Die kleinen Domskater aus Fulda in voller Fahrt.
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In der Leistungsgruppe geht es für den Nachwuchs darum, die richtige Technik für das Speedskating zu erlernen.

Verein in der Region

Die Domskater in Fulda werden immer mehr - In einem Jahr sind aus 23 Mitgliedern 62 geworden

  • Sabine Kohl
    VonSabine Kohl
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Viele Vereine befürchten oder klagen bereits über Mitgliederschwund in der Corona-Pandemie. Die Domskater Fulda nicht. Seit März 2020 sind aus 23 Mitgliedern 62 geworden, davon die meisten aktiv. Doch die Skater-Truppe kämpft auch mit Wachstumsschmerzen. 

Fulda - Auf dem Parkplatz des Justus-Liebig-Centers in Petersberg im Landkreis Fulda und der angrenzenden Möbelhäuser herrscht reges Treiben. Rund 30 Kinder und etwa zehn Erwachsene drehen auf acht Rollen ihre Runden über den Asphalt, üben sich in Schnelligkeit, Fahrtechnik oder versuchen einfach erstmal, auf ihren Skates die Balance zu halten.

„Es ist toll, dass Kinder jetzt endlich wieder ohne Einschränkungen zusammen trainieren dürfen“, freut sich Domskater-Vorsitzender Thomas Bock. In den Wochen vor den Lockerungen hatten die Trainer ihre Schützlinge strikt in Fünfergruppen geteilt. Dazu wurde das Trainingsgelände – sonntags das Justus-Liebig-Center, freitags das Fuldaer Messegelände – nach einem genauen Plan in Abschnitte unterteilt, damit sich die Gruppen nicht mischen.

Fulda: Die Domskater in Fulda werden immer mehr - von 23 auf 62 Mitglieder

Und regelmäßig mussten neue Übungsfelder hinzugenommen werden, denn fast jede Woche wuchs die Zahl der Kinder, die am Training teilnehmen wollten. Keine leichte Aufgabe für den noch jungen Verein. „Es war immer ein Kampf, für alle Gruppen einen Trainer zu finden“, erinnert sich Thomas Bock. „Aber wir waren motiviert, wollten das unbedingt schaffen.“

Auch der vor wenigen Tagen im Amt bestätigte Sportkreis-Vorsitzende Harry Piaskowski freut sich über die Entwicklung des Vereins. „Viele Vereine haben in der Pandemie Mitglieder verloren. Da ist es schön zu sehen, dass ein junger Verein wächst.“ Als Integrations-Koordinator hat Piaskowski selbst am Projekt des Vereins mitgearbeitet, Flüchtlingskinder aus Petersberg in den Verein zu integrieren. Mittlerweile leben die Kinder über den ganzen Landkreis Fulda verteilt – doch zum Training kommen viele weiter regelmäßig.

Der Verein in Fulda will Kindern das sichere Skaten beibringen - später geht es um Geschwindigkeit

Ziel des Vereins ist es, die Nischensportart Skating in Osthessen zu etablieren. „Wir sind neben Darmstadt und Groß-Gerau der einzige Verein in Hessen, der in der Jugendarbeit aktiv ist“, sagt Vorsitzender Thomas Bock. Und die möchten er und seine Trainer entwickeln, stehen dabei aber vor so mancher Herausforderung. Denn für 35 Kinder zwischen 5 und 15, alle mit unterschiedlichem Leistungsstand, ein passendes Training anzubieten, ist gar nicht so einfach.

Für viele der Kinder geht es zunächst einfach darum, das sichere Fahren zu lernen, andere wollen sich längst in der Leistungsklasse messen. So etwa die siebenjährige Felia Wilms, die Anfang Juli bei den Süddeutschen Meisterschaften in Groß-Gerau in der Schülerklasse C starten wird. „Wir haben auch einige der anderen Kinder gemeldet“, berichtet Thomas Bock. „Aber sie starten alle in der Anfängerklasse.“

Kontakt zu den Domskatern

Wer Lust hat, bei Training der Domskater einmal reinzuschnuppern, meldet beim Vereinsvorsitzenden Thomas Bock unter Telefon (0151) 21 26 03 08.
Das Training findet immer sonntags ab 9.50 Uhr auf dem Parkplatz des Justus-Liebig-Center in Petersberg statt sowie freitags ab 16.50 Uhr auf dem Messegelände in Fulda-Galerie.

Fleißig an ihrer Technik und Schnelligkeit trainieren sie dennoch. Denn so haben die Domskater das Training derzeit eingeteilt: Zwei Gruppen für die Anfänger, eine Leistungsgruppe für die Fortgeschrittenen, die sich auch mal messen wollen. Hier erlernen die Kinder nach und nach die richtige Speedskating-Technik, vor allem das Gleiten auf einem Bein sowie den korrekten Wechsel auf das andere. Dazu gehören auch Kräftigungs- und Balanceübungen, indem die Kinder etwa in ihren Skates von einem Bein auf das andere springen und versuchen, den Stand eine Weile zu halten. „Das stärkt unter anderem die Knöchelmuskulatur und gibt Stabilität in der Hüfte“, erläutert Trainerin Birgit Bock.

Wie die Domskater künftig das Training unterschiedlicher Leistungsklassen strukturieren werden, weiß Thomas Bock selbst noch nicht genau. Vor allem die raren Trainingszeiten für die Hallen besorgen ihn. Doch er ist sicher, dass er seinen Verein mit viel Einsatz weiter voranbringen wird. Und das wichtigste sei sowieso, dass die Kinder weiter Spaß auf Rollen haben.

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