspieler könnten in anderen Ländern von ihrer Leistungsstärke her die Nummer eins sein.
Den Olympiakader bilden Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska. Der A/B-Kader umfasst sieben Personen. Haben Sie den Platz von Bastian Steger eingenommen?
Ja, so ist es. Ich bin unter den sieben Spielern der jüngste. 
Warum fiel die Wahl auf Sie?
Der Bundestrainer hat in dem Gespräch verdeutlicht, er schaue bei den jungen Spielern auf deren Potenzial, das ist für ihn das Wichtigste. Natürlich müssen Trainingsleistung und Einstellung stimmen. Erfolge sollten sich schon einstellen, sind aber nicht das Wichtigste.
Was bedeutet Ihnen die Nominierung?
Sehr viel. Der Name A/B-Kader ist sehr wichtig für mich; für meinen Kopf zumindestens. Ich kann mich jetzt offiziell Nationalspieler nennen und nicht U23-Kaderspieler. Es ist eine ganz große Ehre, für Deutschland zu spielen. Früher, als ich klein war, habe ich auf diese Großen geschaut. Jetzt bin ich ab 1. Januar Nationalspieler. Das ist was ganz Besonderes für mich und sehr, sehr spannend. Natürlich ist das ein zusätzlicher Ansporn. Ich werde weiter Gas geben und möchte nicht nur unterste Stufe im Kader sein, sondern mich auf die Positionen fünf, vier oder drei hocharbeiten.

Fan Bo Meng wird Nationalspieler - „Große Ehre“

Welche Vorteile genießen Sie als Nationalspieler?
Zum 1. April werde ich Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Das sichert mich finanziell ab, so dass ich sorgenfrei in die Zukunft blicken kann. Darüber bin ich sehr froh und etwas stolz. Ansonsten ändert sich nicht viel. Die Lehrgänge finden schon immer gemeinsam statt. Allerdings habe ich nun in der Trainingsgruppe in Düsseldorf einen höheren Stand erreicht und kann mir die Termine aussuchen, wann ich in den Kraftraum und zum Physio gehen möchte.
Wie sieht es bei internationalen Turnieren aus, bekommen die Nationalspieler die Kosten erstattet?
Nein, das spielt keine Rolle. Das zahlt jeder selbst beziehungsweise Sponsoren oder Ausrüster. Bei begrenzten Plätzen für deutsche Spieler erhalten Nationalspieler Vorrang vor U 23- und Nicht-Kaderspielern. 
Sie stellen gerade Ihr Spielsystem um. Was soll die Umstellung bringen?
Eine größere Flexibilität. In der heutigen Zeit beherrschen Spitzenspieler mehrere Spielsysteme. Daran arbeite ich mit meinen Trainern. Früher spielte ich eher vom Tisch entfernt wuchtige und härtere Bälle. Mein Spiel war dadurch sehr, sehr leicht zu lesen. Jetzt eigne ich mir die tischnahe Variante mit schnellen und spinnigen Bällen an, um dann beide Systeme kombinieren zu können und mehr Qualität zu erreichen.
Geht das so von heute auf morgen?
Nein, einfach ist so eine Systemumstellung nicht. Es ist wie eine neue Sprache zu lernen. Man muss langsam anfangen, irgendwann kommt es dann. 
Am Sonntag steht das Heimspiel mit Maberzell gegen Bergneustadt an. Was ist möglich?
Es kommt darauf an, ob Stefan Fegerl mit dabei sein wird. Ohne ihn steigen unsere Chancen natürlich, aber einfach ist es dennoch nicht. Sollten wir ins Doppel kommen, müssten wir im Vorteil sein. 
Weihnachten steht vor der Tür. Wo wird gefeiert, was gibt es zu essen?
Weihnachten feiere ich wie immer daheim mit meinen Eltern. Als Einzelkind werde ich besonders verwöhnt, das genieße ich. Meine Mutter kocht bestimmt was Besonderes. Was das sein wird, weiß ich nicht, ist aber egal, denn es schmeckt immer sehr gut.

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