Die aktuelle Frauenmannschaft vom Frauenberg (hinten, von links): Sophia Reith, Betreuer Hubertus Reith, Felicitas Auth sowie (vorne) die Popovici-Schwestern Noell Marie und Sarah Amelie.
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Die aktuelle Frauenmannschaft vom Frauenberg (hinten, von links): Sophia Reith, Betreuer Hubertus Reith, Felicitas Auth sowie (vorne) die Popovici-Schwestern Noell Marie und Sarah Amelie.

Jugendarbeit zahlt sich aus

Hubertus Reith bei RW Fulda: Rückblick auf 20 Jahre im Frauentennis

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
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Für Frauenmannschaften ist es manchmal nicht leicht, Trainer oder Betreuer zu finden. Nicht so bei den Damen von Rot-Weiß Fulda: Hubertus Reith begleitet die Damen vom Frauenberg seit mehr als 20 Jahren im Wettspielbetrieb.

Fulda - Doch warum eigentlich das Damen-Team der Rot-Weißen und nicht eine der zahlreichen Männermannschaften im Seniorenbereich? Auf diese Frage kann Reith, der gleichzeitig Jugendwart im Club am Frauenberg ist, heute keine Antwort mehr liefern. „Ich kann mich erinnern, dass die Damen Ende der 90er-Jahre immer auf sich allein gestellt waren. Ich hingegen hatte mich gerade aus der Herrenmannschaft verabschiedet“, erinnert sich der 57-Jährige.

Reith selbst hatte 1977 bei Rot-Weiß angeheuert und dort alle Herrenmannschaften bis in die Gruppenliga durchlaufen, wo die Fuldaer mehrmals um den Aufstieg in die Verbandsliga mitspielten. Mit dem damaligen Frauen-Team bekam der Schulleiter der Hünfelder Jahnschule die Gelegenheit, eine Mannschaft in Hessens zweithöchste Spielklasse zu begleiten.

Rückblick auf 20 Jahre bei RW Fulda - Hubertus Reith erinnert sich an Abstieg in die Bezirksoberliga

„Ich fing an, mich um die Aufstellung zu kümmern, zu den Spielen mitzufahren und habe Kontakte zu anderen Spielerinnen hergestellt“, so Reith, der während des Studiums auch als Tennis-Trainer arbeitete. Mit Spielerinnen wie Klaudia Gombarek, Corinna Krabbe und der Tschechin Dasha Soltys, die damals das Damen-Tennis in der Region prägten, hatte RW bald eine bärenstarke Truppe zusammen, die zwei Spielzeiten Verbandsliga-Tennis nach Fulda brachte. „Danach hat man gemerkt, was passiert, wenn man keinen eigenen Nachwuchs hat“, sagt Reith.

Nach dem Weggang einiger Spielerinnen stieg Rot-Weiß zu Beginn der 2000er-Jahre in die Bezirksoberliga ab. Dieser Absturz blieb dem Verein in Erinnerung und sorgte dafür, dass auf die Förderung des weiblichen Nachwuchses geachtet wird. „Keine Frage: Man braucht immer ein wenig Glück, talentierte Mädchen samt engagierter Eltern zu finden. Aber die Arbeit der letzten Jahre hat sich ausgezahlt“, findet Reith, der Spielerinnen wie Pia Kranholdt und Joline Kramm als Zeugnisse der erfolgreichen Jugendarbeit seines Vereins sieht.

Erstere hat den Verein zwar bereits verlassen, doch dank Trainer Koloman Grgic ist es gelungen, um die Juniorinnen Felicia Auth und die Popovici-Schwestern eine Damenmannschaft mit Potenzial zu bilden. Seit einem Jahr ist Reiths Tochter Sophia Teil des Kaders, der im Altersschnitt der jüngste der gesamten Gruppenliga ist.

Zusammenarbeit mit der Tochter bei RW Fulda verläuft nicht immer harmonisch

Erst am vergangenen Wochenende trug die 14-Jährige mit einem Dreisatzsieg zum 5:1-Erfolg beim Auftaktgegner TCB Darmstadt bei. „Ich habe beinahe einen Infarkt bekommen, weil Sophias Einzel so eng verlief“, erzählt Reith lachend. Seine Tochter setzte sich nach dreieinhalb Stunden erst im Match-Tiebreak mit 13:11 durch. „Ich war sehr stolz, da sie den Tiebreak noch gedreht hat, obwohl sie mit 1:5 hinten lag. Sie hat über die Jahre gelernt zu kämpfen, und das ist für mich das Wichtigste – unabhängig vom Ergebnis.“

Ganz ohne Scharmützel verläuft die Zusammenarbeit von Vater und Tochter allerdings nicht. „Ich gebe allen Spielerinnen Tipps. Aber bei Sophia bin ich oft eine Ecke kritischer. Das ist wohl eine kleine Schwäche von mir“, gibt der 57-Jährige zu. Dass vor allem seine Vorschläge in Sachen Beinarbeit bei seiner Tochter keine Begeisterungsstürme auslösen, nimmt der Schulleiter mit Humor: „Wenn ich ihr während eines Spiels bedeuten will, dass sie sich mehr bewegen soll, fange ich an, neben dem Spielfeld zu trippeln. Meiner Tochter ist das eher peinlich, weil es seltsam aussieht“, sagt der Jugendwart augenzwinkernd und gelobt Besserung.

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