Ein Großteil dieser Mannschaft von FT Fulda aus der Saison 1971/1972 war auch beim Pokalfinale im November 1971 gegen den Haimbacher SV mit dabei. Stehend von links: Schäfer, Peter Michel, Ferdinand Kolb, Franz Trier, Wolfgang Müller, Manfred Reinholz, Heinz Ernst, Ludwig Müller. Hockend von links: Alexander Mehler, Gerhard Mehler, Hans-Jürgen Hassenpflug, Rolf Lehmann, Dieter Weddig.
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Ein Großteil dieser Mannschaft von FT Fulda aus der Saison 1971/1972 war auch beim Pokalfinale im November 1971 gegen den Haimbacher SV mit dabei. Stehend von links: Schäfer, Peter Michel, Ferdinand Kolb, Franz Trier, Wolfgang Müller, Manfred Reinholz, Heinz Ernst, Ludwig Müller. Hockend von links: Alexander Mehler, Gerhard Mehler, Hans-Jürgen Hassenpflug, Rolf Lehmann, Dieter Weddig.

Total verrücktes Spiel

Legendär! 25 verschossene Elfmeter - und Hans-Günter Pletsch schoss FT Fulda im Unterhemd zum Pokalsieg

  • Ralph Kraus
    vonRalph Kraus
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Zum 50. Mal jährt sich dieses Jahr der Tag, an dem FT Fulda erstmals den Kreispokal gewonnen hat. Und das nach einem total verrückten Spiel, das die meisten Beteiligten nie vergessen haben. Von 30 Elfmetern verfehlten 25 ihr Ziel.

Fulda - Es war Sonntag, der 7. November 1971, als zur besten Fußballzeit, um 14.30 Uhr, am Bachrainer Geisküppel eines der kuriosesten Fußballspiele unserer Region ausgetragen wurde. Es lockte das Finale um den Fuldaer Kreispokal. Gegenüber standen sich FT Fulda und der Haimbacher SV.

Fulda: Legendär! 25 verschossene Elfmeter - Hans-Günter Pletsch schoss FT zum Sieg

Mit einem klaren Favoriten: Schließlich stand nach einem Drittel der Saison FT in der Gruppenliga (damals Bezirksklasse) auf einem Spitzenplatz, hatte wenige Tage zuvor das prestigeträchtige Stadtduell beim FV Horas mit 1:0 gewonnen. Es war die Saison, in der FT unter anderem einen 10:0-Auswärtssieg bei Germania Fulda feierte. 

Gegner Haimbach spielte indes eine Klasse tiefer in der Kreisoberliga Mitte (damals A-Klasse Mitte), rangierte auf Rang zwölf und war folgerichtig der Außenseiter. Die Partie verlief zunächst wie erwartet: Zur Pause führte FT nach Treffern von Peter Michel (kam von Borussia Fulda) und Rechtsaußen Manfred Reinholz (Neuzugang aus Rothemann) mit 2:0.

Dieser Vorsprung reichte aber nicht, denn Haimbach glich nach dem Wechsel aus und es kam zum Elfmeterschießen. Und genau dieses Elfmeterschießen ging in die Geschichte des Fuldaer Fußballs ein. Nicht etwa, dass das 3:2 im Elfmeterschießen rein vom Ergebnis so spektakulär gewesen wäre. Wohl aber die Tatsache, dass dazu 30 (!) Elfer nötig waren. Von denen wurden also unglaubliche 25 verschossen.

Hans-Günter Pletsch eilte im Unterhemd an den Punkt - kein Fall für das Sportgericht

„Ich war damals als Zuschauer dabei“, erinnert sich FT-Legende Werner Jost. „Einige Spieler mussten mehrmals schießen und Hans-Günter Pletsch war bereits beim Umziehen, als er nochmals gerufen wurde und erneut ran musste“, weiß Jost. Also eilte Pletsch, der sich zuvor erbitterte Zweikämpfe mit Klaus-Peter Sorg geliefert hatte, im Unterhemd zum Elfmeterpunkt und verwandelte schließlich den entscheidenden Schuss.

„Danach haben alle auf ihm gelegen und den Sieg gefeiert“, erzählt Jost, als wäre es gestern gewesen. Übrigens: Im Jahr darauf verteidigte FT Fulda den Titel als Kreispokalsieger. Diesmal jedoch weniger spektakulär. Durch zwei Tore des Ex-Hünfelders Berthold Görk und einen Treffer von Herbert Bock wurde der TSV Schmalnau mit 3:0 im Endspiel geschlagen.

Interessant am Finale von 1971: Etliche Gegenspieler aus dem Elfmeter-Spiel gegen Haimbach sind schon bald Teamkollegen der damaligen FT-Mannschaft geworden. Klaus-Peter Sorg, Gerhard Koob, Wolfgang „Monki“ Müller und Werner Helmer wechselten ein paar Monate später an die Magdeburger Straße.

Auch in Haimbach erinnert man sich übrigens noch genau an das legendäre Finale. Und so erzählt Hans-Peter Sorg eine Anekdote: „Meine Mutter Barbara hat damals die Überschrift in der Zeitung gelesen, dass es in dem Spiel 30 Elfmeter gab. Sie hat mich danach gefragt, ob es tatsächlich so ein grobes und unfaires Spiel gewesen sei. Sie dachte, die Elfmeter wären alle nach Fouls gepfiffen worden“, sagt Sorg noch heute grinsend.

An den entscheidenden Moment, als Hans-Günter Pletsch zum letzten Elfmeter antrat, erinnert sich Sorg tatsächlich noch genau: „Er kam aus der Umkleide in Unterhemd, Sporthose und Socken. Danach wollte Haimbach das Spiel deswegen vor dem Sportgericht anfechten. Glücklicherweise ist dieses Vorhaben im Sande verlaufen.“

FT Fulda: Ludwig Müller, Ewald Witzel, Hans-Günter Pletsch, Heinz Ernst, Ferdinand Kolb, Werner Krombholz, Franz Trier, Dieter Weddig, Peter Michel, Alexander Mehler, Manfred Reinholz.
Haimbacher SV: Dieter Gutermuth; Ernst Wald, Bernhard Wald, Edgar Hirsch, Hugo Kropp, Hermann Czekalla, Klaus Heidinger, Helmut Jehn, Klaus-Peter Sorg, Elmar Engel, Werner Seuring, Siegfried Gutmann.
Schiedsrichter: Hofmann (SV Steinbach). Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Peter Michel (5.), 2:0 Manfred Reinholz (32.), 2:1 Elmar Engel (52.), 2:2 Klaus Heidinger (55.).

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