Die Fulda Saints starten am Samstag in ihre erste Oberliga-Saison seit neun Jahren.
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Die Fulda Saints starten am Samstag in ihre erste Oberliga-Saison seit neun Jahren.

Frauen-Team wird vorgestellt

American Football: Fulda Saints starten in der Oberliga - Ziel ist aber die Regionalliga

  • Sabine Kohl
    VonSabine Kohl
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Gute zwei Jahre sind seit der großen Party vergangen, mit der die Fulda Saints ihre Landesliga-Meisterschaft gefeiert haben. Jetzt ist es am Samstag endlich so weit: Die Footballer absolvieren ihr erstes Spiel in der Oberliga. Und haben hehre Ziele für die Saison.

Fulda - „Der Aufstieg in die Regionalliga ist unser erklärtes Ziel. Und wir werden alles dafür tun, dieses auch zu erreichen“, legt Trainer Jonas Heck kurz vor dem ersten Oberliga-Spiel der Fulda Saints gegen die Kassel Titans am Samstag um 15 Uhr die Latte für Fuldas Footballer hoch.

Heck bereitet die Fulda Saints gemeinsam mit Head-Coach Danijel Katusic sowie Alexander Wenzel und Dustin Jacobi seit dem Wiedereinstieg ins Training im Juni auf die erste Saison in der Oberliga seit neun Jahren vor. Damals sind die Saints umgehend wieder abgestiegen. Das soll diesmal definitiv anders werden.

American Football: Fulda Saints haben Aufstieg in die Regionalliga als Ziel

Und laut Trainer Heck und Abteilungsleiter Frank Schreiner stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht. Auch wenn es mit dem Regionalliga-Aufstieg vielleicht doch nicht auf Anhieb klappt. Denn nur die jeweils Erstplatzierten aus den drei Oberliga-Gruppen – die Saints spielen in der Oberliga Mitte gegen drei Mannschaften aus Hessen – kommen in die PlayOffs, der dortige Sieger steigt auf.

Jonas Heck sieht für seine Mannen allerdings eine gute Ausgangsposition: „Wir haben im vergangenen Jahr gute Fortschritte gemacht, in einer Zeit, in der andere Mannschaften zum Teil gar nicht trainiert haben.“ Selbst in der Zeit des zweiten Lockdowns habe das Training allein, zu zweit und später in Kleingruppen gut funktioniert. (Lesen Sie hier: Trotz Personalnot: Baseballer aus Fulda starten mit zwei Mannschaften in die neue Saison)

American Football: Mit Videoanalysen optimieren die Trainer das Spiel der Fulda Saints

Zwar hätten einige Spieler das Team verlassen, dafür seien neue nachgerückt. „Und wir haben ein festes Kern-Team, das seit Jahren dabei ist und die Basis unserer Mannschaft bildet“, betont Heck. Dem schließt sich Frank Schreiner an, der Anfang des Jahres mit einem rund zehnköpfigen Team an seiner Seite die Abteilungsleitung der zur SG Johannesberg gehörenden Fulda Saints von Andreas Henkel übernommen hat. „Mit unserem Quarterback Patrick Dentler haben wir einen super Kapitän“, sagt Schreiner und fügt hinzu: „Aber auch unser weiterer Kader ist gut aufgestellt, zum Teil mit Spielern mit Bundesliga-Erfahrung und einigen Veteranen.“

Und vor allem das Trainerteam mache einen richtig guten Job, so Schreiner. Jonas Heck etwa, der sich viele Stunden pro Woche mit der Videoanalyse aus Training und Wettkämpfen beschäftige, um das Zusammenspiel der Saints zu optimieren. Die Früchte ihrer Arbeit zu ernten, damit wollen die Saints gleich morgen zum Saisonauftakt in der Oberliga beginnen.

Spielplan

Samstag, 11. September, 15 Uhr: Fulda Saints – Kassel Titans.

Samstag, 18. September, 15 Uhr: Fulda Saints – Wetzlar Wölfe

Sonntag, 26. September, 14 Uhr: Kassel Titans – Fulda Saints

Sonntag, 3. Oktober, 15 Uhr: Fulda Saints – Hanau Hornets

Samstag, 9. Oktober, 15 Uhr: Wetzlar Wölfe – Fulda Saints

Sonntag, 24. Oktober, 14 Uhr: Hanau Hornets – Fulda Saints

Die Kassel Titans, Gegner im Sportzentrum Johannesberg, sind eine Mannschaft, gegen die Fuldas Footballer in der Liga noch nicht gespielt haben. Mit dem Verein besteht allerdings bereits seit längerem eine Spielgemeinschaft im U19-Bereich.

„Das ist am Samstag eine ganz witzige Konstellation“, gibt Frank Schreiner schmunzelnd zu Protokoll. „Um 11 Uhr spielt nämlich zunächst unsere U19 SG Kassel/Fulda gegen Marburg, um 15 Uhr dann die Saints gegen Kassel.“ Schreiner hofft natürlich zu diesem Doubleheader auf einige Zuschauer, bis zu 600 Fans haben vor der Corona-Pause den Weg zu den Spielen im Johannesberger Sportzentrum gefunden. „Wir lassen Zuschauer nach den geltenden 3G-Regeln rein“, so Schreiner.

Das heißt maximal 200 negativ Getestete plus Geimpfter und Genesener. Als Hindernis sieht der Abteilungsleiter die im Kreis Fulda wieder verschärften Corona-Regeln im Übrigen nicht an. Im Gegenteil: „Ich bin froh, dass wir ‚nur‘ mit der 3G-Regel zurecht kommen müssen. Es hätte ja auch sein können, dass man uns den Kontaktsport gleich wieder ganz untersagt.“

Die Fulda Saints Ladies

Seit dem Sommer spielen in Fulda nicht nur die Männer und Jugendlichen Football, sondern auch die Frauen. Rund zehn Damen bilden aktuell das Team der Fulda Saints Ladies. Noch nicht genug für ein spielfähiges Team, dafür braucht es 22 Spielerinnen, aber trainiert wird bereits regelmäßig.

„Als wir zu Beginn des Sommers die Tryouts abgehalten haben, haben auch einige Frauen Interesse gezeigt“, erläutert Abteilungsleiter Frank Schreiner die Gründung des Ladies-Teams. Anfangs seien es nur drei oder vier Frauen gewesen, schnell seien aber mehr dazu gekommen. „Das Interesse freut uns sehr, denn Football ist durchaus nicht nur ein Sport für Männer“, so Schreiner.

Und die Fuldaer seien nicht die einzigen, die gerade Frauenteams gründen, berichtet der Abteilungsleiter. In ganz Hessen entstünden gerade weibliche Mannschaften. Deshalb könne es vielleicht schon bald richtig losgehen mit dem Spielbetrieb.

Frauen, die Interesse haben, in das Football-Training hineinzuschnuppern, sind bei den Saints jederzeit willkommen. Trainiert wird montags und donnerstags von 20 bis 22 Uhr auf dem B-Platz in Johannesberg (Sommer) oder auf dem Kunstrasenplatz im Stadion Fulda (Winter).

Beim Saison-Auftakt der Saints morgen um 15 Uhr, wird das neue Ladies-Team in der Halbzeitpause offiziell vorgestellt.

Und vielleicht motiviert das Zuschauen ja den ein oder anderen (oder die ein oder andere, siehe Infokasten), selbst aktiver American Footballer zu werden. „Dieser Sport ist eigentlich für jeden etwas“, argumentieren sowohl Schreiner als auch Trainer Jonas Heck. Es gebe Positionen, da komme es vor allem darauf an, mit viel Kraft den Gegner zu tackeln, die Receiver dagegen müssten vor allem schnell und wendig sein, um zuerst den Ball zu fangen und ihn dann übers Feld in die Endzone zu tragen. Bleibt zu hoffen, dass die unterschiedlichen Typen in Fulda gut miteinander harmonieren – dann wartet in der nächsten Saison vielleicht wirklich die Regionalliga auf die Fulda Saints.

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