Trainieren darf sie als eine der wenigen, Wettbewerbe sind aber auch für Hessenkader-Athletin Antonia Schrimpf aktuell rar. Umso dankbarer war sie für die Teilnahme am Einladungswettkampf der Spitzen- und Berufssportler.
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Trainieren darf sie als eine der wenigen, Wettbewerbe sind aber auch für Hessenkader-Athletin Antonia Schrimpf aktuell rar. Umso dankbarer war sie für die Teilnahme am Einladungswettkampf der Spitzen- und Berufssportler.

Probleme beim weiteren Training

Antonia Schrimpf läuft bei Einladungsturnier persönliche Bestzeit - Fuldaerin wird Vierte

  • Sabine Kohl
    vonSabine Kohl
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Fuldas Sprinterin Antonia Schrimpf (20) ist beim Einladungsturnier für Spitzen- und Berufssportler in Frankfurt zwei persönliche Bestzeiten über die 60 Meter gelaufen. Nach 7,63 Sekunden im Vorlauf und 7,66 im Finale stand am Ende Rang vier zu Buche. Und das, obwohl bis kurz vor dem Wettkampf nicht klar war, ob das Sprinttalent der LG Fulda überhaupt starten darf.

Fulda - „Los ging alles am Mittwochabend“, erinnert sich Trainerin Uschi Möller an den Schockmoment wenige Tage vor dem lange herbeigesehnten Wettkampf. „Da hat Antonia eine Mail ihrer Ausbildungsleiterin bekommen, dass sich alle Schüler ihrer Berufsschulklasse einem Corona-Test unterziehen und bis zum Ergebnis in Quarantäne bleiben müssen.“ Eine Mitschülerin war knapp zwei Wochen zuvor positiv auf das Virus getestet worden. (Lesen Sie hier: Schrimpf erkämpft sich Silber)

Der Schnelltest war dann bei Antonia negativ. „Der allein wurde aber natürlich nicht akzeptiert“, sagt Möller. Am folgenden Tag, Donnerstag, stand deshalb ein PCR-Test an. „Ich habe einen wahren Telefonmarathon absolviert, damit das Ergebnis bis Freitag da ist“, erklärt die Trainerin. „Sonst hätte Antonia am Samstag nicht starten können.“ Die Mühe hat sich gelohnt, Freitagnachmittag lag das negative Testergebnis vor.

Fulda: Antonia Schrimpf läuft bei Einladungsturnier persönliche Bestzeit

Also ging es für beide am Samstag nach Frankfurt, wo unter strengen Hygieneauflagen – insgesamt durften einschließlich Athleten, Trainern und Kampfrichtern nur 50 Leute in die Halle – das Einladungsturnier stattfand.

Antonia Schrimpf startete in einem Feld mit acht weiteren Läuferinnen und wurde mit ihren persönlichen Bestzeiten Vierte. „Für Antonia war es wichtig zu sehen, dass sich das Training auszahlt und Erfolge zeigt“, sagt Uschi Möller. „Und ich habe gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Bei der Sprinttechnik gibt es zum Beispiel noch Verbesserungspotenzial.“

Während der Weihnachtsferien werden die beiden allerdings nur bedingt an den Schwachstellen arbeiten können, da sowohl das Stadion als auch die Halle der Bardoschule über den Jahreswechsel geschlossen sind, da auch das Personal dort Urlaub macht. „Das kann ich ja auch gut verstehen“, sagt Uschi Möller. Für ihre Schützlinge – neben Antonia Schrimpf gehört auch Isabel Jahn von der LG dem Hessenkader an – ist die Schließung dennoch ein Problem. Als Ausweichmöglichkeit stehen die Bahnen des BGS-Platzes in Lehnerz zur Verfügung, die allerdings laut Möller in keinem optimalen Zustand sind. Besser als wieder, wie im Frühjahr, auf der Straße und auf Feldwegen zu trainieren, sei es aber allemal.

Training im Winter muss in Lehnerz stattfinden

„Auf Asphalt läuft es sich einfach völlig anders als auf einer Stadionbahn“, erläutert die Trainerin der LG Fulda. Antonia habe sich etwa im Frühling eine andere Sprinttechnik angeeignet, die erst mal wieder abtrainiert werden musste. Dennoch ist Möller froh, dass ab dem 11. Januar das Stadion wieder zur Verfügung steht und die Stadt Fulda das Training ihrer beiden Kader-Athletinnen unterstützt. „Der Winter ist für Leichtathleten einfach die wichtigste Zeit für das Training“, begründet sie. „Hier vor allem können wir Fortschritte machen, bevor es im Frühjahr und Sommer in die Wettkämpfe geht.“

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