Schnell auf ungewohntem Terrain: Anna Hahner tänzelt den Berg herunter.
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Bereits Tage zuvor war Anna Hahner bei einem Trailrun gestartet. Hier beim Kaiserkrone Speetrail in Schaffau.

Zwei Starts in einer Woche

Triumph über 2138 Höhenmeter - Anna Hahner gewinnt Trailrun Stubai K20

  • Ann-Katrin Hahner
    VonAnn-Katrin Hahner
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Eine Woche nach ihrem Sieg bei ihrem ersten Trailrun beim Kaiserkrone Speedtrail in Scheffau stand Anna Hahner diesen Samstag schon wieder am Start. Und nicht nur das, 2:48:27 Stunden später erneut als erste Frau hinter der Ziellinie. 

Scheffau - Die Distanz war ähnlich, die Höhenmeter, die die Läuferin aus Nüsttal (Kreis Fulda) zu bewältigen hatte, jedoch eine andere Hausnummer. 19 Kilometer, 2138 Höhenmeter im Aufstieg und 197 Höhenmeter im Abstieg galt es beim Stubai K20 zu bewältigen. Das Ziel befand sich auf 3150 Meter Höhe auf der Jochdohle am Stubaier Gletscher und dazu mussten die Teilnehmer die letzten 1,5 Kilometer des Laufes die mit Schnee bedeckte Skipiste erklimmen.

In den Gesichtern der Läufer war abzulesen, wie dieser Schlussanstieg das Äußerste von ihnen forderte. „Hinter der Ziellinie konnte ich kaum noch stehen, so haben meine Beine gezittert“, berichtet Anna von dem körperlichen Zustand nach ihrem Rennen. „Ich habe Isabell (Isabell Bichler, Zweitplatzierte in 2:51:26 Std.) hinter mir gesehen und konnte aber nicht einschätzen, wie groß der Abstand ist. Durch die immense Steigung ist das ein verzerrtes Bild. Also bin ich bis zum letzten Meter auf Anschlag gelaufen“, erklärt die 31-Jährige sichtlich erleichtert, wie es ihr auf den letzten Metern erging.

Fulda: Anna Hahner gewinnt Trailrun Stubai K20 in Österreich

Oben auf dem Gletscher wurde sie von vier Grad, Sonne und einer traumhaften Aussicht empfangen. „Das Gefühl hinter der Ziellinie war atemberaubend. Ich konnte kaum glauben, dass ich mich jetzt auf über 3000 Meter befinde und das alles zu Fuß und als schnellste Frau zurückgelegt habe“, erzählt Anna Hahner euphorisch.

Dass sie zwei strapaziöse Rennen innerhalb von einer Woche laufen konnten – nach einem Marathon wäre das undenkbar –, erklärt Anna Hahner so: „Uphill laufen ist zwar super anstrengend während des Laufens, doch für die Muskulatur längst nicht so beanspruchend wie ein Marathon auf der Straße. Durch die Steigung ist der Impact sehr viel geringer und damit auch die muskuläre Beanspruchung und Zerstörung. Das Herz-Kreislauf-System wird zwar ähnlich gefordert, das erholt sich jedoch deutlich schneller als der Körper und die Muskulatur.“

2138 Höhenmeter bis zum Kaiserschmarren - Anna Hahner absolviert zweiten Trailrun

Eins war jedoch identisch wie nach ihren Marathons, vor allem den beiden in Wien: das Essen hinterher. „Oben auf dem Gletscher gab es als Zielverpflegung Kaiserschmarren“, erzählt Anna strahlend. „Ich glaube, so gut wie nach der Anstrengung und bei dieser Aussicht hat mir Kaiserschmarren noch nie geschmeckt.“

Jetzt legt die Nüsttalerin erst einmal eine Wettkampfpause ein. „Ich werde einen Trainingsblock machen und dann schauen, bei welchen Wettkämpfen ich im restlichen Jahr an der Startlinie stehe.“ Ob ein Marathon dabei sein wird, lässt sie offen. (an)

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